(openPR) In vielen kommunalen Jobcentren fehlt es angesichts der Arbeitslosenzahlen an Mitarbeitern. Gravierende Engpässe gibt es auch bei der Lebensmittelkontrolle ebenso wie im Technik- und Ingenieursdienst der Ämter und Behörden. „Und trotzdem landen Auszubildende und Anwärter auf der Straße statt im Job“, erklärt der Vorsitzende der dbb jugend nrw, Markus Schallenberg.
Die Situation im Öffentlichen Dienst ist verheerend. Seit der Wiedervereinigung wurde jeder dritte Job im Öffentlichen Dienst gestrichen, so belegen es Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Für die Beschäftigten heißt das seit Jahren diese fehlenden Kollegen zu ersetzen. Hinzu kommt, dass bereits jetzt schon die Zahl der Auszubildenden und Anwärter, die fertig werden, nicht ausreicht, um die herannahende Pensionierungswelle ab 2012 aufzufangen. „Selbst bei größter Anstrengung kann der Bedarf, der sich dann zusätzlich auftut, nicht mehr rechtzeitig durch Ausbildung gedeckt werden. Darum fordern wir die Übernahme aller Auszubildenden und Anwärter“, erläutert Schallenberg das Dilemma. Der Öffentliche Dienst werde in den nächsten zehn Jahren allein 20 Prozent seiner Beschäftigten durch den Eintritt in den Ruhestand verlieren.
In Oberhausen wurden 75 Ausbildungsplätze nicht besetzt, weil die kommunalen Aufsichtsbehörden es aufgrund der Haushaltslage der Stadt verboten haben. Schwer im Magen liegt da die Ansicht der Arbeitgeberseite, man dürfe bei den Tarifforderungen die Augen nicht verschließen vor der finanziellen Situation vieler Kommunen. „Umgekehrt sieht es so aus, dass finanziell desolate Kommunen alle Tarifbeschäftigten entlassen müssten, um den Haushalt auszugleichen“, sagt der Vorsitzende der dbb jugend nrw dazu. Dann könnte man die Pflichtaufgaben der Städte und Kommunen zwar wieder wahrnehmen, hat aber keinen mehr, der es erledigen könnte.
Zudem sei nicht nur die Lage der Kommunen schlecht. Auch die finanzielle Situation einer Berufsanfängerin im Öffentlichen Dienst sei schlecht, wenn sie nach dreijähriger Ausbildung mit Glück übernommen würde, dann aber lediglich zu einem Gehalt, das einer ungelernten Kraft entspricht. Sarah Tegethoff hat das gerade nach einer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Bochum erleben müssen. Für wöchentlich 30 Stunden Arbeit hat man der 21-Jährigen monatlich netto 864 Euro Gehalt angeboten.
„Das ist kein Einzelschicksal. So ergeht es vielen jungen Leuten nach ihrer Ausbildung im Öffentlichen Dienst. Da fragt auch keine Arbeitgeberseite wie sich die finanzielle Schieflage von Sarah Tegethoff denn ändern soll. Da zeigen sich die Kommunen nicht einsichtig“, so bringt es Markus Schallenberg für die Mitglieder der dbb jugend nrw auf den Punkt. Schleierhaft sei für ihn, warum da von den Gewerkschaften Verständnis erwartet werde für die Haushaltssituation der Kommunen. „Wir haben diese nicht verschuldet und im Gegenteil schon seit Jahren dazu beigetragen, dass sich diese verbessert!“
Zudem spreche sich die dbb jugend nrw dagegen aus, Beamte und Angestellte über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus weiter zu beschäftigen. „In Zeiten, in denen junge Menschen nach der Ausbildung nicht übernommen werden, kann es nicht sein, dass Menschen mit gesicherten Renten- und Pensionsansprüchen Stellen blockieren“, betont Schallenberg. Für die Jugend gebe es dann nur noch die Arbeitslosigkeit.












