(openPR) Mit der Samtenen Revolution begann auch eine neue Ära in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Eingedenk der eigenen Geschichte und dem in der Charta der Heimatvertriebenen in Artikel 2 bereits 1950 niedergelegten Bekenntnisses „Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.“ hat der Heimatkreis Reichenberg, zusammen mit dem neu gegründeten Verband der Deutschen und der Stadtverwaltung Liberec/Reichenberg, bereits 1990 die ersten Deutsch-Tschechischen Kulturtage in Reichenberg/Liberec durchgeführt. Otto von Habsburg und Bernd Posselt, beide MdEP, waren neben anderen Persönlichkeiten nach Reichenberg gekommen, um von Anfang am Wiederaufbau der Beziehungen zwischen Deutschen, Tschechen und Sudetendeutschen teilzuhaben.
Von diesem Tag an fanden die Deutsch-Tschechischen Kulturtage stets wechselweise in Reichenberg/Liberec und Augsburg statt. Ein Mann der ersten Stunde war der Augsburger Stadtrat Theo Gandenheimer, der für seine Verdienste um die Entwicklung der Patenschaft der Stadt Augsburg über die aus ihrer Heimat vertriebenen Reichenberger und der daraus entstandenen Städtepartnerschaft zwischen Augsburg und Liberec/Reichenberg im Jahr 2003 mit der Liebieg-Denkmünze, der höchsten Auszeichnung des Heimatkreises Reichenberg, ausgezeichnet wurde. „Ich selbst habe 1990 die ersten Deutsch-Tschechischen Kulturtage in Reichenberg erlebt. Als Otto von Habsburg im voll besetzten Audimax der Universität in Reichenberg/Liberec sprach hingen Augen und Ohren der Studenten und anderen Anwesenden an seinem Mund.“ sagt Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Heimatkreises Reichenberg mit Sitz in Augsburg. „Von diesem Tag an entwickelten sich die Beziehungen immer besser und führten schließlich 2001 auch zur Begründung einer Städtepartnerschaft zwischen unserer Patenstadt Augsburg und unserer Heimatstadt Reichenberg/Liberec. Dass wir Heimatvertriebenen Wegbereiter dieser Partnerschaft waren, darauf können wir mit Recht stolz sein“, so Klaus Hoffmann weiter.
Die beiden Städte und Augsburg haben im Jahr 2005 erstmals diese Deutsch-Tschechischen Kulturtage in ihre Obhut übernommen und tragen diese seither , stets mit Unterstützung des Heimatkreises Reichenberg und des Verbandes der Deutschen, Region Reichenberg, aus. In diesem Jahr werden also die Deutsch-Tschechischen Kulturtage, die 1990 ihren Anfang nahmen nun zum 11. male ausgetragen. Auch Heimatkreis Reichenberg und Verband der Deutschen werden wieder ihren Teil zum Gelingen beitragen. Die Vorbereitungen
laufen bereits, so dass Oberbürgermeister Dr. Gribl im Mai 2009 zur Eröffnung 11. Deutsch-Tschechischen Kulturtage in Reichenberg/Liberec auch wieder auf die Leistungen seiner Patenkinder blicken kann. Schade nur, dass er bei der Eröffnung des Sudetendeutschen Tages in Augsburg nicht dabei sein kann. Zur Hauptkundgebung am Pfingstsonntag werden wir ihn aber sicher in der Messe Augsburg begrüßen können.
Heimatkreis Reichenberg Stadt und Land e.V.
Konrad-Adenauer-Allee 39
86150 Augsburg
Tel. 0821-312707
www.reichenberg.de
Über das Unternehmen
Der "Heimatkreis Reichenberg e.V." ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Augsburg, Bayern, und arbeitet als Heimatgliederung in der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit.
Patenstadt der ehemaligen Bewohner aus Stadt und Landkreis Reichenberg ist seit 1955 Augsburg. Der Heimatkreis wird von einem gewählten, ehrenamtlich tätigen Vorstand und vom Kreisrat vertreten.
40 Gemeindebetreuer führen Ortskarteien und sorgen sich um den Zusammenhalt der ehemaligen Bewohner ihrer Städte und Dörfer. Sie organisieren Treffen und besuchen ihre Heimat.
In mehr als 30 Orten Deutschlands und Österreichs bestehen "Reichenberger Gilden"; das sind die regionalen Zusammenschlüsse zur Pflege der Zusammengehörigkeit und kulturellen Tradition.
Der Heimatkreis unterhält in Augsburg eine Geschäftsstelle mit Bücherei, Archiv und Ausstellungsräumen (Reichenberger Heimatstube) in der Konrad-Adenauer-Allee 39.
Dort werden auch die Personenkartei und eine EDV-Anschriftenkartei geführt. Anfragen werden erledigt, Auskünfte erteilt, das umfangreiche Aktenmaterial verwaltet.
