openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Botswana: Buschleuten wurde Wahlrecht verweigert

17.02.201012:48 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Botswana: Buschleuten wurde Wahlrecht verweigert
Mitglied der Buschleute, Botswana. © Survival
Mitglied der Buschleute, Botswana. © Survival

(openPR) Mehr als 400 Buschleuten ist die Teilnahme an den Parlamentswahlen 2009 in Botswana verweigert worden. Fünf Gemeinden der Buschleute, die sich in der Central Kalahari Game Reserve befinden, wurden im Wahlregister einfach nicht berücksichtigt.


In einem Gespräch mit der botswanischen Zeitung „Mmegi“ sagte Roy Sesana, Sprecher der Buschleute: „Menschen lebten in diesen Siedlungen während der Wahlen. Sie wählten nicht, während der Rest des Volkes zur Wahl ging.“ Der für den Bezirk zuständige Kommissar bestätigte die Enthüllungen. Es handelt sich um den jüngsten Angriff auf die Rechte der Buschleute in einer ganzen Serie.

Botswanas Präsident Ian Khama, der nach den Wahlen im vergangenen Jahr als vierter Präsident des Landes vereidigt wurde, hat fortlaufend eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes von Botswana aus dem Jahr 2006 missachtet. Diese besagt, dass die Buschleute das Recht haben, auf ihrem Land in dem Schutzgebiet der Central Kalahari Game Reserve zu leben. Khamas Regierung verweigert den Buschleuten den Zugang zu einem Bohrloch, auf dessen Wasser sie angewiesen sind. Gleichzeitig werden neue Löcher für Wildtiere gebohrt und eine Safari-Lodge mit Swimming Pool eröffnet.

Khama hat außerdem die Lebensweise der Buschleute als eine „archaische Fantasie“ bezeichnet und eine Südafrikanerin wurde jüngst für die Bemerkung verhaftet, der Präsident sehe „wie ein Buschmann“ aus.

Der letzte Menschenrechts-Bericht des US-Außenministeriums aus dem Jahr 2008 bestätigte die politische Ausgrenzung der Buschleute in Botswana. In dem Bericht hieß es, es fehle ihnen an einer „angemessenen politischen Vertretung“ und sie seien sich „ihrer Bürgerrechte nicht vollständig bewusst“. Außerdem wurde Botswanas Regierung dafür kritisiert, das Urteil des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 2006 „eng auszulegen.“

Die Enthüllungen wurden vor kurzem bekannt, nachdem Roy Sesana der Zeitung „Mmegi“ sagte, dass Verhandlungsversuche mit der Regierung gescheitert seien, da eine Gruppe von Vertretern der Buschleute nicht unterstützt wurde. Die Buschleute haben nun Rechtsmittel gegen die Regierung eingelegt, um Zugang zu ihrem Wasserloch zu erhalten.

Survival International-Direktor Stephen Corry sagte: „Es ist keine Überraschung, dass Botswanas Regierung die Buschleute von der Wahl ausgeschlossen hat; seit Jahren werden sie wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Warum sollte die Regierung den Buschleuten das Wahlrecht geben, wenn sie ihnen sogar das Wasser verweigert?“



Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survival-international.de/nachrichten/5346

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 398870
 839

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Botswana: Buschleuten wurde Wahlrecht verweigert“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Survival International Deutschland e.V.

Bild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen ÖlkonzernBild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene aus dem Amazonas-Regenwald in Peru und Brasilien haben sich zusammengetan, um ein kanadisches Öl-Unternehmen davon abzuhalten, ihr Land zu zerstören und das Leben unkontaktierter Völker zu bedrohen. Hunderte Matsés-Indianer haben sich letzten Samstag an der Grenze zwischen Peru und Brasilien versammelt und ihre Regierungen aufgefordert, Erkundungen zu stoppen, da die Bauarbeiten ihre Heimat im Wald zerstören würden. Der Ölkonzern Pacific Rubiales, mit Hauptsitz in Kanada, hat bereits begonnen, in Perus “Block 135” nach Öl zu suchen…
Bild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppenBild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Das Oberste Gericht Indiens soll gegen die Aufrechterhaltung eines “provisorischen Beschlusses” vom Januar entschieden haben, mit dem es “Menschensafaris” auf den Andamanen-Inseln untersagt hatte. Dies ist ein tragischer Rückschlag für die Kampagne gegen die kontroversen Touristentouren durch das Gebiet der indigenen Jarawa. Der Beschluss vom Januar hatte die Anzahl von Fahrzeugen, die durch das Schutzgebiet der Jarawa fahren, um zwei Drittel reduziert. Zuvor waren täglich Hunderte Touristen entlang der illegalen Andaman Trunk Road unterwegs…

Das könnte Sie auch interessieren:

