(openPR) Ausländische Investoren: VdW Bayern erwartet steigende Mieten und Engpässe für unteres Einkommens-Drittel in bayerischen Städten
München – Mit Blick auf die Aktivitäten internationaler Finanzinvestoren warnt der VdW Bayern vor einem Ausverkauf preisgünstiger Mietwohnungsbestände. „Internationale Fondsgesellschaften haben bereits hunderttausende ehemaliger Sozialwohnungen gekauft“, mahnt Heinz-Werner Götz, Verbands-Chef des VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen), anlässlich des 89. Verbandstages in Bayreuth.
Etwa 350.000 Wohnungen wurden 2004 deutschlandweit in größeren Paketen an US-Investoren veräußert. So kaufte die US-Beteiligungsgesellschaft Fortress die Mehrheitsbeteiligung an der Gagfah sowie den kompletten Wohnungsbestand der ThyssenKrupp AG. US-Investor Cerberus schlug bei der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft in Berlin zu. „Weitere Zukäufe werden folgen“, ist sich Götz sicher.
Kommunale Wohnungsunternehmen im Visier
Zahlreichen Medienberichten zufolge stünden auch Bestände kommunaler Wohnungsgesellschaften auf den Listen der Einkäufer ganz oben. „Exakt diese Wohnungen stellen aber das wirtschafts- und sozialpolitische Instrument der Kommunen dar, Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbare Wohnungen anbieten zu können“, betont Götz.
Deshalb habe sich Münchens OB Christian Ude deutlich gegen den Verkauf kommunaler Wohnungsunternehmen ausgesprochen. Auch der Regensburger OB und Präsident des Bayerischen Städtetages, Hans Schaidinger, sehe bei Privatisierungen öffentlicher Einrichtungen vorrangig ein „Rosinenpicken“.
Preisgünstiger Wohnraum macht Standort attraktiv
„Wohnraum muss gerade auch für Menschen in geringer bezahlten Dienstleistungsberufen bezahlbar bleiben“, fordert Götz. Nur, wenn auch die Mitarbeiterin an der Theaterkasse oder der U-Bahnfahrer eine Wohnung in der Stadt bezahlen könnten, bleibe der Wirtschaftsstandort für alle attraktiv.
Im Jahr 2003 zog es etwa 34.000 Menschen aus anderen Bundesländern in die wirtschaftlich starken Standorte wie München, Ingolstadt oder Regensburg. In aller Regel ende die Suche nach Wohnraum in einer Mietwohnung. Mit der Folge, dass die Mieten kräftig anziehen, befürchtet Götz. Bis 2015 erwartet die Stadt München ein weiteres Plus von 39.000 Einwohnern, im Umland sollen bis zu 120.000 Menschen hinzukommen.
70.000 Wohnungen fallen bis 2010 aus der Sozialbindung
Verstärkt werde die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum noch durch eine wachsende Anzahl Senioren, die es von der grünen Wiese zurück in die Stadt ziehe. Ihre Mobilität nehme ab, die Ansprüche an das Wohnumfeld zu. Dabei führe die demografische Entwicklung in der Breite auch zu sinkenden Altersbezügen.
Gleichzeitig schrumpfe der Bestand an Sozialwohnungen kontinuierlich. In den vergangenen zehn Jahren sank die Anzahl bayernweit um 100.000 auf jetzt 250.000. Tendenz weiter fallend. Bis zum Jahr 2010 werde nochmals bei 70.000 Wohnungen die Mietpreisbindung auslaufen.
Preisgünstiger Wohnraum werde dauerhaft aber nur von Vermietern angeboten, die keine hohen Kapitalrenditen erzielen wollten oder müssten, so Götz. Das seien hauptsächlich sozial orientierte Vermieter wie kommunale und kirchliche Wohnungsunternehmen oder Wohnungsgenossenschaften – keinesfalls jedoch internationale Finanz-Fonds mit zweistelligen Renditevorgaben oder Immobilien-Aktiengesellschaften.
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Im VdW Bayern sind knapp 500 bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 336 Wohnungsgenossenschaften und 86 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen bewirtschaften rund 570.000 Wohnungen, in denen ein Fünftel aller bayerischen Mieter wohnen.
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