openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Verschwundenen in Tibet: Über eintausend Personen werden vermißt

19.11.200908:47 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Die Verschwundenen in Tibet: Über eintausend Personen werden vermißt
Plakat von
Plakat von "Free Tibet", www.freetibet.org

(openPR) "Verschwindenlassen bedeutet die Festnahme, den Entzug der Freiheit, die Entführung oder jede andere Form der Freiheitsberaubung durch Bedienstete des Staates oder durch Personen oder Personengruppen, die mit Ermächtigung, Unterstützung oder Duldung des Staates handeln, gefolgt von der Weigerung, diese Freiheitsberaubung anzuerkennen, oder der Verschleierung des Schicksals oder des Verbleibs der verschwundenen Person, wodurch sie dem Schutz des Gesetzes entzogen wird“.UN-Erklärung über den Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen



Quelle: Free Tibet, www.freetibet.org

Im März und April 2008 erlebte Tibet die größten und umfassendsten Protestaktionen seit 50 Jahren. Chinas Reaktion darauf war schnell und brutal. Heute herrscht in ganz Tibet ein Klima der Furcht. Man schätzt, daß über 6.000 Tibeter in Verbindung mit den Demonstrationen festgenommen wurden. Das Schicksal von über 1.000 Personen liegt immer noch im Dunkeln. Es besteht große Sorge um ihr Wohlergeben, denn die Erfahrung zeigt, daß Personen, deren Verbleib unbekannt ist, besonders in Gefahr stehen, gefoltert und mißhandelt zu werden, denn sie befinden sich außerhalb der Reichweite des Schutzes des Gesetzes.

Die chinesische Regierung hat keine Zahlen veröffentlicht, und Berichte in den chinesischen staatlichen Medien weichen voneinander ab, was die Zahlen der Festgenommenen, Freigelassenen und Angeklagten betrifft. So berichtete China Daily am 21. Juni 2008, die Behörden hätten bis zum 9. April 2008 von den 4.434 festgenommenen „Randalierern“ 3.072 freigelassen. Einer Analyse der China-Exekutivkommission des US-Kongresses (CECC) zufolge bleibt der Status von mindestens 1.200 Tibetern weiterhin unbekannt.

Weder Free Tibet noch irgendwelche anderen Organisationen sind in der Lage, die genaue Zahl der Gefangenen zu bestimmen, da unabhängigen Medien und Menschenrechtsbeobachtern der Zugang zu Tibet hartnäckig verweigert wird. Eine permanente Atmosphäre der Furcht und die außerordentlich harte Bestrafung derjenigen, die angeklagt wurden, weil sie Informationen an Journalisten und NGOs geliefert haben sollen, führten zu einer beträchtlichen Selbstzensur.

Das Schicksal der eintausend Verschwundenen

In der Zeit März/April 2008 wurden die meisten Tibeter wegen gewaltloser Protestaktionen festgenommen. Tsering Tsomo, eine 27jährige Nonne wurde verhaftet, weil sie in der Stadt Kardze Flugblätter mit der Forderung nach der Rückkehr des Dalai Lama verteilt hatte. Die Polizei schlug sie brutal zusammen und führte sie dann ab. Der tibetische Nomade Sangey Tashi wurde festgenommen, weil er eine tibetische Flagge geschwenkt hatte. Mehrere Mönche vom Jokhang Tempel und Kloster Labrang, die mit ausländischen Journalisten offen über die fehlenden Menschenrechte in Tibet sprachen, werden immer noch vermißt.

Andere Tibeter erleiden in Gefängnissen Unsägliches, nur weil sie Flugblätter mit der Forderung nach Freiheit herstellten und verteilten, weil sie Informationen über die schreckliche Lage in Tibet nach außen sandten, oder weil sie die verbotene tibetische Flagge hochhielten, Bücher und Videofilme des Dalai Lama besaßen oder die tibetische Nationalhymne auf ihre Mobiltelefone herunterluden.

