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Alles Kultur - Kultus ist nicht alles

14.09.200912:53 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Alles Kultur - Kultus ist nicht alles
Rudolf Kauschka - ein Sohn Reichenbergs - erster Europameister im Rennrodeln am Jeschken
Rudolf Kauschka - ein Sohn Reichenbergs - erster Europameister im Rennrodeln am Jeschken

(openPR) Alles Kultur – Kultur ist nicht alles
2 Jahrzehnte grenzüberschreitende Arbeit des Heimatkreis Reichenberg

20 Jahre sind seit der Samtenen Revolution vergangenen. Längst gehören die Ereignisse von damals der Geschichte an. „Meine Cousine aus Werder bei Potsdam war in den Sommertagen 1989 bei uns zu Besuch. In Ungarn strömten Bürger der DDR zusammen und kehrten ihrem Staat den Rücken. Keiner von uns wusste was sich ereignen würde“ erzählt Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Heimatkreis Reichenberg mit Sitz in Augsburg. Er berichtet weiter „ Wir drängten sie zu bleiben, aber der Rest der Familie hatte keine Reisegenehmigung erhalten und so kehrten sie in eine ungewisse Zukunft in die DDR zurück.“



Wenige Wochen nach diesen Ereignissen flüchteten sich Tausende DDR-Bürger in die Prager Botschaft. Im September 1989 öffnete Ungarn seine Grenzen nach Österreich. In Leipzig versammelten sich Mutige zu den sog. Montagsdemonstrationen. Der Machtapparat der DDR schwand und am 9. November 1989 fiel die Mauer. Damit fiel das Symbol der Abgrenzung, das seit 1961 Familien in West und Ost trennte.

2 Jahrzehnte sind seither vergangen. 2 Jahrzehnte in denen der Heimatkreis Reichenberg seiner Brückenbauerfunktion zwischen Deutschen, Sudetendeutschen und Tschechen mehr als gerecht wurde. „ Als die Mauern fielen organisierten wir sofort eine erste Bildungsfahrt in die Heimat. Mit den ersten Deutsch-Tschechischen Kulturtage in Reichenberg waren wir Vorreiter in der grenzüberschreitenden Arbeit innerhalb der Sudetendeutschen Landsmannschaft“, sagt Klaus Hoffmann.

Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer angestammten Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Aderlass in der Tschechei. Einem Aderlass in jeglicher Hinsicht. Auch kulturell. Aber Kultur ist nicht alles! Deshalb führte der Heimatkreis Reichenberg Gespräche mit den Verantwortlichen seiner Patenstadt Augsburg und in der Heimatstadt Reichenberg. Ziel war es die politischen Kräfte zueinander zu führen. Nach Jahrzehnten der kommunistischen Diktatur sollten demokratische Kräfte von Anfang mithelfen beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung in Reichenberg. Und es gelang. Mehrmals trafen sich Abordnungen unter der Federführung des Heimatkreises in Augsburg und tauschten sich zu Fragen der Kommunalpolitik aus. 2001 schließlich schlossen die beiden Städte gar eine Städtepartnerschaft. Während aller Treffen hat der Heimatkreis auch immer dafür gesorgt, dass den Teilnehmern beider Städte das Wirken der Deutschen in Reichenberg und im Sudetenland bis zur Vertreibung und darüber hinaus näher gebracht wurde. Wirtschaft und Politik rundeten das Bild ab. Und die Klammer bildete die Kultur.

Auch in diesen Tagen wird der Heimatkreis Reichenberg sein Wirken für die Landsleute in der Heimat und für seine Heimatstadt Reichenberg fortsetzen. Mit einem mehrtägigen Programm in Zittau, Olbersdorf und Reichenberg wird er wieder auf die Leistungen der Deutschen im Sudetenland hinweisen, aber auch auf das bis heute bestehende Unrecht, das den Deutschen wiederfahren ist.

Am 25.9. beginnen die Veranstaltungen im Rathaus in Zittau. Am 26. ist ein großes Treffen in Olbersdorf im Mandaupark geplant und am 27. wird Vater Jeschken eine große Delegation willkommen heißen können. Ein reichhaltiges Programm, das im Übrigen vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Sudetendeutschen Stiftung unterstützt wird, wird geboten. Mehrere Gruppen werden außerdem in Oybin und Reichenberg Station machen und das Programm vervollständigen.

„Wir erwarten mehrere hundert Teilnehmer“ sagt Klaus Hoffmann weiter und heißt alle herzlich im Dreiländereck willkommen.


Aus dem Programm:
25.9. Empfang im Rathaus Zittau
Kranzniederlegung in Waltersdorf
26.9. Großes Treffen der Reichenberg in Olbersdorf, Mandau-Park
Verleihung der Liebieg-Denkmünze an E. Scholz, Reichenberg/Liberec für seine Verdienste um die
Versöhnung und den Aufbau der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen und Mähren
27.9. Fahrt nach Reichenberg – Besuch des Deutsch-Tschechischen Begegnungszentrums u.a.
28.9. Gesprächskreise und Besichtigungen in Reichenberg - Fortführung

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