openPR Recherche & Suche
Presseinformation

BKA Zeuge lügt / Bundeskriminalamt manipuliert Akten

26.03.200912:34 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Pressemitteilung der Verteidigung im "mg"-Verfahren

Am heutigen Tag wurde die Vernehmung des BKA-Zeugen Oliver Damm vor dem Kammergericht fortgesetzt. Auf ausdrückliche Fragen der Verteidigung nach der Urheberschaft eines veröffentlichten Diskussionsbeitrages zu militanten Aktionen erklärte der Zeuge Damm nicht zu wissen, wer den Text verfasst hat obwohl der Text von Mitarbeitern des Bundeskriminalamtes stammt. Erst nachdem ihm sein eigener Vermerk, der dem Gericht allerdings nicht vorliegt und aus dem sich die Urheberschaft des BKA ergibt, vorgelegt wurde, gab er zu, dass dieser Text vom BKA stammt und dass es daneben noch einen weiteren Beitrag des BKA in der so genannten Militanzdebatte* gab.



Seit dem 25.09.2009 wird unseren Mandanten vom 1. Senat des Kammergerichts der Prozess wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gemacht, mittlerweile also seit einem halben Jahr. Bereits vor Beginn der Hauptverhandlung hat die Verteidigung gerügt, dass die Akten unvollständig sind und die Bundesanwaltschaft (BAW) sowohl der Verteidigung als auch dem Gericht eine Vielzahl von Akten vorenthält.

Unter anderem wurden fehlende Sachstandsberichte vom Ermittlungsführer KHK Damm vom BKA bemängelt. Diese waren nach Aktenvermerken nicht zu den Akten gelangt, weil sie angeblich „zu umfangreich“ seien. Am 19.02.2009 ­ vor der vom Gericht geplanten Vernehmung des Zeugen Damm ­ beantragte die Verteidigung erneut Einsicht in diese Sachstandsberichte. Diese wurden kurze Zeit später der Verteidigung zur Verfügung gestellt.

Diese Aktenbestandteile wurden vor der Übergabe an die Verteidigung offensichtlich vom BKA nur unzureichend kontrolliert.

Denn aus dem BKA-Sachstandsbericht vom 07.06.2006 ergibt sich nun, dass das BKA im Rahmen der sog. „Militanzdebatte“* unter ausgedachtem Namen selbst heimlich daran teilgenommen hat. Es findet sich im Anhang 4, wo jeder Beitrag der Militanzdebatte aufgeführt ist, hinsichtlich eines Textes aus der Interim 611 vom 10.02.2005, der unter dem Namen „Die zwei aus der Muppetshow“ veröffentlicht wurde, folgender Hinweis:

„Nur für die Handakte: Der Text wurde vom BKA verfasst und an die Interim versandt, um eine Reaktion bei der „militante gruppe (mg)“ zu provozieren und gleichzeitig auf die Homepage des BKA (Homepageüberwachung) hinzuweisen.“

Dieser Anhang 4 findet sich ­ bis auf obigen Satz ­ identisch in jedem anderen Sachstandsbericht. Die anderen Berichte sind also offensichtlich gesäubert worden oder es wurden von vornherein verschiedene Versionen produziert. Der BKA-Zeuge Damm hat in seiner bisherigen Vernehmung vor dem Gericht diesen Text als einen allgemeinen Beitrag bezeichnet und kommentiert. Er hat entgegen seiner Wahrheitspflicht bewusst verschwiegen, dass das BKA dieses Schreiben selbst verfasst hat.

Die sog. Homepageüberwachung wurde mittlerweile vom Bundesinnenministerium als illegal eingestuft und das BKA angewiesen, diese Methode nicht mehr anzuwenden (vgl. Der SPIEGEL von dieser Woche).

Das BKA manipuliert die Akten und enthält sowohl dem Gericht als auch der Verteidigung Entscheidendes vor. Beim BKA und eventuell bei der BAW werden parallele Geheimakten („Handakte“) geführt, welche offensichtlich brisant sind. Spätestens jetzt kann der Prozess gegen unsere Mandanten nicht mehr als faires Verfahren bezeichnet werden. Als Konsequenz muss er eingestellt werden.