Viele werden aus undurchsichtigen Gründen festgehalten. Hier nur ein Beispiel.

Ngakchung (chin. A Qing) ist ein 38jähriger Mönch aus Serthar Larung, einer der größten Klosteranlagen in Tibet, der nun schon seit 15 Monaten verschwunden ist.

Ngakchung wurde zusammen mit zwei Verwandten, Taphun und Gudrak, am 7. Juli 2008 von einigen Polizisten in Zivil des Public Security Bureau der Provinz Sichuan festgenommen, während er sich gerade in einem Restaurant in der Stadt Chengdu aufhielt. Mehrere Personen wurden Zeugen des Vorfalls. Alle drei sind Mönche des Klosters Serthar Larung Gar.

Drei Wochen später wurden Taphun und Gudrak in Chengdu ohne Anklageerhebung wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Behörden hatten sie intensiv verhört, um herauszufinden, ob sie in die Protestaktionen vom Frühjahr 2008 verwickelt waren. Den mit ihnen festgenommenen Ngakchung haben sie in dieser Zeit kein einziges Mal gesehen.

Verwandte von Ngakchung und andere Angehörige des Klosters wandten sich, in wachsender Sorge um Ngakchungs Zustand und Verbleib, mit der Bitte um Auskunft an die Bezirks- und Präfekturverwaltungen und die Polizei auf Provinzebene. Die Auskunft wurde ihnen jedoch verweigert.

Drei Monate nach der Festnahme bestätigte die Bezirkspolizei von Serthar Ngakchungs Mutter, daß ihr Sohn inhaftiert sei. Der Grund dafür sei, daß er Informationen über die Demonstrationen vom März 2008 ans Ausland geliefert habe. Die Beamten sagten seiner Mutter, sie würden nichts über seinen Aufenthaltsort bekannt geben, solange er sich nicht zu seiner Tat bekenne.

Free Tibet hat eine Slide Show mit einigen dieser Gesichter, von denen es Bilder gibt, zusammengestellt: http://www.freetibet.org/campaigns/missing-1000.

Die meisten der über eintausend Verschwundenen bleiben namenlos und unbekannt und ohne Bilder.

Wir fordern von der chinesischen Regierung die Beantwortung folgender zwei Fragen:

- Wie viele Tibeter wurden seit den Protestaktionen vom Frühjahr 2008 in den 49 Bezirken, in denen es zu solchen kam, festgenommen?

- Was ist der gegenwärtige Aufenthaltsort und der Status aller bis zum heutigen Tag festgenommenen Tibeter?

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 372446
 826

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Die Verschwundenen in Tibet: Über eintausend Personen werden vermißt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IGFM Muenchen

Bild: Die Chinesen zwingen die tibetischen Nomaden, ihren Premierminister und den Dalai Lama zu kritisierenBild: Die Chinesen zwingen die tibetischen Nomaden, ihren Premierminister und den Dalai Lama zu kritisieren
Die Chinesen zwingen die tibetischen Nomaden, ihren Premierminister und den Dalai Lama zu kritisieren
Wie aus einer tibetischen Quelle im Exil verlautet, forderten die chinesischen Behörden von tibetischen Nomaden in Lithang (Kham), ein Dokument zu unterzeichnen, daß sie sich von ihrem geistlichen Oberhaupt, dem Dalai Lama, sowie dem tibetischen Premierminister im Exil, Lobsang Sangay, lossagen. Der aus Lithang stammende und jetzt in Südindien wohnende Atuk Tseten sagte, die chinesische Polizei habe die Nomaden im Bezirk Lithang in der TAP Kardze, Provinz Sichuan, gezwungen, das Dokument zu unterschreiben und sie bei einer Weigerung mit Sch…
Bild: Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren BrandverletzungenBild: Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren Brandverletzungen
Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren Brandverletzungen
Ein ehemaliger Mönch des Klosters Karma im Bezirk Chamdo, Präfektur Chamdo, TAR, starb am 6. Dezember im Krankenhaus an den Verletzungen, die er davongetragen hatte, als er sich aus Protest gegen die chinesische Herrschaft in Tibet selbst zu verbrennen versuchte. Der 46jährige Tenzin Phuntsok hatte sich am 1. Dezember in der Gemeinde Karma in Chamdo in Brand gesetzt. Chinesische Polizisten löschten das Feuer und lieferten ihn mit schweren Brandwunden in ein Krankenhaus ein. Aus einer Quelle aus Tibet verlautet: „Tenzin Phuntsog, der sich am…

