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Reichenberg in Böhmen - Entstehen und Vergehen einer deutschen Stadt

16.02.200908:13 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Reichenberg in Böhmen - Entstehen und Vergehen einer deutschen Stadt
Reichenberger Stadtwappen
Reichenberger Stadtwappen

(openPR) Wenn in wenigen Tagen in Liberec die Nordische Ski-WM beginnt, dann besuchen Sportler aus der ganzen Welt eine Stadt in der Tschechischen Republik. Aber Reichenberg, wie die Stadt bis 1945 hieß, hat eine deutsche Geschichte. "Über diese deutsche Geschichte der Stadt Reichenberg/Liberec sollten die Sportler informiert sein, bevor sie sich in den Skistadien rund um die Stadt unter dem Jeschken auf Medaillenjagd begeben", sagt Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Heimatkreis Reichenberg mit Sitz in Augsburg.



Der Name „richenberk“ erscheint erstmals 1352 in einem Verzeichnis des Papstzehnts für eine Siedlung in der Kreuzung von Handelsstraßen im Norden Böhmens.
Nach der Zerstörung des „Stettchin Richenberg“ durch die Hussiten bewirkten die Adelsgeschlechter der Bibersteiner und der Redern einen Aufschwung, der zum Bau einer ersten Kirche führte. 1577 erhielt die Siedlung im Neissetal ein Stadtwappen, ein grosses und ein kleines Stadtsiegel und durfte jährlich 2 Märkte abhalten.1583 wurde ein Schloss errichtet, dem 1603 ein Rathaus folgte.

Mit Leinweberei und Tuchmacherei begann im 17. Jahrhundert die Blütezeit der Stadt.
Unter der Herrschaft des kaiserlichen Oberbefehlshabers Wallenstein wurde 1630 mit dem Bau der Neustadt begonnen.
Mit der Übernahme der Herrschaft Friedland-Reichenberg-Grafenstein-Lämberg durch das Geschlecht der Clam-Gallas erreichte das alte Reichenberg seine höchste Blüte und zählte in der Mitte des 19. Jh. 18.000 Einwohner.

1848 hörte die Geschichte der Stadt auf, eine Geschichte der Herrschaftsbesitzer zu sein.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist Reichenberg die wirtschaftlich bedeutendste Stadt Böhmens nach Prag und ein Handels- und Gewerbezentrum der Donauaumonarchie.

Die Strebsamkeit und der Fleiss seiner Bewohner führten zur Errichtung einer grossen Zahl repräsentativer Bauten, wobei man bewusst der Kaiserstadt Wien nacheifern wollte. Um die Wende zum 20. Jahrhundert lebten in der Stadt 31.000 Einwohner, davon 28.000 deutsche; der Anteil der Tschechen betrug 5%.

1906 zeigte die deutsche Bevölkerung in der „Deutschböhmischen Ausstellung“ eindrucksvoll aller Welt die Wirtschaftskraft der seit 6 Jahrhunderten ansässigen Bewohner. 1906 wurde auch die Baude des „Gebirgsvereins für das Jeschken- und Isergebirge“ auf dem Hausberg Jeschken eröffnet, die 1964 abbrannte und durch ein Bauwerk aus Eisen und Beton ersetzt wurde.

Als Folge des Ersten Weltkrieges wurde die Donaumonarchie zerschlagen, die Deutschen in Böhmen wurden entgegen ihrem erklärten Willen der neugegründeten Republik Tschechoslowakei einverleibt.

1938 kamen 3,5 Millionen Deutsche und die von ihnen bewohnten Gebiete aufgrund der Entscheidung der Grossmächte („Münchner Abkommen“) zum Deutschen Reich, das sie in noch grössere Unfreiheit und in den folgenschweren Zweiten Weltkrieg führte.

Nach Kriegsende wurden nahezu alle Deutschen aus ihrer angestammten Heimat Böhmen ausgewiesen.
So kam es dazu, dass die Geschichte der deutschen Stadt Reichenberg nach 600 Jahren endete: über Jahrhunderte lange Nachbarn übernahmen alles und führten es in 40 Jahren Kommunismus einem bitteren Ende zu, das nach dessen Zusammenbruch mit eigener Kraft und westlicher Hilfe, aber mit Gleichgültigkeit gegenüber den deutschböhmischen Wurzeln zu neuer Blüte führen soll.

Seit 1945 trägt die Stadt den traditionellen tschechischen Namen „Liberec“, (nach „liberk“, wie die Tschechen Reichenberg schon im Mittelalter genannt hatten).

In der Patenstadt der Reichenberger, Augsburg, kündet der „Reichenberger Brunnen“ vor der Kongresshalle von der einstigen Stadt Reichenberg unter dem Jeschken und dem Schicksal der Stadt und ihrer deutschen Bewohner.

Reichenberg lebt weiter in der Erinnerung der im „Heimatkreis Reichenberg“ e.V. verbundenen Landsleute, seinen Publikationen, wie dem „Reichenberger Heimatblatt“ und dem „Jeschken-Iser-Jahrbuch“, den zahlreichen örtlichen Gruppierungen (Gilden) und den heimatbezogenen Gemeindebetreuungen.

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