Rechtsanwälte Franke, Herzog, Hoffmann, Lindemann, Schrage und Rechtsanwältin Weyers für die Verteidigung

Kontakt: Rechtsanwalt Alexander Hoffmann 0171-3284816

*Im Rahmen der Militanzdebatte wurde über Sinn und Unsinn von
militanten Aktionen, der Taktik und Strategie des Einsatzes von Militanz etc. per schriiftlichen Beiträgen diskutiert. Die Beiträge wurden in der Regel in der Szene- Zeitschrift Interim veröffentlicht, welche alle 14 Tage erscheint.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 295304
 1080

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „BKA Zeuge lügt / Bundeskriminalamt manipuliert Akten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Einstellungsbündnis Berlin

Politischer Prozess wegen "militanter gruppe (mg)" - Nach einem Jahr wird die Beweisaufnahme abgeschlossen
Politischer Prozess wegen "militanter gruppe (mg)" - Nach einem Jahr wird die Beweisaufnahme abgeschlossen
Am Mittwoch, 23. September 2009 wird es im mg-Prozess noch einmal spannend. Die Rechtsanwälte der drei Angeklagten Axel H., Florian L. und Oliver R. kündigten an, mehrere Beweisanträge zu stellen, die die politische Dimension des Verfahrens verdeutlichen werden. Die drei Beschuldigten sind angeklagt, im Sommer 2007 Brandsätze unter Bundeswehr-LKW gelegt zu haben, die auf dem Gelände der MAN AG in Brandenburg (Havel) zur Inspektion standen. „Mit dem Prozess soll eine praktische Abrüstungsinitiative verurteilt werden. Eine politische Tat, die …
Bild: Weitere §129-Ermittlungen gegen „militante gruppe“ (mg) eingestelltBild: Weitere §129-Ermittlungen gegen „militante gruppe“ (mg) eingestellt
Weitere §129-Ermittlungen gegen „militante gruppe“ (mg) eingestellt
Seit September 2007 verhandelt das Berliner Kammergericht einen Prozess gegen drei Männer, denen die Bundesanwaltschaft (BAW) nach §129 StGB (kriminelle Vereinigung) die Mitgliedschaft in der "militante gruppe (mg)" vorwirft. Trotz umfangreicher Überwachungsmaßnahmen und kostspieligen kriminaltechnischen Auswertungen ist bisher nicht gelungen, ihnen eine Mitgliedschaft nachzuweisen. Jetzt wurden erneut weitere Verfahren wegen der angeblichen Mitgliedschaft in der „militanten gruppe (mg)“ eingestellt. In den vergangenen Jahren wurden durch di…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Bundeskriminalamt spricht mit TD-IHK über Mordserie des NSUBild: Bundeskriminalamt spricht mit TD-IHK über Mordserie des NSU
Bundeskriminalamt spricht mit TD-IHK über Mordserie des NSU
08.03.2012, Berlin: Das Bundeskriminalamt hat am Montag, den 5. März, den Präsidenten der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK), Dr. Rainhardt Freiherr von Leoprechting, und Vertreter des Verbandes türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa e.V. (ATIAD) zu einem Informati-onsgespräch über die rechtsextremistisch motivierte …
Der Bundestrojaner: Das Stochern im Nebel
Der Bundestrojaner: Das Stochern im Nebel
Zwar gibt es bereits einen mit 152.000 Euro dotierten Haushaltstitel, doch zur technischen Vorgehensweise bei der umstrittenen Onlinedurchsuchung suggeriert das Bundeskriminalamt immer neue Varianten für die Überwachung und Einschleusung des „Bundestrojaners“. Mit zunehmender Länge der Diskussion wird es dabei selbst für Fachleute immer schwieriger den …
Bild: Bundesregierung verkauft Freiheit für SicherheitBild: Bundesregierung verkauft Freiheit für Sicherheit
Bundesregierung verkauft Freiheit für Sicherheit
… Das verfassungsrechtliche Trennungsverbot zwischen Polizei und Geheimdienst wird damit aufgehoben.“, so Christian Koch von den PIRATEN. Durch den Gesetzentwurf sollen dem Bundeskriminalamt weitgehende Rechte zur Überwachung gegeben werden. Neben der Online-Überwachung über den vom Bundesverfassungsgericht verbotenen so genannten Bundestrojaner darf nun …
