(openPR) Die modernen Menschen der westlichen Gesellschaften kommen sich zunehmend vor wie verkappte Stars, die ihre vermeintliche Unentbehrlichkeit in Beruf, Freizeit und Internet mit einem verkümmerten Sozialleben zu bezahlen bereit sind. Gestützt werden sie in ihrer Einschätzung von den Massenmedien, hinter denen handfeste staatliche und wirtschaftliche Interessen stehen. Diese eigennützigen Interessen näher zu beleuchten, hat sich das Projekt 'Wir-sind-wichtig' auf die Fahnen geschrieben.
Die berufliche Karriere ist der Fetisch der modernen Zeit. Erfolgsmenschen von heute richten ihr Leben ganz nach den Erfordernissen der Wirtschaft aus und zahlen dafür oft den Preis mangelnder oder sogar gänzlich fehlender verlässlicher sozialer Bindungen. Nur wenigen Frauen und Männern gelingt es, ihre jeweiligen Karrierepläne unter einen Hut zu bekommen und ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Verantwortung aufzubauen. So kann sich die Single-Gesellschaft mit all ihren negativen psychischen Folgen für die Menschen zunehmend durchsetzen und wird dabei vom Staat bereitwillig alimentiert. Das Funktionieren der Wirtschaft hat Priorität.
Begleitet wird das Leben der immer mehr an Erwerbsarbeit orientierten Menschen durch Massenmedien und Politiker, denen das Konzept der Individualisierung, das einst von der 68er-Generation als Befreiung von einengenden gesellschaftlichen Normen und Werten gefördert wurde, hervorragend in ihre Pläne zum eigenen Machterhalt passt. Auf sich selbst fixierte Menschen mit brüchigen sozialen Bindungen begeben sich bereitwilliger in die Abhängigkeit staatlicher Fürsorge als solche mit intakten Beziehungen. Die von den Medien genährten Illusionen der eigenen Wichtigkeit durch ein Wechselspiel aus Selbstüberhöhung und Angstmache scheint für viele eine zunehmend entfremdete Existenz zu rechtfertigen.
Die freie Berliner Kunst- und Politikplattform moderne21 widmet sich mit ihrer neuen Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ der Frage, wieweit wirtschaftliche Interessen bereits Einfluss auf die Lebensgestaltung, auf Glück und Unglück der Menschen gewonnen haben. Die Vorstellung, ausschließlich über beruflichen Erfolg und `Karriere´ ein erfülltes Leben führen zu können, wird dabei schnell als populärer aber gefährlicher Mythos entlarvt.
Am 09.10. findet mit freundlicher Unterstützung des Berliner Kunsthauses Tacheles in der Oranienburgerstraße 54-56a ab 20 Uhr in der `Neuen Galerie´ (4.OG) eine vom Mediensoziologen Hartmut Lühr geleitete Podiumsdiskussion zum Projektstart von `Wir-sind-wichtig´ statt. Gäste: Daniel Fallenstein (FdoG) u.a.




















