(openPR) Ein Computerproblem beim Landesamt für Besoldung und Versorgung hat dafür gesorgt, dass über tausend Anwärter im Landesdienst keine Bezüge für ihre Arbeit erhielten. Doch das war noch nicht alles: für manche gab es auch beim Arztbesuch eine böse Überraschung.
Wie jedes Jahr haben am 1. September wieder einmal viele junge Menschen ihre Ausbildung als Anwärter beim Land Nordrhein-Westfalen begonnen. Weit mehr als tausend von ihnen warteten zu Monatsbeginn jedoch vergeblich auf ihre Anwärterbezüge. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern, die in der Regel Ende des Monats ihr Gehalt bekommen, erhalten Beamte und Anwärter Anfang des Monats ihr Geld. Auf dem Kontoauszug der neuen Anwärter herrschte jedoch gähnende Leere – im günstigsten Fall. Im schlimmsten war das Konto bereits in den roten Zahlen, denn schließlich werden zu Monatsbeginn meist einige Rechnungen fällig.
Grund für die Panne war ein Computerproblem beim Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV). Dort war kurzfristig eine neue Software aufgespielt worden. Das hatte dazu geführt, dass ein Großteil der neuen Anwärterinnen und Anwärter nicht mehr rechtzeitig ins System aufgenommen werden konnten. Und wer nicht im System ist, hat keine Personalnummer und bekommt auch kein Geld. Junge Leute, die gerade ihre Ausbildung begonnen haben, trifft dies besonders hart, denn die meisten von ihnen haben keine großen finanziellen Rücklagen. Wer dann seine Miete plötzlich nicht mehr bezahlen kann, der muss sich das Geld leihen: bei Freunden, Familienangehörigen – oder bei der Bank.
Doch bei den jungen Kolleginnen und Kollegen ging es um weit mehr als „nur“ die Monatsbezüge: ohne Personalnummer bekommt man beim Arztbesuch große Schwierigkeiten. Werden hier Kosten fällig, muss man die zunächst aus eigenen Tasche zahlen, denn ohne Personalnummer kann man die Arzt- und Medikamentenrechnungen nicht mit der Beihilfestelle abrechnen. Wer da wegen einer dringenden Untersuchung oder Behandlung zum Arzt muss, dem flattert anschließende eine saftige Rechnung ins Haus.
„Wer eine neue Software einführt, muss wissen, welcher Arbeitsaufwand und welche Risiken damit verbunden sind,“ macht der Vorsitzender der dbb jugend nrw, Markus Schallenberg, deutlich. „Allen Verantwortlichen war bekannt, dass die neuen Anwärter am 1. September ihren Dienst aufnehmen. Hier ist völlig unverantwortlich gehandelt worden. Wieder einmal wird deutlich, dass Azubis und Anwärter bei der Leiterin des LBV Frau Direktorin Jutta Schuck offensichtlich keinen hohen Stellenwert haben.“
Bereits im Sommer zeigte sich das Landesamt für Besoldung und Versorgung nicht gerade von seiner besten Seite als es die eigenen fertig ausgebildeten Azubis nicht übernehmen und stattdessen externe Kräfte einstellen wollte. Die dbb jugend nrw konnte dies mit einer Protestaktion und einem Gespräch in der Staatskanzlei seinerzeit glücklicherweise verhindern: die Auszubildenden wurden letztendlich übernommen – wenn auch nur mit Zeitverträgen.



















