(openPR) Noch ehe vor der Küste Brasiliens der erste Tropfen Öl aufgespürt werden kann, ist der geschlossene Ölpattform-Fonds „Deepsea Oil Explorer“, einer der größten geschlossenen Fonds der HCI- und der MPC-Capital-Gruppe, bereits auf ein umfangreiches Sanierungskonzept angewiesen. Das aus elf Banken bestehende Konsortium muss dem Fonds mit einer Finanzspritze in Höhe von zusätzlichen 100 Mio. Dollar unter die Arme greifen.
Für die etwa 5800 Anleger, die den ca. 680 Mio. Dollar schweren Ölpattform-Fonds mit rund 220 Mio. Dollar Eigenkapital ausgestattet haben, steht die Beteiligung von Anfang an unter keinem guten Stern. Ursprünglich war laut Emissionsprospekt vorgesehen, dass die Plattform bereits im Juni 2010 (zuzüglich maximal 60 Tage) fertig gestellt und ausgeliefert wird. Als dieser Termin nicht eingehalten werden konnte, wurde den Anlegern im September 2010 mitgeteilt, dass die Plattform zumindest im Mai 2011 ihre geplante Stellung vor der Küste Brasiliens beziehen kann. Auch dieser Termin verstrich jedoch ergebnislos. Aktuell wird damit gerechnet, dass die Ölpattform im Herbst 2011 in Dienst genommen werden kann.
Diese Lieferverzögerungen führen nicht nur zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen sondern auch zu Strafzahlungen an den brasilianischen Petrobas-Konzern, der die Plattform bereits für sieben Jahre angemietet hat. Erschwerend kommt hinzu, dass der Petrobas-Konzern den Mietvertrag im August 2011 kündigen kann, wenn die Plattform bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung gestellt wird. Sofern Petrobas das Kündigungsrecht tatsächlich ausübt, wäre dies für die Anleger eine Katastrophe.
In diesem Fall müssten die Anleger nicht nur damit rechnen, dass die prognostizierten Ausschüttungen gekürzt oder gar komplett gestrichen werden (ursprünglich war für das Jahr 2011 eine Ausschüttung über 9,4 % p.a. geplant!). Kann die Plattform nicht anderweitig vermietet und genutzt werden, könnte im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust des investierten Kapitals drohen.
Anlegern, die aufgrund dieser Unsicherheiten das Vertrauen in den Fonds verloren haben und sich von dieser Kapitalanlage trennen wollen, wird empfohlen, sich zur Überprüfung von Schadensersatzansprüchen, die auf die vollständige Rückerstattung des eingesetzten Kapitals gerichtet sind, an einen Rechtsanwalt zu wenden, der sich auf das Rechtsgebiet des Kapitalanlagerechts spezialisiert hat. Für die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gibt es laut Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Stephan Greger aus Regensburg mehrere denkbare Ansatzpunkte. Zum einen wäre zu prüfen, ob die Anleger im Rahmen des Beratungsgesprächs korrekt und umfassend über die allgemeinen und die speziellen Risiken der Beteiligung aufgeklärt wurden. Zum anderen wäre auch das Verschweigen von Provisionszahlungen, die die beratende Bank von dem Emissionshaus erhalten hat, ein Ansatzpunkt für Schadensersatzansprüche.











