openPR Recherche & Suche
Presseinformation

DVPW-Kongress in Kiel ab 21.9.09 - Politik im Klimawandel - Keine Macht für gerechte Lösungen?

21.09.200908:22 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Der 24. wissenschaftliche Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) findet vom 21. bis 25. September 2009 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt - und damit genau eine Woche vor der Bundestagswahl 2009.


Zwar widmet sich der Kongress selbstverständlich auch der anstehenden Wahl, doch mit seinem Motto "Politik im Klimawandel. Keine Macht für gerechte Lösungen?" geht er inhaltlich weiter. „Klimakatastrophe“ war das Wort des Jahres 2007. Al Gore und das Intergovernmental Panel on Climate Change erhielten den Friedensnobelpreis und die Diskussion um den Klimawandel beherrschte wochenlang die Schlagzeilen. Abhängig von Umweltkatastrophen schwankt das kurzfristige Medieninteresse. Doch die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Folgeprobleme von Stürmen, Dürren und Überschwemmungen sind dauerhaft und allgegenwärtig: Eine Herauforderung für Wissenschaft und Politik. Die Folgeprobleme des Klimawandels sind heute mit Wirkungen für morgen zu bearbeiten. Wie gut aufgestellt ist die Politik, sind die politischen Systeme, ihre Akteure und nicht zuletzt die Politische Wissenschaft, um hierauf die richtigen Antworten zu geben?

International, national und europäisch ist die Welt der Politik unübersichtlicher geworden. Es herrschten klare Verhältnisse in den vom Kalten Krieg, Ost-West-Gegensatz und wohlfahrtsstaatlicher Politik geprägten Jahrzehnten. Die politischen Handlungsspielräume waren kalkulierbar, die Rahmenbedingungen vergleichsweise stabil, das Akteursspektrum begrenzt und auf die politischen Eliten beschränkt. Governance war noch ein Fremdwort, und Regieren wurde mit hierarchischer Steuerung gleichgesetzt. Auch die Gesellschaft war noch eine wohl geordnete, die Konfliktlinien stabil und im Wesentlichen vom Gegensatz Kapitel und Arbeit geprägt.

Heute ist Politik konfrontiert mit einer Vielzahl von Interessen, Konfliktlagen und Verwerfungen. Gleichzeitig haben sich neue Horizonte eröffnet, und Politik trifft auf veränderte Akteurs-, Interessen-, Konflikt-, aber auch Chancenstrukturen. Die Europäische Union und ihre Mitglieder haben sich zu einer wichtigen Handlungseinheit, insbesondere im Hinblick auf Umwelt- und Klimapolitik entwickelt. Entsprechendes gilt für die Nicht-Regierungsorganisationen der internationalen Politik, die frühzeitig, nachhaltig und mit politischem Erfolg auf die Folgen des Klimawandels hingewiesen haben. Doch auch die Bürger und Bürgerinnen sind selbstbewusster geworden und verlassen sich nicht mehr nur auf die „große Politik“, wenn es darum geht, Anliegen und Forderungen von Verbrauchern und Konsumenten zu artikulieren und durchzusetzen.

Aber nicht alle stehen auf der Gewinnerseite der veränderten Umwelt- und politischen Kontextbedingungen. Eine aggressive Ressourcenpolitik hat die einstige Politik des Kalten Krieges hinter dem Eisernen Vorhang abgelöst. Ohne Not und mit fragwürdigen Argumenten werden Grundsätze der internationalen Staatengemeinschaft aufgekündigt, wenn es um die Sicherstellung von Ressourcen für die heimische Industrie geht. Kriege werden de jure um Sicherheitsinteressen und zum Schutz der Bevölkerung geführt. Oft geht es aber de facto um Öl, Diamanten, Uran, Wasser, Gas oder Gold. Ohne Zweifel entstehen hieraus Akzeptanzprobleme. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese in Legitimitätsdefizite umschlagen: Das politische „Klima“ verändert sich. So gerät die Politik unter Druck, auch zu halten, was sie verspricht, nämlich Demokratisierung, Friedenssicherung, Schutz der Menschenrechte, Herstellung von Rechtsstaatlichkeit und Eintreten für Nachhaltigkeit.

Doch dies ist kein einfaches Unterfangen. Vor allem gewalttätige innerstaatliche Konflikte haben in den letzen Jahren zugenommen. Die Ursachen dieser Bürgerkriege sind vielfältig. Ökonomische, ethnische, religiöse Probleme gehören ebenso dazu wie defizitäre politisch-institutionelle Rahmenbedingungen. Was ist zu tun? Die internationale Gemeinschaft ist problembewusst, doch die UN-Missionen sind wenig erfolgreich. Auch hier ist „Klimawandel“ im Dienst von Nachhaltigkeit und stabilen Problemlösungen gefordert.

