(openPR) PETEK Business Breakfast in Essen, 26.11.2010
Essen, 29.11.2010 – Die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) lud vergangenen Freitag das PETEK Netzwerk für Unternehmerinnen mit Zuwanderungsgeschichte zum Business Frühstück ein. Mehrere Mitarbeiter standen den Unternehmerinnen Rede und Antwort, waren Ansprechpartner oder stellten ihr Netzwerk für die spezifischen Anliegen zur Verfügung. Den Vortrag hielt Klaus Kipper-Doktor, zuständig für Sonderprojekte und Internationale Beziehungen der EWG.
„Was macht eigentlich die Wirtschaftsförderung einer Großstadt? Was habe ich als Unternehmerin davon?“ – das war der Titel des Business Frühstücks in Essen. Im Anschluss an seinen Vortrag, fasst Klaus Kipper-Doktor die Antwort zur Eingangsfrage der Veranstaltung zusammen: „Eine wesentliche Möglichkeit für eine Kooperation ist natürlich, dass wir hier so ein Netzwerk begrüßen dürfen. Das heißt, man muss sich kennenlernen und jede einzelne muss für sich identifizieren, ob sie auch Themen hat, mit der er mit der Wirtschaftsförderung oder auch untereinander kooperieren kann. Das ist uns ein wichtiges Ziel. Oder aber auch, ob sie als einzelnes Unternehmen eine Fragestellung hat oder ein Problem bei der Entwicklung seines Unternehmens.“ Und von diesen Fragestellungen gab es eine ganze Menge. Die Unternehmerinnen aus dem Netzwerk PETEK hatten viele branchenbezogene, aber auch Fragen in Bezug auf Erwerb und Anmietung von Geschäftsimmobilien, bei der die Essener Wirtschaftsförderung direkter Ansprechpartner ist. Klaus Kipper-Doktor stand nicht nur Rede und Antwort, sondern vermittelte kompetente Ansprechpartner aus dem Raum Rhein-Ruhr.
Als Ballungsgebiet verfügt die Metropole Ruhr über eine große Wirtschaftskraft und kommt nach London und Paris auf Platz Drei in Europa. Auch aufgrund ihrer Größe mit weit über fünf Millionen Menschen ist ihr Wirtschaftspotenzial beachtlich. Kipper-Doktor ergänzt: „Aber eben nicht nur von der Größe her, sondern auch, wenn man den unternehmerischen Besatz betrachtet, sieht man, dass hier viele Hauptverwaltungen ihren Sitz haben, die wiederum sehr international sind. In Essen – das wissen die Wenigsten – sind alleine neun der hundert größten Unternehmen in Deutschland beheimatet. Das ist natürlich eine ganz besondere Stärke des Ruhrgebiets.“
Neben Wirtschafts- und Strukturdaten gab der Vortrag auch einen Einblick in die Historie des Ruhrgebiets. Vor hundert Jahren war das Gebiet um die Ruhr eine niedliche ländliche Gegend und aufgrund der fehlenden Kanalisation auch als „schwarzes stinkendes Etwas“ bezeichnet. Durch diese Not wurde viel in die Technologie zur Wasserversorgung investiert. Heute ist diese Technologie auch ausserhalb von Rhein-Ruhr ein Exportschlager im internationalen Wettbewerb.
Mit dem internationalen Markt beschäftigt sich auch Unternehmerin und Diplom-Ingenieurin Xuequen Friedemann-Chen. Sie ist Vermittlerin, Übersetzerin und interkultureller Coach, wenn es um Kooperationen mit chinesischen Unternehmen und Investoren im Ruhrgebiet geht. Das Ein-Frau-Unternehmen Chen-Trans begleitet Wirtschafts-Delegationen aus China und ist im Moment ausgebucht mit Aufträgen von deutschen Unternehmen, die mit chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten. Für sie war die Veranstaltung informativ erzählt Xuequen Friedemann-Chen: „Für mich ist wichtig, ob eine Veranstaltung mich inhaltlich anspricht. Ich habe von PE-TEK am Unternehmerinnentag erfahren. Leider habe ich im Moment wenig Zeit, trotzdem werde an der nächsten Veranstaltung am 9. Dezember werde auf jeden Fall teilnehmen.“ Friedemann-Chen nimmt das erste Mal an einer PETEK Veranstaltung teil. Ihr Eindruck ist positiv. Die chinesische Unternehmerin sieht viele Vorteile in einem Netzwerk, wie PETEK, welches sich an Unternehmerinnen und Führungskräfte mit Zuwanderungsgeschichte richtet.
Nach dem Vortrag gibt es wie immer die Möglichkeit der persönlichen Gesprächs bei einem Snack. Zugleich ist das lockere Miteinander auch immer eine Möglichkeit eine Bilanz über die Veranstaltung zu ziehen. Geschäftsführerin des Essener Instituts MotiMed Mari Estévez Rodríguez betont ebenfalls die Vorteile eines solchen Netzwerks wie PETEK. Neben der Wichtigkeit von Netzwerken, gerade für Frauen, stellt Estévez Rodríguez einen weiteren Punkt klar: „Migrantin ist ein Wort, das mir persönlich nicht sehr gefällt. Ich bin der Meinung, ich bin hier aufgewachsen und bin mit meiner Geschichte, mit meinen Erfahrungen und mit meinen Ahnen, die aus Spanien hierhin gekommen sind, ein positiver Teil dieser Gesellschaft. Ich möchte nicht auf das ‚Migrantin-Sein’ reduziert werden, denn ich bin viel mehr als das, aber ich finde es gut mich mit Frauen auszutauschen, die eine ähnliche Geschichte und ähnliche Erfahrungen gemacht haben, denn es ist so, dass wir Frauen mit Zuwanderungsgeschichte andere Hürden nehmen müssen als Frauen, die Müller, Schmidt oder sonst wie heißen, denn unser Name ist schon die erste Hürde.“
PETEK Vorsitzende Birnur Öztürk findet sich und viele Unternehmerinnen in dieser Aussage wieder und ergänzt: „Wir möchten mit dem Netzwerk keine neue Identität schaffen. Wir sind eine Interessengemeinschaft, die Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in ihrem Vorhaben ein Unternehmen zu gründen stärkt und wir bieten eine Plattform für den Erfahrungsaustausch. Gleichzeitig möchten wir diese erfolgreichen Biografien in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Die Resonanz zeigt, das ist uns heute gelungen.“
Aufgrund des großen Erfolgs sind weitere monatliche Termine in NRW geplant. Die nächste PETEK - Veranstaltung ist eine Business Wissensseminar zum Thema „Business Networking – Netzwerke erfolgreich nutzen“ und findet am 9. Dezember in Essen statt.
Gefördert werden die PETEK-Veranstaltungen vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.
Mehr Informationen über PETEK unter www.petekweb.de










