(openPR) Mitgliederbefragung der Fachgemeinschaft Bau: Maßnahmen lau-fen schleppend an / Mittelständische Bauwirtschaft wünscht sich mehr Transparenz und schnellere Umsetzung
Berlin, 02.12.2009. Das Konjunkturpaket II wird in Berlin und Brandenburg aus Sicht der Bauwirtschaft nur sehr schleppend umgesetzt, für die Mehrheit der mit-telständischen Baubetriebe hat sich die Auftragslage trotz Konjunkturpakets bis-lang nicht verbessert. Das geht aus einer heute veröffentlichten Mitgliederbefra-gung der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg hervor. Demnach gaben zwei Drittel der Befragten an, bislang noch nicht vom Konjunkturpaket profitiert zu haben. Die öffentliche Auftragslage stellt sich aus der Sicht von rund 43 Pro-zent der Befragten als unverändert dar, für ca. 36 Prozent hat sich die Auftrags-lage sogar verschlechtert. 21,2 Prozent der Befragten mussten im laufenden Jahr Mitarbeiter aufgrund der Wirtschaftskrise entlassen.
Immerhin 23 Prozent der Befragten gab an, erste Aufträge aus dem staatlichen Förderprogramm erhalten zu haben und umzusetzen. „In unserer letzten Befra-gung Anfang August ist dieser Prozentsatz noch deutlich geringer gewesen“, sagt Wolf Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau. „Inso-fern stimmt uns diese Entwicklung zwar vorsichtig optimistisch. Wir hätten uns aber eine schnellere Umsetzung gewünscht, um unter anderem auch mehr Ar-beitsplätze erhalten zu können.“ Nur sechs Prozent der Befragten haben bereits die erste Bezahlung für ausgeführte Aufträge aus dem Konjunkturpaket erhalten.
Kritik an Umsetzung: Betriebe wünschen sich mehr Informationen
44 Prozent der Befragten wünschen sich daher auch eine zügigere Umsetzung der Maßnahmen und eine schnellere Bezahlung. Kritisch beurteilen die Unter-nehmer zudem die Informationslage: 45 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Transparenz aus. Nur vier Prozent der Befragten zeigten sich zufrieden mit der Umsetzung des Konjunkturpakets II.
Wirtschaftliche Entwicklung: Düstere Prognose
29 Prozent der Betriebe bewerten die wirtschaftliche Situation als verbessert. Für 33,3 Prozent hat sich der Umsatz verschlechtert, immerhin rund 38 Prozent spre-chen von Stagnation. Die Prognose für das Jahr 2010 fällt jedoch düster aus: So rechnen rund 30 Prozent der Betriebe mit einer Abnahme des Umsatzes, etwa die Hälfte erwartet einen stagnierenden Umsatz. Nur 14,9 Prozent der Unternehmer blicken optimistisch in die Zukunft.
Berlin: Bereits erste Konjunkturmittel an Betriebe geflossen
In Berlin setzen rund ein Viertel der Befragten erste Maßnahmen aus dem Kon-junkturpaket II um, 9,1 Prozent der Betriebe gaben an, für umgesetzte Maßnah-men bereits bezahlt worden zu sein. Gleichwohl haben 61 Prozent der Unterneh-mer noch nicht vom Konjunkturpaket profitiert. Eine schnellere Umsetzung und Bezahlung wünschen sich 48 Prozent der Berliner, 38 Prozent kritisierten die In-formationslage zum Konjunkturpaket II. Sechs Prozent zeigten sich mit der Um-setzung des Pakets zufrieden.
Knapp die Hälfte der Befragten beurteilt die öffentliche Auftragslage als unverän-dert. 35 Prozent sprechen gar von einer Verschlechterung, und 15 Prozent der Befragten haben im laufenden Jahr bereits Mitarbeiter entlassen müssen. Nur für drei Prozent der Befragten hat sich die Auftragslage verbessert. Mit 55 Prozent erwartet mehr als die Hälfte der Berliner Betriebe einen stagnierenden Umsatz im Jahr 2010, ein Viertel geht von einer Verschlechterung aus. Nur 21,2 Prozent er-warten einen Umsatzanstieg.
Brandenburg: Nur zwei Prozent der Befragten mit Umsetzung zufrieden
Von den Brandenburger Betrieben haben 66,7 Prozent noch nicht vom Konjunk-turpaket II profitiert, erst 22,2 Prozent der Befragten setzt derzeit erste Maß-nahmen aus dem Konjunkturpaket um. Dass die Umsetzung hier etwas langsa-mer als in Berlin erfolgt, zeigt sich anhand der bereits ausgeführten Aufträge: Erst 2,8 Prozent der Unternehmer gaben an, bereits Maßnahmen umgesetzt und die Bezahlung dafür erhalten zu haben. Und auch die öffentliche Auftragslage hat sich nach Ansicht von 36,1 Prozent der befragten Unternehmer verschlechtert. 27,3 Prozent der Befragten mussten im Jahr 2009 Mitarbeiter aufgrund der wirt-schaftlichen Lage entlassen.
Die Hälfte der Befragten wünscht sich eine zügigere Umsetzung und schnellere Bezahlung. Zudem sei eine bessere Informationslage geboten: Für mehr Trans-parenz sprachen sich 32 Prozent der Betriebe aus. Nur zwei Prozent der Befrag-ten zeigten sich mit der Umsetzung des Konjunkturpakets II zufrieden.
Die Brandenburger Bauunternehmer erwarten ein eher negatives Jahr 2010: 37,5 Prozent der Betriebe rechnet im kommenden Jahr mit einer Abnahme des Umsat-zes, rund die Hälfte erwartet einen stagnierenden Umsatz. Nur 9,4 Prozent der befragten rechnen mit einem Anstieg des Umsatzes.
An der aktuellen Mitgliederbefragung der Fachgemeinschaft Bau hat sich rund ein Drittel der Mitgliedsbetriebe beteiligt. Davon haben etwas mehr als die Hälfte der Betriebe – 51,4 Prozent – ihren Sitz in Brandenburg, 48,6 Prozent der Unterneh-mer kommen aus Berlin.
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