Bauernopfer für verfehlte Sicherheitspolitik
Bauernopfer für verfehlte Sicherheitspolitik
… Sicherheitsbehörden in Berlin bringt nicht mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger. Im Gegenteil: die Bürgerrechte bleiben auf der Strecke. Damit wird Schily zum Sicherheitsrisiko. Der Innenminister sollte die Umzugspläne für das BKA umgehend zu den Akten legen. Wir bestehen auf der Trennung von Polizei und Geheimdiensten - inhaltlich und räumlich.
In Deutschland sind bis zu 300 000 Opfer von Telefonbetrug betroffen – Das BKA warnt
In Deutschland sind bis zu 300 000 Opfer von Telefonbetrug betroffen – Das BKA warnt
Mit Erschrecken musste festgestellt werden, dass in Deutschland seit dem Jahr 2010 dem Bundeskriminalamt 300 000 Fälle von Telefonbetrug gemeldet wurden. Das Bundeskriminalamt zieht Bilanz. Seit dem Jahr 2010 kam es allein in Deutschland zu 300 000 Betrugsfällen. Aus einem Bericht des BKA geht hervor, dass zunehmend Senioren im Fokus der unerwünschten …
mg-Verfahren - V-Mann hat Informationen nur vom "Hörensagen"
mg-Verfahren - V-Mann hat Informationen nur vom "Hörensagen"
… als solche Kenntlich zu machen seien. Dieses Versehen habe dazu geführt, dass das Gericht in Unkenntnis gehalten wurde. Diese Stellungnahme steht im Widerspruch zu den Angaben des BKA-Zeugen Oliver Damm in der Hauptverhandlung, der nämlich angegeben hatte, es gäbe zwei Versionen der Akte. Eine fürs BKA und eine fürs Gericht, in der nur diejenigen Ermittlungstätigkeiten …
Bild: Gefährlicher Spam-Virus im UmlaufBild: Gefährlicher Spam-Virus im Umlauf
Gefährlicher Spam-Virus im Umlauf
Wieder einmal ist eine gefälschte BKA (Bundeskriminalamt) - E-mail im Umlauf, welche einen gefährlichen Virus als Dateianhang hat. DCRS verrät Ihnen, wie Sie mit dem Virus umgehen müssen, damit Ihr Computer keinen Schaden nimmt: Die gefältsche e-mail, mit angeblichem Absender des BKA (Bundeskriminalamtes), enthält in der Betreffzeile folgenden Text: …
Datenschutzexperte warnt vor Bestandsdatenauskunft – Passwörter demnächst überflüssig?
Datenschutzexperte warnt vor Bestandsdatenauskunft – Passwörter demnächst überflüssig?
… den Risiken einer solchen Gesetzesänderung: „Falls das Gesetz tatsächlich durchgesetzt werden sollte, dürften Bestandsdaten, welche bei Telekommunikationsanbietern gesammelt werden, an das Bundeskriminalamt weitergeleitet werden. Das BKA hätte somit Einblick in private Daten der Anwender und dürfte sie analysieren, ohne die Anwender darüber informieren …
BMI Pressemitteilung: Schily ernennt neuen Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes
BMI Pressemitteilung: Schily ernennt neuen Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes
Bundesinnenminister Otto Schily hat heute mit Wirkung zum 01. November 2003 den bisherigen Ersten Direktor beim Bundeskriminalamt (BKA), Rudolf Atzbach, zum Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes ernannt. Die Führung des Bundeskriminalamtes erhält damit eine neue Struktur: BKA-Präsident Dr. Ulrich Kersten wird künftig durch zwei Vizepräsidenten unterstützt, …
Bild: Staatsgeheimnis aus dem Bundestag verratenBild: Staatsgeheimnis aus dem Bundestag verraten
Staatsgeheimnis aus dem Bundestag verraten
… einen Justizskandal aufzuzeigen, der sein Leben an den Rand einer Katastrophe führte. Ferner soll dokumentiert werden, wie oberflächlich der Generalbundesanwalt, das Bundeskriminalamt und der Bundesgerichtshof gearbeitet haben, was die veröffentlichten Akten zweifelsfrei belegen. Der Autor fordert vollständige Rehabilitation und die Rücknahme des Unrechtsurteils, …
Sie lesen gerade: BKA Zeuge lügt / Bundeskriminalamt manipuliert Akten