Die verschiedenen Folgen des „Klimawandels“ sind eng miteinander verbunden. Der ökologische Klimawandel führt zu ökonomischen Ressourcenkonflikten und zur Gefährdung von Lebens-chancen, Stabilität und Friedenssicherung. Aber wiederum sind nicht alle in gleicher Weise betroffen. Es geht ungerecht zu in der Welt des Klimawandels und der Ressourcenknappheit. Grundgüter wie Nahrung, Wasser und Sicher¬heit sind inzwischen für viele prekär; wenige gehören zu den Profiteu¬ren. Diejenigen, die am wenigsten den Klimawandel verursacht haben, sind heute am stärksten von seinen Folgen – den Dürren, und Überschwemmungen – betroffen.

Bei dieser Asymmetrie von Ursachen und Folgen regulierend einzugreifen und einen Klimawandel, eine Trendwende herbeizuführen ist zentrale Herausforderung für die Politik der kommenden Jahrzehnte. So geht Politik im Klimawandel uns alle an. Und die Politik¬wissenschaft ist als Disziplin gefordert:
- gerechte Lösungen zu erarbeiten, zu diskutieren und zu begründen;
- Konflikte, Interessen und Machtpotenziale der Akteure offen zu legen;
- Möglichkeiten und Grenzen politischer Steuerung zu analysieren;
- Regierungssysteme, Verfassungen und Institutionen auf Konsequenzen der politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen zu prüfen und
- den politischen Raum jenseits des Staates, die spezifischen Probleme internationaler Abkommen, supranationaler Organisationen wie auch zivilgesellschaftlicher Akteure zu untersuchen.

Ziel der DVPW ist es, vom 21. bis 25. September 2009 auf ihrem 24. Kongress „Politik im Klimawandel: Keine Macht für gerechte Lösungen“ aus der Sicht der Politikwissenschaft Gestaltungsoptionen und -restriktionen von Politik in diesem mehrfachen Klimawandel auszuleuchten und die Chancen für demokratische Legitimität und soziale Gerechtigkeit zu diskutieren.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 351666
 916

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „DVPW-Kongress in Kiel ab 21.9.09 - Politik im Klimawandel - Keine Macht für gerechte Lösungen?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RK ZEHN Essen

Bild: Intern. Tag der seltenen Erkrankung macht in Essen auf "vergessene" Patienten aufmerksamBild: Intern. Tag der seltenen Erkrankung macht in Essen auf "vergessene" Patienten aufmerksam
Intern. Tag der seltenen Erkrankung macht in Essen auf "vergessene" Patienten aufmerksam
Jeden kann es treffen – jederzeit. Und dennoch leben Menschen mit einer seltenen chronischen Erkrankung oft im Schatten der Gesellschaft. Für die Pharmaindustrie uninteressant, von vielen Ärzten nicht richtig behandelt. Nicht selten wendet sich auch das soziale Umfeld der Erkrankten von ihnen ab, weil das Verständnis für die Krankheit fehlt. Deshalb wird es am 26.2.2011 erneut eine der bundesweit größten Veranstaltungen zum „Internationalen Tag der Seltenen Chronischen Erkrankungen“ in Essen geben. Über 20 Selbsthilfegruppen wollen dort infor…
Bild: Selbsthilfegruppe für Schilddrüsenkranke in Essen erhält Selbsthilfepreis der Stadt EssenBild: Selbsthilfegruppe für Schilddrüsenkranke in Essen erhält Selbsthilfepreis der Stadt Essen
Selbsthilfegruppe für Schilddrüsenkranke in Essen erhält Selbsthilfepreis der Stadt Essen
Ehre, wem Ehre gebührt: Für ihr beispielhaftes Engagement anlässlich des „Tages der Seltenen Chronischen Erkrankungen“ Anfang 2010 wurde die Selbsthilfegruppe (SHG) für Schilddrüsenkranke in Essen jetzt mit dem ersten Preis in der Kategorie Kreativität und Innovation der Stadt Essen ausgezeichnet. „Ich freue mich stellvertretend für die vielen anderen Selbsthilfegruppen, für die wir diesen Preis auch mit gewonnen haben“, sagte Kirsten Wosniack, Vorsitzende der SHG für Schilddrüsenkranke in Essen. Denn mit dem Selbsthilfepreis in Höhe von 100…

Das könnte Sie auch interessieren:

