(openPR) Die Hamburger Privatbank Wölbern muss aufgefangen werden. Die ebenfalls in Hamburg ansässige Privatbank M.M. Warburg und der Bankenverband BdB nahmen das Bankhaus Wölbern unter ihre Obhut.
Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg fängt das kleine Bankhaus Wölbern auf. Warburg habe vom bisherigen Besitzer, dem Arzt und Biotech-Investor Heinrich Maria Schulte, alle Anteile „in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Banken“ (BdB) erworben, teilte die Bank mit. Zu Kaufpreis und anderen Konditionen wollten weder Warburg, noch Schulte oder der Bankenverband Auskunft geben. Das Bankhaus Wölbern ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds des BdB.
Finanzkreisen zufolge war bei Wölbern das Eigenkapital knapp geworden. Die Finanzaufsicht BaFin war seit Wochen in eine Lösungssuche eingebunden. „Die Lösung, hinter der auch wir als Aufsicht stehen, ist eine vernünftige“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag. Innerhalb weniger Wochen soll sich nun, wie Warburg mitteilte, „in Abstimmung“ mit dem BdB und Schulte entscheiden, ob das Bankhaus Wölbern bei Warburg bleibt oder doch noch an einen anderen Eigner geht. Warburg betonte, man verfolge „mit dem Erwerb keine besonderen strategischen Ziele“, jedoch waren die Hamburger schon 2006 an Wölbern interessiert.
Das aufgefangene Bankhaus Wölbern & Co. ist mit einer Bilanzsumme von gut 700 Mio. Euro und rund 60 Beschäftigten kleiner als manche Sparkasse. Die Bank blickt inklusive Vorgängerinstitute auf eine fast 200 Jahre alte Geschichte zurück. Der Biotech-Unternehmer Schulte hatte Wölbern 2006 von der südafrikanischen Bank Absa gekauft und im Jahr darauf das Geschäft mit geschlossenen Fonds und Private-Equity-Fonds abgespalten. Die seither dafür zuständige Wölbern Invest AG ist von der Auffanglösung nicht berührt.
Schulte hat bereits seit Monaten einen Käufer oder Miteigner für die Bank gesucht, die sich nach eigenen Angaben auf die Beratung vermögender Kunden und Kredite für Investoren in geschlossene Fonds spezialisiert hat. Sal. Oppenheim hatte beim Verkaufsprozess beraten. Im Dezember hatte der bisherige Vorstandschef, Eric Hirsch, das Bankhaus verlassen und sich auf die Geschäftsführung der Wölbern Group beschränkt, die Bankhaus und Fondsgesellschaft übergeordnet war. Seit Jahresanfang stehen der ehemalige Warburg-Partner Hans-Detlef Bösel und Heinz Arno Wascheck an der Spitze der Bank.
Die 1798 gegründete Privatbank M.M. Warburg hat Erfahrungen damit, kleinere Privatbanken als Töchter zu führen. Sie hat in den 90er-Jahren das Hannoveraner Bankhaus Hallbaum, das Hamburger Bankhaus Marcard, Stein & Co sowie die Mehrheit am Bremer Bankhaus Carl F. Plump & Co übernommen. 2003 erwarb M.M. Warburg dann das Berliner Bankhaus Löbbecke. Die Banken führt Warburg als Töchter unter ihren jeweiligen Namen weiter.
Ob der Einlagensicherungsfonds des Verbands durch die Transaktion belastet wird, wollte der BdB nicht sagen. Der Fonds ist im Zuge der Finanzkrise in zahlreiche Rettungsaktionen involviert.











