(openPR) Freiburg, 12.11.2008: Die Zerstörung der Wälder stellt einen größeren finanziellen Verlust für die Weltwirtschaft dar als die momentane globale Bankenkrise. Eine neue Studie der EU beziffert die durch Waldverlust verursachten jährlichen Kosten auf 2 bis 5 Billionen Dollar, was in etwa sieben Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entspricht. Diese Summe ergibt sich aus den zahlreichen ökosystemaren Leistungen des Waldes, wie beispielsweise die Filterung von Wasser und die Speicherung von Kohlendioxid. Im Vergleich dazu belaufen sich die errechneten Verluste im Finanzsektor auf eine bis anderthalb Billionen Dollar.
“Die Kosten sind nicht nur höher, sondern sie sind auch fortlaufend, sie entstehen jedes Jahr, Jahr für Jahr“, sagt Pavan Sukhdev, Ökonom der Deutschen Bank unter dessen Federführung der viel diskutierte Bericht erstellt wurde.
Die Berechnung der Kosten beruht auf der Schlussfolgerung, dass mit dem Verschwinden von Wäldern auch deren Leistungen verschwinden, die bislang kostenlos zur Verfügung standen. Der Wald ist nicht nur Rohstoffquelle, sondern er ist u.a. auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, filtert und speichert Wasser.
Ein Ersatz vieler dieser Leistungen ist durch technische Maßnahmen nicht zu erbringen. Von den negativen Folgen der Waldvernichtung sind hauptsächlich arme Bevölkerungsteile betroffen. Laut Sukhdev müssten weltweit in den nächsten 30 Jahren mindestens 28 Millionen für den Naturschutz investiert werden. Jeder Dollar würde sich jedoch 100-fach auszahlen, denn nur so könnten die Leistungen des Waldes bewahrt werden.
„Das Zertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC) trägt durch festgelegte Bewirtschaftungsstandards langfristig zum Erhalt von Wäldern und somit auch zum Erhalt seiner Leistungen bei,“ sagt Erwin Hussendörfer, Professor für Waldbau an der Fachhochschule Weihenstephan und Vorsitzender der FSC Arbeitsgruppe Deutschland. Ein Forstbetrieb, der sich nach dem FSC-Standard zertifizieren lässt, muss seinen Wald entsprechend bewirtschaften. Dies beinhaltet u.a. den Verbot von Kahlschlägen und Pestizideinsatz, der Schutz besonders seltener Arten und Ökosysteme sowie die Berücksichtigung indigener Völkerrechte. „Besonders in den Tropen ist der FSC ein Instrument, der illegalen Abholzung entgegenzuwirken“, so Hussendörfer.















