(openPR) Frühere Generationen haben bei der Frage der Sicherheit zuerst an die Bevorratung mit Lebensmitteln oder die sichere Lagerung wertvoller Gegenstände gedacht. Heutige Regierungen tun dies mit der Vorratsdatenspeicherung. Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe wurde diese Methode, die zu absoluter Transparenz führt, erst einmal gestoppt.
Man versteht das Problem des heutigen Sicherheitswahns und der fatalen Folgen für Freiheit und Demokratie besser, wenn man Transparenz im Zusammenhang mit ihrem polaren Begriff der Verborgenheit begreift. Beide müssen stets um Ausgewogenheit ringen, die Transparenz darf die Verborgenheit nicht überrumpeln wollen.
Transparenz entsteht durch eine zunehmende Differenzierung, Verborgenheit lebt von den Kräften der Einheit. In den letzten Jahrzehnten ist mit Hilfe der digitalen Technik eine regelrechte Differenzierungsmanie entstanden. Die von der Verborgenheit losgelöste Differenzierung entwickelte sich in Form einer suchartigen Spirale: Immer mehr Differenz erzeugt immer mehr Angst. Angst wiederum erzeugt ein Bedürfnis nach Sicherheit, die dann nach mehr Differenz verlangt.
In der Debatte um den Datenschutz erkennen wir eine mit der Ohnmacht verbundene Sicherheitsfalle. In der griechischen Schuldenkrise sehen wir das Gegenteil. Zu viel Verborgenheit und zu wenig Transparenz führen auch zum Unheil. Es ist also die Aufgabe der Politik, für die Gesellschaft das richtige Gleichgewicht zu finden.
Zur Information:
Pal Dragos: Die Struktur des globalen Kapitalismus, Bd.1 und 2, Norderstedt, 2006
Pal Dragos: Kapital in der Staatsfalle - Deflation und Inflation, Norderstedt, 2009
www.wachstumstrend.de
Leseproben: www.pal-dragos.de