Klimawandel in Kiel - ein KUR-Workshop der CAU Kiel
Klimawandel in Kiel - ein KUR-Workshop der CAU Kiel
Das Thema Klimawandel ist heute so präsent wie selten zuvor. Beinahe täglich wird von den Freitagprotesten junger Menschen gegen die Klimapolitik der Regierungen oder extremen und ungewöhnlichen Naturereignissen, die dem Klimawandel zugeschrieben werden, berichtet. Folglich nimmt der Schutz unseres Klimas auch in der Gesellschaft eine immer größere Rolle …
Bild: Gewinner des BVDVA Start-up-Awards 2025Bild: Gewinner des BVDVA Start-up-Awards 2025
Gewinner des BVDVA Start-up-Awards 2025
… gesundheitlich-pharmazeutische Versorgung der Zukunft bereithalten, erweitert. Das zweitplatzierte Startup ist Clife. Hier geht es um digitale Lösungen zur personalisierten Gesundheitsprävention im Klimawandel.„Innovationen und frische Ideen braucht unser Gesundheitswesen und auch die pharmazeutische Versorgung weiterhin. Da führt kein Weg dran vorbei. Ich danke …
Bild: Lehrpreis Politikwissenschaft 2025 für Carmen WunderlichBild: Lehrpreis Politikwissenschaft 2025 für Carmen Wunderlich
Lehrpreis Politikwissenschaft 2025 für Carmen Wunderlich
Der mit 1.000 Euro dotierte Lehrpreis Politikwissenschaft der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader-Stiftung geht 2025 an Dr. Carmen Wunderlich vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen für ihr Hauptseminar „Nukleare (Un-)Ordnung im Wandel: Herausforderungen bei der Kontrolle, Nichtverbreitung …
Religiöse Vielfalt als Herausforderung für die Demokratie?
Religiöse Vielfalt als Herausforderung für die Demokratie?
… Religion in Europa ist im kommenden BBE-Newsletter vom 29. Oktober 2015 das Thema des Gastbeitrages von Dr. Oliver Hidalgo, Sprecher des Arbeitskreises Politik und Religion der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). »Zur Stärkung der Demokratie sind […] die zivilgesellschaftlichen Akteure aller Religionsgemeinschaften aufgerufen, gemeinsame …
Ausschreibung: Lehrpreis Politikwissenschaft 2026
Ausschreibung: Lehrpreis Politikwissenschaft 2026
Folgende Bewerbungsbedingungen gelten für den Lehrpreis Politikwissenschaft: 1. Die Bewerbung nimmt Bezug auf konkrete, projektartige Leistungen, die bereits abgeschlossen wurden, deren Durchführung jedoch maximal ein Jahr zurückliegt (Referenzdatum ist das Ende der Bewerbungsfrist). Nicht zugelassen sind Vorschläge, die den dauerhaften Einsatz von Personen …
Bild: Umweltminister Berlakovich eröffnet die envietech 2010Bild: Umweltminister Berlakovich eröffnet die envietech 2010
Umweltminister Berlakovich eröffnet die envietech 2010
Internationaler Kongress am 4. und 5. Februar im Austria Center Vienna im Zeichen von Umweltinnovationen und Klimawandel – Monika Langthaler moderiert Der Countdown für die envietech 2010, internationaler Kongress und Fachmesse für Umwelttechnik, läuft. Ganz im Zeichen von Umweltinnovationen und Klimawandel macht die Veranstaltung am 4. und 5. Februar …
Politikwissenschaft in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme anlässlich 50 Jahre PVS
Politikwissenschaft in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme anlässlich 50 Jahre PVS
… Aufgrund dieses Anlasses erscheint das Journal Nr. 3/2009 als Sonderausgabe. „Uns kam es in der Jubiläumsausgabe darauf an, einen Rückblick auf die Entwicklung der Politikwissenschaft in Deutschland zu geben und eine Selbstreflexion des Faches zu unternehmen“, sagt Prof. Dr. Sabine Kropp, verantwortlich für die Redaktion des Journals. „Die PVS-Redaktion …
Deutsche Politologen distanzieren sich vom „Vater“ ihrer Wissenschaft
Deutsche Politologen distanzieren sich vom „Vater“ ihrer Wissenschaft
… Diskussion. Aber wir befinden uns eben auch gerade mitten in der Diskussion, die noch nicht abgeschlossen ist“, erklärte der DVPW-Vorsitzende Hubertus Buchstein anlässlich des DVPW-Kongresses in Tübingen. Seit dem Jahr 2003 verleihen Vorstand und Beirat der DVPW alle drei Jahre im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Kongresse den Theodor-Eschenburg-Preis der …
Helmholtz KLIMA stellt sich als Dialog-Plattform neu auf und baut Brücken zwischen Wissenschaft und Politik
Helmholtz KLIMA stellt sich als Dialog-Plattform neu auf und baut Brücken zwischen Wissenschaft und Politik
… diskutieren.Helmholtz KLIMA löst seit 2025 die Helmholtz-Klima-Initiative ab und arbeitet mit einem neuen Team in Berlin.Über Helmholtz KLIMAHelmholtz KLIMA zeigt Wege zur Klimaneutralität und zur Anpassung an den Klimawandel auf und ist eine Dialog-Plattform der Helmholtz-Gemeinschaft in Trägerschaft des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.
Sie lesen gerade: DVPW-Kongress in Kiel ab 21.9.09 - Politik im Klimawandel - Keine Macht für gerechte Lösungen?