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Mit einer GENOSSENSCHAFT zum WOHNEIGENTUM ?

04.04.200911:36 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Was die einen für absurd und Widerspruch per se halten, nennen die anderen einen „sozialen Weg zum Eigentum“ oder bezeichnen ihn als „Eigentum Kraft Kooperation“.
Während erstere Gruppe es für einen Widerspruch hält, dass Genossenschafts-Wohneigentum privatisiert werden kann, verweist die andere Gruppe darauf, dass erst aufgrund gemeinschaftlichen Handelns für viele Menschen Wohneigentum möglich wird.



Eine kürzlich vom VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft e.V. in Gera durchgeführte Konferenz sollte eine VERSTÄNDIGUNGSBRÜCKE für beide Seiten bilden. Deshalb waren neben Experten, Vertretern von Genossenschaftsverbänden, genossenschaftlichen Prüfungsverbänden, auch zahlreich Vorstände, Aufsichtsräte und besonders auch Mitglieder aus beiden Gruppen eingeladen. Besonders erfreulich, die große RESONANZz der „normalen“ Mitglieder.

Für den Vorstand des Veranstalters begründete Gerd K. Schaumann eingangs das „besondere“ Ziel der Konferenz: VERSTÄNDNIS und VERSTÄNDIGUNG füreinander und miteinander. Die zentrale Botschaft der Veranstalter: Auch traditionelle Anschauungen tun gut daran, sich der Entwicklung nicht zu verschließen, wie auch neue Anschauungen nicht ganz auf traditionelle Erfahrungen verzichten sollten. „Für uns als Veranstalter – so Schaumann – gibt es überhaupt KEIN „Entweder-Oder“ sondern gute Gründe für andere Wege, zumal man sich im KERN vielleicht näher stehe als vermutet“.

Die wesentlichen Argumente der, jede Form einer Privatisierung aus einer Wohnungsbaugenossenschaft heraus ablehnenden Vertreter – kurz BESTANDSGenos genannt -, zusammengefasst lauteten:

· Das schwächt die Kraft der Gemeinschaft
· Wäre ein völlig veränderter Geschäftszweck und würde keine Mehrheit für notwendige Satzungsänderung erhalten

Gänzlich anders die Gruppe der WohnEigentumsgenossenschaften - kurz: EIGENTUMSGenos genannt - :

· Die Mitglieder der Genossenschaft haben das bewusst so gewollt und in der Satzung ausdrücklich festgeschrieben
· Nur über diesen Weg wird es überhaupt ermöglicht, dass Menschen zu Wohneigentum kommen, die weder über ausreichend Eigenmittel verfügen, noch Bankkredite für den Privatkauf bekommen oder für die es unattraktiv ist, eine Finanzierung zu haben, die am Ende der Kreditphase soviel Zinsen gekostet hätte, um die Immobilie 2 bis 3 Mal zu bezahlen.

Erfreulich, dass die Gruppen viel VERSTÄNDNIS für die jeweils andere Position aufbrachten und besonders Interesse für die Ideen zur Ausgestaltung des Förderzwecks der anderen zeigten, ein zentrales Kriterium und Verpflichtung jeder Genossenschaft, gleich welcher Art.

Während die BESTANDSGenos besonders auf Mietsicherheit, Mietpreisgestaltung und Mieterbetreuung verwiesen, hoben die Vertreter der EIGENTUMSGenos besonders den Weg zum Eigentum, die Flexibilität bei notwendigen Wohnortveränderungen (auch überregional), Möglichkeit gewünschten Standort der Immobilie selbst zu wählen, sowie die Berücksichtigung bei Veränderungen durch Alter und bei Arbeitslosigkeit, hervor.

Während die Vertreter der BESTANDSGenos weitgehend „politische Zufriedenheit“ signalisierten, war die Kritik der EIGENTUMSGenos an der Politik unüberhörbar. Gemeint war besonders das Thema „Wohn-Riester“. Obgleich dies inzwischen auch gelöst sei und Wohn-Riester auch bei EIGENTUMSGenos möglich sei, habe man sich doch ein klareres direktes Bekenntnis der Politik zur EIGENTUMSBILDUNG mittels Genossenschaften gewünscht. Von welch großem Interesse das Konzept EIGENTUMSGeno ist zeigt, dass bereits ausländische Mitbürger für solche Modelle werben oder – wie die türkisch geprägte DEWA eG (Stuttgart) solche Modelle für ihre Landsleute erfolgreich praktizieren.

Von besonderem Interesse war die Einschätzung eines Wirtschaftswissenschaftlers, der einen gravierenden WIDERSPRUCH zwischen Steuerpolitik und Arbeitsmarktpolitik ausmachte, sofern man Wohnungsbaugenossenschaften allgemein weiterhin politisch nachrangig zum Eigenheim fördere. Die These: Jedes neue Eigenheim oder neue Eigentumswohnung führt – unbewusst – zu einer Einschränkung der Arbeitsmarktflexibilität. Diesen Widerspruch zwischen Wirtschafts- und Finanzpolitik zu lösen, könnte Anreiz für die Politik sein, verstärkt auch Eigentumsmodelle zu fördern, die bei notwendigem Wohnortwechsel eine Art „EIGENTUMSTAUSCH“ ermöglichen. Vielleicht – so die Anregung – könne dies kreative Politiker ermutigen, das Wohn-Riester-Konzept nochmals daraufhin nachzubessern.

Auch an Kritik innerhalb der Gruppe der EIGENTUMSGenos mangelte es nicht. So waren kürzlich zwei EigentumsGenos (Wespa eG, Euranova eG) aufgrund von Fehlhandlungen von Vorständen und Aufsichtsräten in die Schlagzeilengeraten. Die anwesenden Vertreter der EIGENTUMSGenos forderten von den inzwischen neu eingesetzten Gremienvertretern dieser GENOS alles zu tun, um Schaden von den Mitgliedern ihrer Genossenschaften abzuwenden, was diese auch zusagten.
Ein Vertreter der EIGENTUMSGenos brachte es auf den Punkt: Wir wollen und können nicht zulassen, dass wenige „schwarze Schafe“ ein gutes Konzept in Verruf bringen.
Die Vertreter anwesender Fach-Verbände sagten zu, durch Qualifizierung und Zertifizierung klarer für potenzielle Mitglieder erkennbar zu machen, welches die für sie bessere Wahl sei.


Das VerbändeNetzwerk sagte zu, aufgrund der großen Interesses eine Folgekonferenz noch vor den Bundestagswahlen durchzuführen. Dann soll es besonders darum gehen, neue Förderzweck-Konzepte zu gestalten. Auch diesmal will man miteinander wirken, und voneinander lernen, auch wenn das noch nicht ganz der Politik der jeweiligen Verbände entspricht.

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