Das könnte Sie auch interessieren:

Friedensnobelpreis bringt Hoffnung für gewaltlose politische Gefangene in Tibet/Gemeinsame Erklärung
Friedensnobelpreis bringt Hoffnung für gewaltlose politische Gefangene in Tibet/Gemeinsame Erklärung
… beraubt seien, weil sie wie Liu Xiaobo ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hätten. „Die Zahl der seit den Protesten des Frühjahrs 2008 ‚verschwundenen’ und verhafteten Tibeter ist unverändert hoch. Der Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo würdigt alle gewaltlosen politischen Gefangenen in der Volksrepublik China einschließlich Tibets“, so …
Verschleppter tibetischer Würdenträger wird volljährig
Verschleppter tibetischer Würdenträger wird volljährig
… Uhr, zusammen mit der International Campaign for Tibet Deutschland und dem Verein der Tibeter in Deutschland symbolisch eine Informationstafel über den seit 1995 verschwundenen tibetischen Panchen Lama an das Museum für Asiatische Kunst in Berlin-Dahlem, dem Veranstalter der Ausstellung "Tibet - Klöster öffnen ihre Schatzkammern". Die Tibet-Organisationen …
Bild: Seit dem Massaker von Drango sind vier tibetische Mönche immer noch verschwundenBild: Seit dem Massaker von Drango sind vier tibetische Mönche immer noch verschwunden
Seit dem Massaker von Drango sind vier tibetische Mönche immer noch verschwunden
… Zustand der Mönche heraus. Darüber hinaus wurden sie nicht vor Gericht gestellt, weshalb man sich große Sorgen um sie machen muß. Kurze Portraits der vier verschwundenen Tibeter: 1. Tulku Lobsang Tenzin Rinpoche (in den Vierzigern), gebürtig aus dem Dorf Pemagang, wurde im Kloster Gochen als eine Wiedergeburt entdeckt. Er konzipierte und organisierte …
Bild: Wo sind die verschwundenen tibetischen Mönche von Kirti - „Fortbildung in Rechtsfragen“ reine Augenwischerei?Bild: Wo sind die verschwundenen tibetischen Mönche von Kirti - „Fortbildung in Rechtsfragen“ reine Augenwischerei?
Wo sind die verschwundenen tibetischen Mönche von Kirti - „Fortbildung in Rechtsfragen“ reine Augenwischerei?
… Verschwindenlassen zu ratifizieren (5). Als gewichtiger Mitgliedstaat der Vereinten Nationen sollte die VR China die internationalen Gesetze respektieren und Rechenschaft über die verschwundenen tibetischen Mönche ablegen. Gewaltsames Verschwindenlassen ist gemäß dem Völkerrecht ein Verbrechen, und es darf nicht geduldet werden, daß es irgendwo und …
Tibeter wegen einer Beschwerde an die Behörden festgenommen
Tibeter wegen einer Beschwerde an die Behörden festgenommen
… Regierungsvorsitzenden der Autonomen Region Tibet (TAR), Pema Thinlay, mit den Worten, das Büro für Öffentliche Sicherheit (PSB) habe auf die Proteste vom 14. März hin 953 Personen festgenommen. 362 von ihnen hätten sich den Behörden freiwillig gestellt. Die Fälle von 116 weiteren Personen würden noch im Hinblick auf ihre Beteiligung an dem Aufstand …
IOC hält an Fackel durch Tibet fest, ignoriert fehlende Pressefreiheit – Protest von Tibet-Unterstützern
