(openPR) Hamburg, 30.08.2010. – Universitäten und Institute tun viel, um sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit möglichst hautnah vorzustellen. Wichtige Themen nachhaltig in den Medien zu platzieren, sollte nach Auffassung der Andreas Günther Kommunika-tionsberatung jedoch nicht vergessen werden.
Berührungsängste vor dem Treiben von Wissenschaftlern sind der Öffentlichkeit durch vielfältige Aktivitäten gründlich genommen worden. Für den auf Wissenschafts-Kommunikation und Wissenschafts-PR spezialisierten Hamburger Berater Andreas Gün-ther, 41, kommt es jetzt auch wieder auf Positionierung durch eine schlüssige „Medien-Agenda“ an. „Universitäten und Institute leisten eine hervorragende Arbeit, wenn sie an Tagen und längst ja auch in ‚Nächten der Wissenschaft’ Faszination für exotisch anmuten-de Forschungsbereiche wecken und durch Angebote speziell für Kinder für Nachwuchs in der eigenen Zunft sorgen“, so Günther. „Zugleich muss aber auch eine Positionierung über bestimmte Themen und Inhalte stattfinden“.
Zu vermeiden ist Andreas Günther zufolge das klassische pädagogische Dilemma zwi-schen „Engagement“ und „Positionierung“. Es werde viel getan, ohne dass doch immer ersichtlich wäre, wofür der jeweilige Akteur eigentlich stehe. Günther vergleicht dies mit dem schulischen Bereich. „Sich zu engagieren, ist für Lehrer wichtig und unerlässlich“, so Günther, „aber sie müssen eben erfolgreich kommunizieren, was von ihnen zu erwarten ist und was sie von ihren Schülern erwarten.“ Die Herausforderung für Wissenschaft und For-schung sei ähnlich – nur größer und komplexer. Günther: „Während Lehrer Ansprüche an die Schüler formulieren dürfen, können Rektoren oder Institutsleiter dies gegenüber der Öffentlichkeit natürlich nicht.“ Für Andreas Günther besteht die Aufgabe in Folgendem: „Die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für unabhängige Wissenschaft und Forschung sollte sich Strategien überlegen, dem Publikum über spezifische Themen und Inhalte neuartige Erwartungshaltungen schmackhaft zu machen.“
Die Gelegenheit sieht Günther durch die Krise der ‚großen Erzählungen’ von `Wachstum´ und `Wohlstand´ gegeben, die es ermögliche, alternative Erzählungen parallel laufen zu lassen, die neue Sinnangebote machen. Bisher, erklärt Günther mit Blick auf eine kürzlich veröffentlichte Allensbach-Umfrage, werde Forschung vor allem als Vehikel für die mate-rielle Verbesserung der Lebensumstände gesehen. „Sollte sich aber das globale Wachs-tumspotential als beschränkt erweisen, wie inzwischen auch keineswegs kapitalismuskriti-sche Wirtschaftswissenschaftler meinen, wird ein Bedürfnis nach neuen Sinnmusterange-boten entstehen“, so Günther. „Wissenschaft und Forschung sind bestens geeignet, durch ihre Arbeit die Gesellschaft an neue Werte – ethische, soziale, ökologische – heranzufüh-ren.“










