openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Denk-mal50plus - »Politisches Theater heute«

26.10.200819:06 UhrKunst & Kultur
Bild: Denk-mal50plus - »Politisches Theater heute«
Politikwissenschaftlers und Buchautor Colin Crouch: »Postdemokratie«, Suhrkamp 2008
Politikwissenschaftlers und Buchautor Colin Crouch: »Postdemokratie«, Suhrkamp 2008

(openPR) Fernab des politischen Tagesgeschehens (oder auch ganz nah dran …) bemüht sich die Bundeszentrale für Politische Bildung Einfluss auf das Zeitgeschehen zu nehmen, jedenfalls begleitend theoretisch. Mit der Herausgabe der Zeitschrift aus »Politik und Zeitgeschehen«, eine Beilage zur Wochenzeitung »Das Parlament« versucht sie, uns in der Ausgabe vom 13. Oktober Nachdenkenswertes zum Thema »Politisches Theater« nahe zu bringen.



Eberhard Görner im Interview mit Maria von Bismarck: »Autoren von Shakespeare bis Brecht besitzen für das Theater Langzeitwirkung über Jahrhunderte hinweg. Jetzt sind wir konfrontiert mit Autoren und mit Literatur, die eher Kurzzeitwirkung haben«.

»Ja, und das trifft auch auf die Politik zu. Weil der Mensch überdreht ist - durch Kommunikation, durch Medien, durch Anspruch - und keine Wurzeln mehr empfindet, muss alles schnell konsumiert werden, weil er sonst zusammenbricht. Weil sonst das ganze System zusammenbricht. Deswegen setzt man sich diese kurzen Ziele. Wenn man sich Theater in den USA anschaut und sich dort in der Gesellschaft umsieht, ist dieses Phänomen noch extremer. Was steckt dahinter? Nichts als Angst vor der Zukunft, Angst vor langem Atem, Angst davor, etwas aufzubauen, wie vielleicht im alten Ägypten jemand einen Tempel gebaut und wirklich drei Monate gebraucht hat, um einen Stein dorthin zu setzen«, so Maria von Bismarck.

Eberhard Görner: »Du hast die Misere des Theaters beschrieben. Erhoffst du dir eine Verbesserung durch die Politik?«

»Ehrlich gesagt: Ich glaube, dass es keine Politiker mehr gibt, die sich ernsthaft öffnen für Kunst oder Theater. Oder nur ganz wenige. Selbst Kultus- oder Kulturminister haben keine Zeit, ins Theater zu gehen oder sich die Vielfalt des Theaters anzuschauen. Oder zu lesen. Das sind Manager. Und ich glaube, dass die meisten den großen Fehler machen, dass sie die Bedeutung von Kultur völlig unterschätzen. Deswegen habe ich nicht viel Hoffnung, dass sich etwas verbessert. Im Gegenteil: Ich glaube, dass die Wüste, die oft in der Politik herrscht, immer mehr auf die Kultur übergreift. Aber es muss natürlich von der Politik kommen. Weil Politik die Theater finanziert. Das Erkennen der Wertigkeit von Kultur, dass sie eben nicht nur Unterhaltung ist und nicht nur eine nette Beilage zum Steak. Das ist immer weniger der Fall«. Soweit Auszüge aus dem Interview mit Eberhard Görner.