BOTSWANA: FOLTER VON BUSCHLEUTEN - SCHOCKIERENDE EINZELHEITEN
BOTSWANA: FOLTER VON BUSCHLEUTEN - SCHOCKIERENDE EINZELHEITEN
Im Fall der gefolterten und geschlagenen Gruppe von Buschleuten im Kaudwane Umsiedlungslager in Botswana sind neue schockierende Einzelheiten bekannt geworden. Ende September wurden fünfzehn Männer wegen Jagens festgenommen und mindestens zehn von ihnen gefoltert. Mit diesen Vorfällen ist die Gesamtzahl der wegen Jagens verhafteten Buschleute in diesem …
Bild: Prominente unterstützen Boykott gegen Botswanas DiamantenBild: Prominente unterstützen Boykott gegen Botswanas Diamanten
Prominente unterstützen Boykott gegen Botswanas Diamanten
Survival International ruft morgen zu einem Boykott von Diamanten aus Botswana auf, um gegen den Umgang der Regierung mit den Gana und Gwi Buschleuten zu protestieren. Die Menschenrechtsorganisation für indigene Völker hat auch zum Boykott gegen Tourismus in Botswana aufgerufen. Der Diamantenboykott wird morgen mit einem Protest und einer Briefabgabe …
Botswana - Präsident erklärt die Lebensweise der Buschleute zu einer „archaischen Fantasie“
Botswana - Präsident erklärt die Lebensweise der Buschleute zu einer „archaischen Fantasie“
Zwei Jahre liegt der historischen Gerichtssieg zurück: Das Urteil sprach den Buschleuten der Kalahari das Recht zu, auf ihrem Land zu leben und zu jagen. Nun hat Botswanas Präsident Ian Khama den Buschleuten gesagt, ihre jagende Lebensweise sei eine „archaische Fantasie“. Der Oberste Gerichtshof von Botswana bestätigte am 13. Dezember 2006, dass die …
Botswana - Sechs Kalahari Buschleute wegen Jagens festgenommen
Botswana - Sechs Kalahari Buschleute wegen Jagens festgenommen
… in Umsiedlungslagern festgehalten, die sie „Orte des Todes“ nennen. Die Regierung hat größtenteils den Beschluss des Obersten Gerichtshofes ignoriert und verwehrt den Buschleuten weiterhin den Zugang zu Wasser und verweigert ihnen Jagdlizenzen auszustellen. Survivals Direktor, Stephen Corry, sagte heute: „Sechs Buschleute wegen Jagens einzusperren ist …
Buschleute ziehen wieder vor Gericht?
Buschleute ziehen wieder vor Gericht?
Eine Gruppe von Buschleuten in Botswana hat heute angekündigt, sie planen innerhalb weniger Wochen wieder vor Gericht zu ziehen, wenn die Regierung sie weiterhin von der Heimkehr auf ihr Land abhalten würde. Die Gana und Gwi wurden 2002 von ihrem Land im Central Kalahari Game Reserve vertrieben, konnten aber im vergangenen Jahr einen historischen Prozess …
Bild: Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas TourismusbehördeBild: Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas Tourismusbehörde
Entrüstung über Auszeichnung für Botswanas Tourismusbehörde
… Tomorrow“ an Botswanas Tourismusbehörde vergeben und damit Empörung ausgelöst. Survival International hatte im Vorfeld die Regierung für ihren Umgang mit den indigenen Buschleuten in der Kalahari-Wüste verurteilt. Das Botswana Tourism Board ist eine Regierungsbehörde. Sie gewann den „Destination Stewardship“ Preis, mit dem „Einsatz und Erfolg in der …
Bild: „Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas RegierungBild: „Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas Regierung
„Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas Regierung
Der Weihnachtsmann überbrachte heute, am internationalen Tag der Menschenrechte, ein besonderes Geschenk von den Kalahari Buschleuten an Botswanas Hochkommissariat in London. Die Regierungsvertreter bekamen als Geschenk verpackte Wasserflaschen überreicht, mit dem Label „Thirsty Still“. Damit wollen die Buschleute internationale Aufmerksamkeit auf ihre …
Bild: Reiseunternehmen erhält Preis trotz Missachtung von MenschenrechtenBild: Reiseunternehmen erhält Preis trotz Missachtung von Menschenrechten
Reiseunternehmen erhält Preis trotz Missachtung von Menschenrechten
… ohne die indigenen Buschleute zu dem Vorhaben auf ihrem Land befragt zu haben. Teil der Anlage sind auch eine Bar und ein Swimmingpool für Gäste. Den Buschleuten selbst wird in ihrem Reservat die Nutzung eines Brunnens untersagt, auf den sie zur Wasserversorgung angewiesen sind. Auf Kritik von Survival International reagierte Wilderness Safaris mit der …
Bild: Buschleute siegen vor Gericht im Streit um WasserBild: Buschleute siegen vor Gericht im Streit um Wasser
Buschleute siegen vor Gericht im Streit um Wasser
… „erschütternde Geschichte menschlichen Leids und Verzweiflung“ beschrieben In einer wichtigen Entscheidung hat Botswanas Berufungsgericht heute ein Urteil aufgehoben, welches den Gana und Gwi „Buschleuten“ den Zugang zu Wasser auf ihrem angestammten Land versagt hatte. Die Gana und Gwi waren mit Unterstützung von Survival International gegen das Urteil des …
Bild: Tourismus in Botswana: Survival fordert BoykottBild: Tourismus in Botswana: Survival fordert Boykott
Tourismus in Botswana: Survival fordert Boykott
… gebracht. Obwohl die indigenen Buschleute ihren Anspruch auf Rückkehr in das Reservat rechtlich durchsetzen konnten, versucht die Regierung sie durch Lebensmittelverknappung zu vertreiben: Den Buschleuten wird der Zugang zu Wasser (sie dürfen ihren bisherigen Brunnen nicht länger nutzen) und Essen (sie dürfen nicht jagen) versagt. Botswanas Regierung wurde …
Sie lesen gerade: Botswana: Buschleuten wurde Wahlrecht verweigert