(openPR) Vor nun genau drei Monaten hat der Taifun Morakot Taiwan heimgesucht. Mit dem Ziel, die Normalität im Leben der betroffenen Menschen so schnell wie möglich wieder herzustellen und ihnen Trost in ihrem Leid zu spenden, hat die Regierung offensive Maßnahmen ergriffen, um den Wiederaufbau des zerstörten Lebensraums zu beschleunigen, um den Gemeinden ihre frühere Dynamik zurückzugeben und um zu vermeiden, oder zumindest die Gefahr zu vermindern, dass ähnliche Katastrophen in der Zukunft wieder solche Schäden nach sich ziehen. Um die Wiederaufbaumaßnahmen in die richtige Richtung zu lenken, hatte der Exekutiv Yuan, die Exekutive der Regierung, am 19. August die Bildung der Kommission zum Wiederaufbau nach der Morakot-Katastrophe angekündigt. Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen zusammengestellt, die sich mit den Themen Bodenerhaltung, Infrastruktur, Wiederaufbau des Lebensraums und Neubelebung der Industrie befassen.
Morakot hat große Flutwellen und Erdrutsche ausgelöst und in Zentral- und Südtaiwan große Schäden verursacht, was die Sicherheit und den Besitz vieler Menschen in Gefahr brachte. Oberste Priorität in dieser Situation hatte die Unterbringung der Opfer in Notquartieren. Diese Aufgabe hat die Regierung bereits abgeschlossen, und sie hat den Familien der Toten, Vermissten oder Schwerverletzten bereits das gesamte Trauergeld ausbezahlt wie auch 99,26 Prozent der Katastrophenhilfe. Was die Wiederherstellung des Lebensraums angeht, hat die Behörde für Bau und Planung (CPA) Sondermaßnahmen zur Umsiedlung der Opfer, deren Wohnungen und Häuser zerstört wurden, genehmigt. Konkret wurden Fördermittel und praktische Unterstützung für die Umsiedlung bereitgestellt.
Um dauerhaften Wohnraum für die obdachlos Gewordenen zu schaffen, hat die CPA insgesamt 85 Baugelände ausgewiesen, in die die Menschen möglicherweise umgesiedelt werden können, 42 davon werden von den Umsiedlern besonders bevorzugt. Derzeit ist ein Team von Beratern damit beauftragt, Erschließungspläne für drei Baugebiete zu entwerfen, darunter die Yuemei Farm Community und Wulipu im Landkreis Kaohsiung und das Gebiet der Majia Farm im Landkreis Pintung. Premierminister Wu Den-yih drängt, dass die Bauplätze, die bereits für eine dauerhafte Bebauung ausgewiesen worden sind, auf jeden Fall noch vor den Feierlichkeiten zum chinesischen Neuen Jahr im kommenden Februar komplett erschlossen sind und der Wohnraum beziehbar sein müsse. Für die Ureinwohnergemeinden in Zentral- und Südtaiwan, die die ganze Wucht der Überschwemmungen abbekommen haben, hat der Rat für die Völker der Ureinwohner einen Plan zur Umsiedlung entworfen, der Mittel in Höhe von NT$ 2,1 Milliarden (ca. € 43,3 Millionen) vorsieht, um die Umsiedlung von 15 Gemeinden abzuschließen und 300 neue Häuser zu errichten.
Hinsichtlich der Infrastrukturprojekte implementiert das Ministerium für Transport und Kommunikation (MOTC) derzeit einen Entwurf im Wert von NT$ 29,26 (ca. € 603 Millionen), bei dem Straßen und Brücken instandgesetzt und wiederaufgebaut werden. Der Entwurf neuer Brücken wird beschleunigt, und ungefähr fünfzig alte Brücken sollen im Lauf des nächsten Jahres ersetzt werden. Das Ziel ist, die Reparaturarbeiten an allen Brücken mit Flutschäden innerhalb der nächsten zwei Jahre abzuschließen.
Für die nationale Bodenerhaltung hat der Exekutiv Yuan am 09. Oktober ein Konzept genehmigt, das diese als Priorität beim Wiederaufbau festschreibt und die Arbeiten in regionale, sektorielle und lokale Ebenen gliedern soll. Der Schwerpunkt soll auf der Rekultivierung und dem Schutz des Bodens liegen, auf der Entschärfung der Folgen des Klimawandels sowie auf dem Katastrophenrisikomanagement. Das Endziel ist, die Gemeinden so aufzubauen, dass die Menschen dort in Sicherheit leben können. Beim Entwurf dieses Konzepts hat die Regierung auch die Bedürfnisse der Gemeinden hinsichtlich Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner mitberücksichtigt, außerdem wird beim Umsiedlungsprozess Rücksicht auf die Kultur und die Lebensweise der Ureinwohner genommen, und die Wiederaufbauprojekte werden mit der Privatwirtschaft koordiniert.
