(openPR) Hamburg, 19.08.2010. – Die Ergebnisse des Experiments oder der Langzeitstudie sind exakt protokolliert – aber wen interessiert´s? Wissenschaft muss möglichst viele Menschen etwas angehen, wenn sie erfolgreich kommuniziert werden soll, meint die Andreas Günther Kommunikationsberatung.
Viel zu oft wird nach Einschätzung des auf Wissenschafts-Kommunikation und Wissenschafts-PR spezialisierten Beraters Andreas Günther, 41, das öffentlichkeitswirksame Potential von Themen und Forschungsbereichen geradezu verschenkt. Weil die Exaktheit der Ergebnisse mehr zähle als die Ausrichtung auf die Adressaten. Dabei ist Günther überzeugt, dass „Menschen immer zunächst einmal etwas über Menschen erfahren wollen – einschließlich sie selber“. Das sei auch der Grund dafür, dass in den Medien Untersuchungen aus dem Bereich der Verhaltensforschung fast besser florierten als klassische Medizinthemen. Ganz „nah am Menschen“ sei jene eben. „Solche Untersuchungen sind Fenster und Spiegel zugleich“, erläutert Andreas Günther. „Sie eröffnen uns Einblicke in unsere Mitmenschen, die uns amüsieren oder auch schaudern lassen, und geben Auskunft über uns selbst.“
Für Andreas Günther ist aber potentiell jede Wissenschaft in der Lage, einen lebensweltlichen Bezug herzustellen, der das Publikum fesselt. Dazu bedürfe es eines spezifischen rhetorischen Bestecks: „Ähnlichkeit und Kontiguität sind hier die Zauberbegriffe.“ Beispielsweise könne der Mensch kaum absehen von sich. „Auch im Tierreich entdeckt er immer sich selbst“, so Günther, „was eine riesige Fabel-Literatur in wohl allen Kulturen erzeugt hat.“ Wer über das Verhalten von Zebras oder die Organisation von Ameisenstaaten berichte, müsse immer auch den menschlichen Faktor im Blick haben. Ein anderes Bindeglied sei die Berührung durch räumliche Nähe. Wenn der Erfolg einer Mannschaft bei einer Eishockey-WM vielleicht auf die nanotechnologisch behandelten Schläger zurückzuführen ist, sei das eine prima Gelegenheit, um die Wissenschaft von den kleinsten Teilchen anschaulich darzustellen.
Bei sehr schwierigen Themen empfiehlt Andreas Günther, die Identifikation mit dem Forscher zu fördern. Denn in jedem Menschen stecke auch der Wunsch, Entdecker zu sein. „Der Wissenschaftler muss dabei keineswegs allwissend erscheinen“, schränkt Günther ein. „Es ist viel faszinierender, wenn auch er sich als Suchender und manchmal Zweifelnder zeigen kann.“ Der Wissenschaftler besetzt für Günther die Rolle eines „Gatekeepers“ oder „Torhüters“. Dieser steht in einer privilegierten Beziehung zum Unbekannten, aber prinzipiell Erkennbaren. „Was gibt es Spannenderes, als ihn oder sie auf diesem Weg ins Unbekannte zu begleiten?“ fragt Andreas Günther.