Wolfgang Engel auf die Frage von Eberhard Görner: »Du hast Theater immer als Form des politischen Dialogs mit dem Publikum verstanden. In der DDR warst du in dieser Hinsicht eine Lichtgestalt. Verlangt einem eine geschlossene Gesellschaft mehr Phantasie und Intelligenz ab als eine offene?«

»Ich habe gelernt, dass alles, was man am Theater macht, mit Politik zu tun hat. Selbst in Stücken, wo man meint, dass sich die Leute privat verhalten, ist das meist nur ein vorgeschobener Grund für einen politischen Vorgang. Oder umgekehrt, sie meinen, sich privat zu verhalten, und das hat politische Auswirkungen. Also eine ewige Dialektik. Die Grenzen sind fließend. Dafür sind die alten Stücke geradezu prädestiniert, weil sie in ihrer Sprache Assoziationsfelder zulassen. Das hat schon etwas mit der DDR zu tun: Das Maul war verbunden oder zugeklebt, und man hat trotzdem versucht zu sprechen. Ich habe alle Stücke, die ich gemacht habe, immer so verstanden, egal, ob der Text zweitausend Jahre alt war oder zwei Jahre. Wenn er etwas mit meinem Verständnis von Gegenwart zu tun hatte, dann habe ich das gemacht. Ich habe Stücke, bei denen ich das nicht gemerkt habe, nicht inszeniert. Dass das eine oder andere mehr oder weniger gelungen war, ist eine andere Sache. Das hat auch damit zu tun, wie ein Satz, der vor einem steht, der sich aus Buchstaben und Worten zusammensetzt, innerhalb von zehn Jahren mehrfach interpretiert werden kann. Das hat mich gereizt. Es gibt dieses berühmte Beispiel vom Deutschen Theater in Berlin, wo es drei Nathan-Aufführungen gab: 1946, 1956 und 1966. Es war jedes Mal derselbe Text, aber es waren drei völlig unterschiedliche Aufführungen«, so Wolfgang Engel gegenüber Eberhard Görner.

Eberhard Görner (64) ist Filmregisseur, Dramaturg und Drehbuchautor, u. a. für "Nikolaikirche" (Regie: Frank Beyer) und "Der neunte Tag" (Regie: Volker Schlöndorff); Honorarprofessor für Bewegtbildmedien an der HTW Dresden und Leiter der E. G.-Filmproduktion. Liliencron-Haus, 16259 Bad Freienwalde.

Horst Grenz, Leiter des Flensburger Instituts50plus: »Soweit Ausschnitte aus zwei lesenswerten Interviews. Auf der real-politischen Bühne ? auch auf der wirtschaftlichen ? befinden wir uns nach Auffassung des englischen Politikwissenschaftlers und Buchautoren Colin Crouch im Zeitalter der »Postdemokratie«. Wer sind die Regisseure, wer die Schauspieler, wer die Zuschauer?«, so ist zu fragen. Weitere Informationen: www.bpb.de/publikationen und per E-Mail Eberhard Görner: E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 254047
 229

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Denk-mal50plus - »Politisches Theater heute«“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von EUROPAS HOHER NORDEN