IOC hält an Fackel durch Tibet fest, ignoriert fehlende Pressefreiheit – Protest von Tibet-Unterstützern
… Nächtliche Hausdurchsuchungen, willkürliche Festnahmen und eine Ausweitung der „patriotischen Umerziehungskampagne“ erzeugen eine konstante Atmosphäre der Angst. Tausenden inhaftierten und „verschwundenen“ Tibetern stehen Folter und langjährige Gefängnisstrafen bevor. „Nur die freie Berichterstattung durch unabhängige Medien könnte uns das wirkliche Ausmaß …
Bild: Die „Guchusum“ Bewegung Tibets gedenkt des internationalen Tags der FolteropferBild: Die „Guchusum“ Bewegung Tibets gedenkt des internationalen Tags der Folteropfer
Die „Guchusum“ Bewegung Tibets gedenkt des internationalen Tags der Folteropfer
… lassen sie barfuß auf Eisflächen stehen, doch ihr Versuch, deren Widerstandsgeist und Entschlossenheit zu brechen, ist vergeblich. Hunderte von Toten, Tausende von Inhaftierten, Verschwundenen und Schwerverletzten waren 2008 das Resultat der friedlichen Protestaktionen gegen die grausame Repressionspolitik der chinesischen Regierung in Tibet. Auch im Jahr …
Bild: Bravourstück chinesischer Propaganda: Der Pavillon „Himmlisches Tibet“ bei der Shanghai ExpoBild: Bravourstück chinesischer Propaganda: Der Pavillon „Himmlisches Tibet“ bei der Shanghai Expo
Bravourstück chinesischer Propaganda: Der Pavillon „Himmlisches Tibet“ bei der Shanghai Expo
… Dieser Parodie einen Besuch abzustatten, kommt einer stillschweigenden Billigung der chinesischen Politik in Tibet gleich, was die willkürlichen Festnahmen, Folter, Verschwindenlassen von Personen, die patriotische Umerziehung und die Besetzung von Tibet, überhaupt alle anderen Repressalien mit einschließt. Die Realität des Lebens in Tibet, die China …
Bild: Tibetischer Schriftsteller Drokru Tsultrim in Ngaba festgenommen, Mönch begeht Selbstmord aus Angst vor FolterBild: Tibetischer Schriftsteller Drokru Tsultrim in Ngaba festgenommen, Mönch begeht Selbstmord aus Angst vor Folter
Tibetischer Schriftsteller Drokru Tsultrim in Ngaba festgenommen, Mönch begeht Selbstmord aus Angst vor Folter
… und die Arbeitsgruppe für das Verschwindenlassen von Personen, sich des Falles Drokru Tsultrim anzunehmen und nach dem Verbleib aller verschwundenen Tibeter zu forschen. Angst vor Verhaftung und Folter treiben tibetischen Mönch zum Selbstmord ------------------------------------------------------------------------ Wie am Dienstag den, auf der offiziellen …
Bild: Immer mehr Fälle von spurlos verschwundenen TibeternBild: Immer mehr Fälle von spurlos verschwundenen Tibetern
Immer mehr Fälle von spurlos verschwundenen Tibetern
… UN-Arbeitsgruppe für das Verschwindenlassen von Personen (UN Working Group on Enforced and Involuntary Disappearance/UNWGEID), sich dieser dringenden Angelegenheit anzunehmen und um der verschwundenen Tibeter willen zu intervenieren. Es fordert ebenso ein Ende des Leidens, das durch diese grausame Praxis, mittels derer die politisch Andersdenkenden und …
Sie lesen gerade: Die Verschwundenen in Tibet: Über eintausend Personen werden vermißt