(openPR) Der bekannte Münchner Dirigent und Pianist ist am vergangenen Freitag im Alter von 89 Jahren für immer von uns gegangen.
Der Aufstieg zum international renommierten Dirigenten orientierte sich an den Maßstäben guter Kapellmeistertradition: Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater Augsburg 1947–53; 1953-58 Generalmusikdirektor am Theater Aachen; 1958–60 Generalmusikdirektor in Wiesbaden; 1960–64 Generalmusikdirektor in Köln sowie ab 1961 eine Professur für Dirigieren an der Kölner Musikhochschule; 1960–70 Chefdirigent der Wiener Symphoniker sowie zusätzlich 1961–73 hamburgischer Generalmusikdirektor, zugleich Chefdirigent der Hamburger Philharmoniker [1]; 1973–80 Chefdirigent des Orchestre de la Suisse Romande Genf.
Seit seinem internationalen Durchbruch mit den Berliner Philharmonikern beim „Edinburgh Festival“ 1955 wurde Sawallisch von den Eliteorchestern Westeuropas immer wieder zu Gastdirigaten eingeladen. Hinzu kamen Verpflichtungen in Bayreuth (1957–62), Salzburg, Florenz und an der Mailänder Scala. Seit 1969 reiste Sawallisch regelmäßig nach Japan, wo er mit dem NHK Symphony Orchestra Tokio zusammenarbeitete (seit 1967 Ehrendirigent).
1971–92 stand München im Zentrum seines musikalischen Wirkens. Als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper übernahm er 1971 die Nachfolge von Joseph Keilberth. 1976/77 leitete er das Haus bis zum Amtsantritt August Everdings auch als Intendant.
Sawallischs Aufführungen des Gesamtwerks von Richard Wagner (1982/83) und Richard Strauss (1988) fanden internationale Beachtung. Sawallisch hat sich immer wieder auch für die gemäßigte Moderne eingesetzt.
Nach zweiundzwanzig Jahren am Nationaltheater München war Sawallisch von 1993 bis 2003 erfolgreicher Musikalischer Leiter des Philadelphia Orchestra. In der Presse der USA rühmte man sein Engagement für moderne amerikanische Musik.
Sawallisch hat sich auch als Pianist einen Namen gemacht. Seit er gemeinsam mit Gerhard Seitz (Violine) 1949 beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf im Fach Violine-Klavier einen ersten Preis gewann, konzertierte er regelmäßig auch als Kammermusiker und Liedbegleiter (u. a. von Dietrich Fischer-Dieskau, Peter Schreier und Elisabeth Schwarzkopf). Eine umfangreiche Diskographie ergänzt sein musikalisches Wirken.
Sawallisch gründete 2002 die Wolfgang-Sawallisch-Stiftung, die eine Musikschule umfasst. Er lebte bis zum Schluss in seinen Haus in Grassau am Chiemsee.
Bestattungen Karl Albert Denk ist mit der Organisation der Beerdigung beauftragt worden. Es wurde gewünscht, dass die Beerdigung von Prof. Dr. Wolfgang Sawallisch im engsten Kreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Zu einem späteren Zeitpunkt wird in der Heilig-Geist-Kirche zu München ein Requiem abgehalten, zelebriert durch den Bischof Josef Clemens.









