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HCI MPC DeepSea Oil Explorer pleite?

20.06.201117:56 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: HCI MPC DeepSea Oil Explorer pleite?

(openPR) Anleger fordern von Emittenten Verzicht von 53 Millionen US-Dollar

Hamburg, 20. Juni 2011. Der Fonds DeepSea Oil Explorer wurde 2008 als einer der größten geschlossenen Fonds mit einer Laufzeit von 17 Jahren von der HCI-Gruppe und der MPC-Capital-Gruppe platziert. Ziel war und ist die Erstellung einer Plattform zur Erkundung der Fördermöglichkeiten von Öl in der Tiefsee. Durch Verzögerungen bei der Fertigstellung der Plattform gerät die Finanzierung der Anlage allerdings ins Wanken.



Aus diesem Grund findet am 24.06.2011 in Hamburg eine außerordentliche Gesellschafterversammlung statt, um das „Konzept zur Neuordnung“ des Fonds zu beschließen. „Wir raten allen Anlegern, sich am Freitag dort einzufinden“, so Rechtsanwalt Tobias Weissenborn von der Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht KWAG. „Der Anleger soll ad hoc entscheiden, ob er gar einen Totalverlust hinnehmen will oder lieber auf Ausschüttungen verzichtet.“ Durch die Verzögerungen sind zusätzliche Kosten von circa 145 Millionen US-Dollar entstanden, 105 Millionen US-Dollar sollen hierzu teuer finanziert werden.

Tatsächlich ist es keine Neuordnung, die vorgestellt wird, sondern ein Rettungsanker eines sich bereits aktuell im Scheitern befindlichen Fonds. Bezahlt werden soll diese vage Hoffnung auf Konsolidierung allein vom Anleger, während die Emittenten noch an der Nachtragsfinanzierung verdienen wollen.

Die Betreibergesellschaft soll gegen eine von den Banken favorisierte Gesellschaft ausgetauscht werden. Diese hat die Notlage des Fonds erkannt und ist deutlich teurer, vor allem ab dem siebenten Betriebsjahr der Plattform. „Es steht die Frage im Raum, weshalb nicht von Beginn an eine Gesellschaft gewählt wurde, die auch den finanzierenden Banken passt“, so Weissenborn. „Weitere kritische Fragen sind hier, warum die Anleger erst jetzt informiert wurden, obwohl die Verhandlungen schon lange andauern. Sollen etwa kritische Fragen nach den Verantwortlichen, auch bei HCI und MPC, im Zeitdruck vermieden werden? Weshalb wurden die Anleger nicht rechtzeitig von der Schlamperei bei den Projektunterlagen und Bauzeichnungen informiert? Wieso wurde auf ein funktionierendes Controlling verzichtet?“

Die Fondsgeschäftsführung will, mit der Stimme der Anleger, das hohe Risiko der Anlage, welches den Anlegern bislang immer verschwiegen wurde, weiterhin allein diesen aufbürden. Ausschüttungen werden reduziert, Kredite des Fonds erhöht – die Verwaltungskosten, unter anderem diejenigen Beträge, die die Initiatoren und Vertriebe erhalten, bleiben jedoch unverändert. Die Initiatoren, HCI und MPC, streichen einschließlich ihrer Tochtergesellschaften unverändert mehr als 53 Millionen US-Dollar ein. Die Anleger, die dieses Dilemma nicht verursacht haben, sollen jetzt dafür geradestehen. Diejenigen jedoch, die verantwortlich sind, werden nicht zur Kasse gebeten. Bereits jetzt sollen die Anleger auf ein Drittel ihres Geldes verzichten, während alle anderen, die an dem Fonds bisher nur verdient haben, dies auch weiterhin so tun dürfen.

„Wir fordern von MPC und HCI, uns Rede und Antwort zu stehen“, so Weissenborn, der auch einige Mandanten bei der Gesellschafterversammlung vertreten wird. „Wir sehen der Versammlung jedenfalls mit Spannung entgegen.“

Weitere Informationen unter www.kwag-recht.de

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