Um der Landwirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, bietet der Rat für Landwirtschaft (COA) finanzielle Hilfen und Vorzugsdarlehen gemäß den Richtlinien zur Hilfe für die Landwirtschaft bei Naturkatastrophen. Außerdem sind Sondermaßnahmen in Anwendung, die die landwirtschaftlichen Unternehmen bei der Feldbestellung und der Aussaat unterstützen. Die jüngsten Statistiken zeigen, dass 50 Prozent der finanziellen Unterstützung für forstwirtschaftliche Betriebe bereits ausgezahlt worden sind, sowie 90 Prozent der Hilfen für die Landwirtschaft, die Fischereiwirtschaft und die Viehwirtschaft. Das COA kündigte auch einen Zahlungsaufschub für bereits bestehende Kredite von Landwirten an, die von früheren Naturkatastrophen betroffen waren. Landwirte, die aufgrund von Morakot zum ersten Mal gezwungen sind, einen Kredit aufzunehmen, werden diesen zu günstigen Bedingungen erhalten und auf weitere finanzielle Unterstützung Anspruch haben.
Der Wiederaufbau der Tourismusindustrie ist ein weiterer Schwerpunkt nachdem viele landschaftlich reizvolle Orte in Zentral-, Süd- und Osttaiwan von dem Taifun in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Abgesehen von der Instandsetzung der Einrichtungen in den weniger stark betroffenen Touristengegenden und der Unterstützung der Unternehmen bei der Beschaffung kurzfristiger Vorzugsdarlehen, hat das MOTC eine weltweite Kampagne gestartet, die erläutert, dass viele der wichtigsten touristischen Attraktionen in Taiwan nicht von dem Taifun betroffen waren und intakt geblieben sind.
Für das produzierende Gewerbe hat das Wirtschaftsministerium (MOEA) ein adhoc-Team zusammengestellt, das den betroffenen Unternehmen helfen soll, sich zu erholen und eine Steuerbefreiung für sie durchzusetzen soll. Außerdem bietet der Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen diesen Betrieben besondere Kredite an.
Um den Arbeitsmarkt zu beleben und arbeitslosen Katastrophenopfern zu helfen, hat der Rat für Arbeitsangelegenheiten (CLA) eine Reihe von Programmen für die besonders schwer betroffenen Gebiete entworfen: durch ein Anstellungsprogramm wurden 13940 befristete Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, in berufsbildenden Programmen erhielten bis dato 63 Personen eine Ausbildung und weitere 88 Personen besuchten ein Jobcamp für eine Ausbildung. Daneben hat der CLA sieben Jobmessen organisiert, wo sowohl für die Arbeitssuchenden als auch für die Unternehmer alles aus einer Hand angeboten wird, von der Anwerbung vor Ort, über berufliche Ausbildungsmöglichkeiten, zur Hilfe bei der Existenzgründung und der Berufsberatung.
Da der Taifun Morakot derart schlimme Verwüstungen angerichtet hat, erwarten die von der Katastrophe betroffenen Menschen, dass die Regierung entschiedene Maßnahmen ergreift, um den Verlust an Leben und Eigentum zu minimieren, sollte sich in der Zukunft eine solche Naturkatastrophe wiederholen. Zu diesem Zweck hat das MOEA am 11. Oktober eine Konferenz zum nationalen Hochwasserschutz und zur Wasserüberwachung einberufen. Jenseits der althergebrachten Methoden, sich für die Kontrolle des Wasserdurchlaufs auf den Schutz von Dämmen zu verlassen, wurden bei der Konferenz neue Ansätze ins Auge gefasst, die direkt in den Bergen, Wäldern, den Böden und Flüssen und den Meeren die Niederschlagsgebiete überwachen werden. Daneben will die Regierung im nächsten Jahr den Etat für den Hochwasserschutz auf insgesamt NT$ 80 Milliarden (ca. € 1,6 Milliarden) aufstocken. Die Flussläufe des Zengwen und des Gaoping, die durch die Überflutungen schwer beschädigt wurden, sollen nach einem Vorschlag der Behörde für Wasserwirtschaft wiederhergestellt und den Hochwasserschutzprogrammen unterworfen werden. Dafür bedarf es noch der Zustimmung des Exekutiv Yuan.
Um den Katastrophenschutz und das Rettungswesen zu verbessern, plant das Innenministerium, die Nationale Feuerschutzbehörde in eine Behörde für Katastrophenschutz und Rettungswesen auszubauen. Außerdem gibt es bereits Pläne beim Exekutiv Yuan eine ständige Behörde zur Katastrophenbekämpfung einzurichten, die auch die Überschneidung der Verantwortlichkeiten des gegenwärtigen Systems vermindern soll.








