(openPR) Wolfgang Klein, der Chef der Postbank, räumt seinen Posten. Sein Mandat endet "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik des Instituts" zum 30. Juni. Ein neuer Lenker für das Institut, an dem die Deutsche Bank inzwischen die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie hält, steht bereits fest.
Die Postbank Chart zeigen hat sich völlig überraschend von ihrem Vorstandschef Wolfgang Klein getrennt. Der Aufsichtsrat und Klein hätten entschieden, dass Kleins Mandat "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik des Instituts" zum 30. Juni ende, teilte die Postbank am Freitag mit.
Neuer Chef des Instituts, an dem die Deutsche Bank inzwischen die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie hält, wird Stefan Jütte. Er werde das Amt am 1. Juli übernehmen, sein Vertrag laufe bis Juni 2012. Jütte ist seit 2000 Mitglied des Vorstands und verantwortet bisher das Ressort Kredit.
Damit endet nach neun Jahren Kleins Tätigkeit für die Postbank Gruppe. In einer Mitteilung lobte der Aufsichtsrat, Klein habe die Postbank auch im Krisenjahr 2008 gut aufgestellt. Dennoch war die Großbank im vergangenen Jahr mit 821 Millionen Euro Minus in die roten Zahlen gestürzt - nach einem Gewinn in etwa gleicher Größenordnung ein Jahr zuvor. Im März war die Bank aus dem Dax abgestiegen.
Die Deutsche Bank war auf Kleins Rücktritt offensichtlich nicht vorbereitet. "Dieser Schritt kommt für uns völlig überraschend", sagte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses am Freitag. Die Planungen für die Kooperation mit der Privatkundenbank liefen aber unverändert weiter. Die Deutsche Post als weiterer Postbank-Aktionär äußerte sich nicht zu der Personalie.
Aus dem Vorstand scheidet zudem der für das Ressort IT/Operations zuständige Dirk Berensmann aus. Sein Nachfolger wird zum 30. Mai Mario Daberkow, der zuletzt als Generalbevollmächtigter für das Transaction Banking der Postbank zuständig war.
Erst kürzlich hatte sich Klein hoffnungsfroh über die Zukunft des Instituts geäußert. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem vierten Quartal 2008 den Höhepunkt der Belastungen aus der Finanzmarktkrise hinter uns gelassen haben und sich der Trend nun langsam umkehrt", sagte Klein Anfang Mai in Bonn anlässlich der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2009.
Die Postbank legte in den ersten drei Monaten das laufende Geschäftsjahres 124 Millionen Euro für faule Kredite zurück und damit 65 Prozent mehr als im Vorjahr. In den kommenden Monaten stellt sich das Institut auf einen weiteren Anstieg der Risikovorsorge ein, sieht sich aber gegenüber anderen Banken im Vorteil. Hintergrund ist die Fokussierung der Postbank auf das deutsche Kreditgeschäft - die Probleme sieht das Institut vor allem bei Engagements außerhalb des Heimatmarktes.