Bild: EUROPAS HOHER NORDEN AUF DER LEIPZIGER NOTENSPURBild: EUROPAS HOHER NORDEN AUF DER LEIPZIGER NOTENSPUR
EUROPAS HOHER NORDEN AUF DER LEIPZIGER NOTENSPUR
Eröffnungskonzert des Gewandhaus-orchester zur 240. Saison Es war ein Neubeginn der Superlative, zu dem das Gewandhaus Leipzig nach längerer Corona-Pause am 12. September endlich wieder seine Türen öffnen konnte. Auf dem Programm Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“, für den Anlass als Konzerteröffnungsstück wie geschaffen. Ein orchestraler Auftakt, der durch den hymnisch anmutenden ersten Teil mit einem fanfarenartigen Einschub der Trompeten der freudigen Erwartung auf die neue Spielzeit musikalisch Ausdruck gab. Meisterschaftlich vor…
28.09.2020
Bild: WILD TAIGA - DER SOMMER IST NICHT STORNIERTBild: WILD TAIGA - DER SOMMER IST NICHT STORNIERT
WILD TAIGA - DER SOMMER IST NICHT STORNIERT
Für das Wild-Taiga Team war von Anfang an klar, der Sommer 2020 wird nicht storniert – trotz der damit verbundenen Herausforderungen und Unsicherheiten. Wenn sich jetzt im Juni die nationalen Grenzen für den internationalen Tourismus wieder öffnen, ist man in der Region Wild Taiga gut aufgestellt, etwa auf dem Feld der kulturellen Angebote, im Hotel- und Sommerhausbereich aber auch im Bereich der Hygiene und Gesundheitsversorgung. Und eine gewisse Portion Stolz ist auch vorhanden, denn nach einer Studie des Schweizer Weltwirtschaftsforums is…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Eberhard Görner, Freienwalde: »Am Abgrund der Utopie«Bild: Eberhard Görner, Freienwalde: »Am Abgrund der Utopie«
Eberhard Görner, Freienwalde: »Am Abgrund der Utopie«
Denk-mal50plus - Rechtzeitig zur Planung des kommenden Wintersemesters legt Prof. Eberhard Görner, Freienwalde, Buchautor, Dramaturg, Drehbuchautor und Filmregisseur (Der neunte Tag, Elisabeth Mann-Borgense – Botschafterin der Meere, George Tabori – der Schriftsteller als Fremder sowie sein jüngstes Fernsehportrait über Klaus Staeck – die Gedanken sind …
Bild: 2. Daarler TheaterSommer vom 5. August bis 2. September 2012Bild: 2. Daarler TheaterSommer vom 5. August bis 2. September 2012
2. Daarler TheaterSommer vom 5. August bis 2. September 2012
Sie haben keine Gelegenheit, in Urlaub zu fahren? Und nun befürchten Sie, Trübsal blasend und kulturell verwahrlost im Sommerloch zu versacken, weil sämtliche Theater Pause machen? Irrtum: Vom 5. August bis 2. September veranstaltet das Kinder-, Jugend- und Familientheater überzwerg den „2. Daarler TheaterSommer“ für jugendlich-erwachsenes Publikum! Nach …
Tod des Dirigenten Prof. Dr. Wolfgang Sawallisch
Tod des Dirigenten Prof. Dr. Wolfgang Sawallisch
… von uns gegangen. Der Aufstieg zum international renommierten Dirigenten orientierte sich an den Maßstäben guter Kapellmeistertradition: Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater Augsburg 1947–53; 1953-58 Generalmusikdirektor am Theater Aachen; 1958–60 Generalmusikdirektor in Wiesbaden; 1960–64 Generalmusikdirektor in Köln sowie ab 1961 eine Professur …
Bild: Große Unterstützung der Düsseldorfer Jonges für die Wiederaufstellung des Mendelssohn-Denkmals in DüsseldorfBild: Große Unterstützung der Düsseldorfer Jonges für die Wiederaufstellung des Mendelssohn-Denkmals in Düsseldorf
Große Unterstützung der Düsseldorfer Jonges für die Wiederaufstellung des Mendelssohn-Denkmals in Düsseldorf
… der als „Gründungs¬dokument“ für die erste Musikhochschule Deutschlands in Leipzig gilt. Das Original-Dokument konnte die daraus hervorgegange-ne „HMT Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy, Leipzig“ 2010 u.a. mit Unterstützung von AENGEVELT bei Sotheby´s in London gegen hohen Bieterwettbewerb ersteigern. Für die Brüder Aengevelt …
