(openPR) IGFM: Verbleib den Familien neun Monate lang verschwiegen
Frankfurt am Main / Havanna (21. April 2009) – Die vor neun Monaten plötzlich verschwundenen kubanischen Dissidenten Romenico Clape Noguera (37), Demis Flores Noguera (35) sowie deren Freund Eider Laborit Ramirez (34) sind in Haft. Weder Familienangehörige noch Freunde wussten bisher etwas über den Verbleib der drei Oppositionellen. Wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) jetzt bekannt wurde, befinden sich die aus Baracoa, Provinz Guantánamo, stammenden Dissidenten in Gefängnissen im Osten Kubas.
Die drei Verschollenen wollten angeblich über den Seeweg zum US-Marinestützpunkt Guantánamo gelangen, um dort politisches Asyl zu beantragen. Das amerikanische Militär lieferte jedoch die drei Flüchtlinge an die kubanischen Behörden aus. Zwei Monate lang wurden sie in Untersuchungshaft im kubanischen Teil von Guantánamo festgehalten. Nachdem gegen sie Anklage wegen "Ungehorsams" erhoben wurde, wurden die drei Dissidenten in unterschiedliche Gefängnisse im Osten Kubas überführt, wo sie seitdem einsitzen. Demis Flores Noguera befindet sich zurzeit im Frauengefängnis von Guantánamo.
"Mir ist nur bekannt, dass sie von der Außenwelt völlig isoliert sind und menschenunwürdig behandelt wurden. Wir dachten, sie seien in den USA. Aber nein, sie sind in Kuba in Haft. Erst vor Kurzem wurden ihre Familienangehörigen über ihren Verbleib informiert", berichtet Néstor Rodíguez Lobaina, Präsident der kubanischen Jugendbewegung für Demokratie, der IGFM. "Es ist für uns unverständlich, wieso die Amerikaner die Dissidenten den kubanischen Behörden übergeben haben, obwohl sie wussten, welche Gefahr ihnen drohte", erklärt Lobaina.
Täuschung der internationalen Öffentlichkeit durch "Verschwinden"
Die IGFM kritisiert dieses Vorgehen und fordert die sofortige Freilassung der Dissidenten. "Das klammheimliche Verschwindenlassen von Regimekritikern, die dann neun Monate später in Gefängnissen auftauchen, ist offenbar ein Bestandteil des neuen Stils von Raul Castro. Dadurch soll die Zahl der politischen Gefangenen im Land zunächst kosmetisch niedrig gehalten und der Eindruck erzeugt werden, es gebe weniger politische Gefangene im Land. Jetzt stellt sich die Frage, wie viele weitere Gefangene versteckt wurden, um die internationale Öffentlichkeit zu täuschen", so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.