Der Heimatkreis Reichenberg e.V. unterstützt die Gemeindebetreuer bei ihrer Arbeit, veranstaltet für die Mitarbeiter Tagungen und Seminare und organisiert das in zweijährigem Abstand stattfindende große "Reichenberger Bundestreffen". Er führt "Reichenberger Jugendwochen" und politische Bildungsreisen durch, vergibt Ehrungen für verdiente Mitarbeiter und sorgt für die Darstellung seiner Arbeit in der Presse.
Zu den kulturellen Aufgaben gehören u.a. die Herausgabe von Heimatbüchern, das monatliche Mitteilungsblatt "Reichenberger Heimatblatt" und das "Jeschken-Iser-Jahrbuch".
In der Geschäftsstelle wird eine Heimatdokumentation aufgebaut und durch Übernahme von Nachlässen ständig erweitert. Der Heimatkreis pflegt die Patenschaft mit der Stadt Augsburg und unterstützt die Städte Kratzau, Liebenau und Christofsgrund im Landkreis bei der Pflege ihrer Patenschaften mit Eichstätt, Königsbrunn und Blaubeuren. Seit 2001 ist er auch Stiftungsmitglied der Stiftung Isergebirgsmuseum in Neugablonz.
Er unterstützt die "Sektion Reichenberg" im Österreichischen Alpenverein für den Erhalt der "Neue Reichenberger Hütte" in Osttirol.
Die Mitarbeiter des Heimatkreises leisten unentgeltliche, ehrenamtliche Arbeit. Allein durch freiwillige Spenden, die von den Landsleuten aus Reichenberg - Stadt und Land - gegeben werden, ist es möglich, die Kosten für diese umfangreichen Aufgaben zu erbringen.
Der Heimatkreis Reichenberg e.V. ist vom Finanzamt Augsburg für die Förderung der Heimatpflege ermächtigt, für alle Zuwendungen Spendenbescheinigungen auszustellen.
Die Vertriebenen aus dem Bezirk Reichenberg haben sich in allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs, überwiegend aber in Süddeutschland, niedergelassen.
Sie haben sich maßgeblich am Wiederaufbau nach dem Krieg und der politischen und wirtschaftlichen Neugestaltung beteiligt und pflegen Kultur und Brauchtum ihrer Herkunftsheimat.
Heimatliebe und das Bekenntnis zu den Werten von Freiheit und Recht sind die Triebfeder für die Teilnahme an großen und kleinen Treffen.
Im Rathaus der Patenstadt Augsburg zeugen Glasfenster des Sudetendeutschen Künstlers Victor Eichler, vor der Kongreßhalle ein von Dr. Ing. Egon Hartmann geschaffener "Reichenberger Brunnen" und im Stadtratssaal ein repräsentativer Wandteppich mit Reichenberger und Augsburger Motiven vom Schaffen unserer Landsleute.
Seit der Überwindung des Kommunismus in der CSFR unterstützt der Heimatkreis mit Hilfe der Bundesregierung, des Freistaates Bayern und einer privaten Düsseldorfer Stiftung die noch in Reichenberg, dem heutigen Liberec, lebenden Landsleute. Nach der Vertreibung von rund 130.000 Deutschen aus dieser Region in Nordböhmen leben heute noch ca. 3.000 bis 4.000 Deutsche in Reichenberg und Umgebung.
Sie haben sich im "Verband der Deutschen - Region Reichenberg/Liberec" zusammengeschlossen.
Ein eigenes Kulturzentrum, bestehend aus mehreren Geschäftsräumen, einer Bibliothek und einem Vortragssaal, konnte eingerichtet werden.
Mit Spenden wurden deutsche Bibliotheken für die Abteilung des deutschen Zweiges am Tschechischen Gymnasium, im deutschen Kulturzentrum, bei sieben Kindergärten und an der Pädagogischen Fakultät der Hochschule ausgestattet.
Ein Altenwohnheim ist erstellt worden.
Ein eigener Jugendclub und Kindergruppen konnten vom "Verband der Deutschen" gegründet werden.
Auf Anregung des Heimatkreises fanden Begegnungen zwischen den Repräsentanten der beiden Städte Reichenberg/Liberec und Augsburg mit dem Ziel statt, daß daraus eine Partnerschaft entstehen könnte.
Auf Anregung des Heimatkreises wurden seit 1991 sieben Deutsch-Tschechische Kulturwochen und vier Seminare mit tschechischen Bürgermeistern und Persönlichkeiten durchgeführt und die Anregung für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gemacht. Heute ist die "Euroregion Neisse" zwischen Sachsen, Niederschlesien (Polen) und Reichenberg/Liberec Wirklichkeit.
Der Heimatkreis Reichenberg e.V. hält nicht nur enge Verbindung zu den Landsleuten in der alten Heimat, sondern auch zu den demokratischen Kräften in dieser Region Nordböhmens. Er will mit seiner Arbeit einen Beitrag zu einem auf Demokratie, Freiheit, Recht und Wahrheit aufgebauten partnerschaftlichen Leben zwischen Deutschen und Tschechen leisten.