(openPR) (Berlin/Hagen-Westf.) Am heutigen Mittwoch, den 13. Mai 2009, wurde der Bundestagsantrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen „die Gefangenschaft von Delfinen unverzüglich zu beenden“ mit den Stimmen von CDU/CSU und der SPD bei gleichzeitiger Enthaltung durch die FDP im Umweltausschuss abgelehnt. Die Linke stimmte für den Antrag.
Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Undine Kurth, hatte monatelang mit der Regierungskoalition über einen gemeinsamen Antrag verhandelt, um die nichtartgerechte Haltung von Delfinen in Deutschland zu beenden und das Tierschutzgesetz entsprechend zu ändern. CDU/CSU und der SPD ging dieser Antrag jedoch zu weit. Die Koalitionsparteien formulierten einen eigenen angenommenen Antrag, der sich lediglich mit einer Verbesserung der Haltungsbedingungen in den relativ kleinen Betonbecken befasst und somit den Import von Walen und Delfinen nach Deutschland weiterhin legitimieren soll. Nur in der Ablehnung von Delfintherapien mit den sensiblen Tieren waren sich sämtliche Bundestagsfraktionen einig.
Die größte deutsche Delfinschutz-Organisation, das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), hatte zusammen mit dem Buchautor und Wal- und Delfinschützer Andreas Morlok und dem WDSF-Mitbegründer Richard O’Barry, Ex-TV-Trainer von „Flipper“, bereits im Mai letzten Jahres auf einer von Bundestagsfraktionen begleiteten Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu einem „ausnahmslosen Importverbot von Walen und Delfinen nach Deutschland“ aufgerufen und den Grünen-Antrag begleitet.
Der Geschäftsführer des WDSF, Jürgen Ortmüller, zu dem Abstimmungsergebnis: „Das ist ein Dolchstoß für die Delfine in Deutschland. Mehr als eine Million Tierschützer in Deutschland sind maßlos enttäuscht über die Ablehnung von CDU/CSU und SPD für den Delfinschutz. Eine geplante Verbesserung der Haltungsbedingungen für die Delfine in den engen Betonbecken , die beschlussmäßig noch in weiter Ferne liegt, wird zu einem weiteren Import von Wildfängen führen, da die Nachzucht aufgrund von über 50 Todesfällen in den Zoo-Delfinarien nicht nachhaltig ist.“
In Deutschland wurden in den vergangenen Jahrzehnten sechs Delfinarien auch aufgrund der Proteste der Tierschützer wieder geschlossen. Der Heide-Park Soltau beendete im letzten Jahr die Delfinhaltung mit der Begründung der nicht artgerechten Haltung.
Gegen die Haltung der Delfine in den drei verbleibenden Zoo-Delfinarien in Duisburg, Münster und Nürnberg will das WDSF nun mit intensiven Protestaktionen und mit juristischen Schritten vorgehen. Zu den anstehenden Europa- und Kommunalwahlen ruft der WDSF-Geschäftsführer Ortmüller zu einem Boykott der „etablierten Tierschutz-Ignoranten von CDU/CSU und SPD“ auf. --