Bild: Analyse, Empfehlung und Umsetzung - der Sprung ins UnternehmerglückBild: Analyse, Empfehlung und Umsetzung - der Sprung ins Unternehmerglück
Analyse, Empfehlung und Umsetzung - der Sprung ins Unternehmerglück
DENK[HOUSE] Systems bietet praxisorientierte Branchenlösungen von der Organisation bis zur Umsetzung von kompletten Unternehmenszielen „Ordnung ist die Verbindung des Vielen nach einer Regel“ sagt der berühmte Philosoph Emmanuel Kant. In einem System optimale Ergebnisse durch Reduktion auf das Wesentliche und Stabilisierung wichtiger Wachstumsfaktoren zu erreichen bedingt unternehmerischen Erfolg. Unternehmerglück ist daher abhängig von effizienter Organisation. Die Firma DENK[HOUSE] Systems e.K. zeigt hier für Unternehmen nach eingehender …
denk outdoor - der Spezialist für Outdoorsport - Kanu . Kajak . Bergsport
denk outdoor - der Spezialist für Outdoorsport - Kanu . Kajak . Bergsport
anu Kajak oder Kanadier: Der denk outdoor Kajakshop liefert Boote und Zubehör Kanu-Kajak Boote und Zubehör ist ein Schwerpunkt im Sortiment bei denk outdoor. Ob Wildwasserkajaks (Creeker und Riverrunner), Tourenkajaks, Seekajaks, Kanadier, Luftboote oder Faltkanus, ob für Kinder, Einsteiger oder Profis: denk outdoor ist ein erfahrener Kajakshop, der nur Kajak Modelle und Marken anbietet, die in Design und Funktionalität überzeugen und bewährt sind. Das Kajakshop Sortiment wird ergänzt durch Kajak Paddel, Sicherheitsausrüstung wie Kajakhelme,…
Bild: Quantum Training für Theater – der internationale Lehrgang von Dr. Jurij Alschitz geht an den StartBild: Quantum Training für Theater – der internationale Lehrgang von Dr. Jurij Alschitz geht an den Start
Quantum Training für Theater – der internationale Lehrgang von Dr. Jurij Alschitz geht an den Start
… nicht nur die herkömmlichen oder gerade aktuellen Bühnenformate vermittelt, sondern die Erneuerung der darstellenden Künste vorantreibt und damit die Recherche für das Theater von morgen beginnt. Hier setzt der künstlerische Leiter Dr. Jurij Alschitz an, indem er wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Quantenmechanik, der Wellen- und Resonanztheorie …
Bild: AKT-ZENT Internationales Theaterzentrum wird zum World Theatre Training Institute AKT-ZENT/ITIBild: AKT-ZENT Internationales Theaterzentrum wird zum World Theatre Training Institute AKT-ZENT/ITI
AKT-ZENT Internationales Theaterzentrum wird zum World Theatre Training Institute AKT-ZENT/ITI
AKT-ZENT Internationales Theaterzentrum, das 2011 zum Forschungszentrum für Theatertrainingsmethoden des Internationalen Theaterinstituts (ITI) ernannt wurde, wird World Theatre Training Institute AKT-ZENT/ITI. Das ITI ist die Weltorganisation für die Performing Arts unter der Patronage der UNESCO. Die Berufung durch das ITI Worldwide basierte auf der …
Neue Aspekte für die Leiharbeit
Neue Aspekte für die Leiharbeit
… ab. Überall in der Kultur werden die Mittel drastisch gekürzt. Bisher war es üblich, immer dort die Personalkosten abzubauen, wo sich der geringste Widerstand abzeichnet. Beim Theater sind es ausgerechnet die Schauspieler, die sich nicht wehren. Schon traditionell fehlt an kleinen Bühnen der König Lear, denn die Verträge der jovialen Herren werden nach …
Bild: Panzerschlacht in DüsseldorfBild: Panzerschlacht in Düsseldorf
Panzerschlacht in Düsseldorf
… und geschichtlichen Dimensionen, darstellen.“ „Und es ist Nacht mitten am Tag.“ Live miterleben können Sie das Buch *PANZERSCHLACHT* auch im Theater Dortmund am 7. Dezember 08, sh. auch www.theaterdo.de Angaben zum Buch Englisch Broschur mit 112 Seiten 1. Auflage Oktober 2008www.luubooks.de/product_info.php/info/p2901_Panzerschlacht.html Aus der Edition …
Sie lesen gerade: Denk-mal50plus - »Politisches Theater heute«