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Tibeter in Kardze boykottieren das Neujahrsfest - Proteste und Festnahmen

10.03.200908:06 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibeter in Kardze boykottieren das Neujahrsfest - Proteste und Festnahmen
Der von Sicherheitskräften umringte zusammengebrochene Mönch Thabey
Der von Sicherheitskräften umringte zusammengebrochene Mönch Thabey

(openPR) Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) erhielt bestätigte Berichte von einer zuverlässigen Quelle, daß die tibetische Bevölkerung im Bezirk Kardze sich weigerte, trotz der speziellen Aufforderung der chinesischen Behörden das Tibetische Neujahr „Losar“ (23. - 28. Februar) festlich zu begehen. Sie boykottierten die normalen Festlichkeiten zum Zeichen der Trauer um ihre Landleute, die bei den großen landesweiten Protestaktionen von 2008 ums Leben gekommen waren.



Ungefähr 20 Tage vor Losar, das dieses Jahr auf den 25. Februar fiel, führten die Tibeter im Bezirk Kardze als eine Geste ihrer tiefen Trauer um jene Tibeter, die ihr Leben um der Sache der Menschenrechte, der Freiheit und Gerechtigkeit in Tibet willen hingaben, Gebetsriten durch, wie die Rezitierung von Mantren (Mani und Tara). In den meisten Teilen Tibets wurde das Losar-Fest nicht in der üblichen Weise begangen. Die tibetischen Buddhisten glauben, daß Mantra-Rezitationen und Gebetsriten den Dahingeschiedenen zu einer glücklichen Wiedergeburt verhelfen.

Einige Tage vor dem tibetischen Neujahr suchten chinesische Regierungsbeamte Dörfer, Gemeinden und Klöster in der TAP Kardze auf, um die tibetische Bevölkerung zu zwingen, das Neujahrsfest diesmal in großem Stil zu feiern. Sie versuchten, Mönche und Nonnen sogar mit Geldgeschenken dahin zu bringen, „Losar wie gewöhnlich zu feiern“. Trotzdem feierte niemand das Neujahrsfest.

Traditionsgemäß begehen die Tibeter in allen Teilen der Präfektur Kardze den dritten Tag von Losar mit allerlei Festlichkeiten, Vergnügungen und sportlichen Ereignissen wie Pferderennen, Tänzen, Festgelagen, dem Verbrennen von Räucherwerk sowie dem Aufziehen neuer Gebetsfahnen auf den Berggipfeln, um den lokalen Gottheiten zu huldigen. In diesem Jahr jedoch haben die Tibeter keine einzige dieser traditionellen Belustigungen und Zeremonien veranstaltet. So etwas hat es in der Region Kardze noch nie gegeben.

Wie zur Verhöhnung der Tibeter gaben die Behörden pensionierten Regierungsangestellten und Kadern die Anweisung, am Neujahrstag „zu singen und zu tanzen“. Aber kein einziger tibetischer Zuschauer kam, um diesen auf Anordnung höherer Instanzen von der Regierung von Kardze organisierten „Gesangs- und Tanzdarbietungen“ zuzuschauen. Aus lauter Verlegenheit brachten die Bezirksbeamten schließlich die „Sänger und Tänzer“ in einzelne Gemeinden, damit sie dort auftreten sollten. Aber wiederum blieben die Zuschauer weg.

Zum ersten Mal in ihrer kulturellen Geschichte fuhren die Tibeter am ersten Tag von Losar mit ihrer täglichen Routine und Arbeit fort. Ein derartiger Geist der Nicht-Kooperation ist ohnegleichen und wurde bisher nie erlebt. Örtlichen Quellen zufolge widmeten sich die Tibeter am Neujahrstag dem Hausbau und sonstigen Hausarbeiten.

Als Zeichen des Widerstandes gegen die chinesische Regierung hatte jemand am 28. Februar, dem vierten Tag des Losarfestes, eine riesige tibetische Nationalflagge an der Mauer der Polizeistation der Gemeinde Lhoba, Bezirk Kardze, aufgehängt und darunter in großen roten Buchstaben „Unabhängigkeit für Tibet“ gemalt.

Trotz der drastischen Repressionsmaßnahmen gelang es einigen Tibetern im Bezirk Kardze ihre Meinung kundzutun. Am 1. März 2009 gab es dort an einem einzigen Tag drei Demonstrationen, bei denen nach „Unabhängigkeit für Tibet“ gerufen wurde. Die erste ereignete sich um 10 Uhr vormittags in der Gemeinde Sungo, Bezirk Kardze, sie wurde von zwei Nonnen aus der drei km von der Bezirksstadt Kardze entfernt gelegenen Shi-lus Einsiedelei angeführt. Eine der Nonnen ist Pema Yangtso, die Identität der zweiten konnte noch nicht festgestellt werden [Phayul gibt ihren Namen als Jampa Lhamo, 36 Jahre, an].

Vier Stunden später, um 13 Uhr, protestierten zwei Schüler, Rinchen Phuntsok, 15, Tsering Drakpa, 17, sowie ein Mönch, Achoe, 22, in der Stadt Kardze. Es handelt sich um Schüler der chinesischen Sprache an der Chinesischen Mittelschule in Kardze [Phayul zufolge waren es drei Jugendliche und zwei Mönche, die alle festgenommen und schwer geschlagen wurden]. Der chinesischen Verfassung gemäß dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen werden. In der Praxis jedoch werden diese Gesetze von den Behörden ignoriert und verletzt.

Die dritte Protestaktion an diesem Tag erfolgte durch ein Mädchen, dessen Name noch nicht feststeht. Einem unbestätigten Bericht zufolge soll ein anderer Mann am 6. März ganz alleine vor der Bezirksverwaltung demonstriert haben.
Alle Beteiligten konnten nur wenige Minuten protestieren, sie wurden augenblicklich von den Sicherheitskräften festgenommen und in Haftzentren verbracht. Die Überwachung und die Restriktionen sind in den meisten Teilen Tibets ungemein verstärkt worden. Überall sind Sicherheitskräfte zugegen, so daß Protestler innerhalb weniger Minuten festgenommen werden. Die Lage in Kardze ist extrem angespannt.

Ebenso ist die Lage in vielen Teilen Tibets weiterhin unbeständig. Noch nie gab es eine solche flächendeckende Präsenz von Militär- und Sicherheitskräften wie jetzt in der Zeit um den 10. März. Dieses Jahr sind es 50 Jahre, seit China Tibet besetzte und mit eiserner Faust regiert.

Am 27. Februar hatte sich der Mönch Thapey aus dem Kloster Kirti Jhepa auf einer belebten Straße der Stadt Ngaba selbst angezündet. Augenzeugen zufolge trug er ein Bild des Dalai Lama und rief Parolen. Chinesische Sicherheitskräfte schossen auf den brennenden Mönch, der daraufhin zusammenbrach.

Einen Tag vor dieser Selbstverbrennung hatten eintausend Mönche im Kloster Kirti von den Behörden verlangt, daß ihnen erlaubt werde, das Große Gebetsfest zu begehen. Inzwischen teilte Xinhua mit, der Mönch genese langsam von seinen Brandverletzungen. Die Angabe der tibetischen Augenzeugen, daß der Mönch von der chinesischen Polizei beschossen wurde, wird von Xinhua zurückgewiesen.

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