openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Nepals Maoisten - Und was kommt nun?

01.10.200822:33 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Ein älterer Tibeter fleht die nepalesische Polizei an, seine Landsleute zu verschonen
Ein älterer Tibeter fleht die nepalesische Polizei an, seine Landsleute zu verschonen

(openPR) Nach einem jahrelangen Volkskrieg, bei dem Tausende ums Leben kamen, nehmen die nepalesischen Maoisten nun an der politischen Hauptströmung des Landes teil. Aber ist eine Ein-Parteien-Regierung noch immer ihr letztes Ziel?

Experten sind nach dem zehn Jahre währenden Bürgerkrieg und den Wahlen im vergangenen April, bei denen die Partei die Mehrheit der Sitze im Parlament gewann, geteilter Ansicht über das Engagement der nepalesischen Maoisten, was die Demokratie betrifft. Die Kommunistische Partei Nepals (Maoisten) ist jetzt die größte Partei in der verfassungsgebenden Versammlung. Und im August wurde der Parteivorsitzende Prachanda zum Premierminister ernannt.



Mit den Mehrparteienwahlen und der Abschaffung der Monarchie im Frühling dieses Jahres hätten die nepalesischen Maoisten ihr größtes Ziel erreicht, sagte Urmila Venugopalan, die Asien-Sachbearbeiterin für Länderrisiko-Einschätzung bei der Jane’s Information Group in London.

„Ich denke jedoch, daß es einen echten Grund zur Sorge gibt, ob die Maoisten ihre organisatorischen Strukturen auf allen Ebenen auch tatsächlich abgebaut haben“, fügte sie hinzu.

Über 19.000 maoistische Kämpfer seien noch immer nicht in das nepalesische Militär eingegliedert worden – eine der Bedingungen des Friedensabkommens, das vor zwei Jahren ausgehandelt worden war, als die Maoisten ihre Waffen niederlegten, fuhr sie fort. Und der Verbleib vieler ihrer Waffen sei trotz des Versprechens, daß sie unter Aufsicht der UN „verwahrt“ würden, nach wie vor nicht nachweisbar.

„Ich denke, daß die Maoisten noch immer eine beachtliche Anzahl von Waffen zurückhalten“, meint Bob Templer von der International Crisis Group (ICG) in New York.

Ein weiterer Grund zur Besorgnis, so Venugopalan, sei, daß die Maoisten ihren Jugend-Flügel, die Liga der jungen Kommunisten (YCL), „der eine Art von Parallel-Polizeitruppe darstellt“, nicht aufgelöst hätten.

„Ich denke, es gibt wirklich Grund zur Besorgnis im Hinblick auf die Absichten der Maoisten. Doch im Augenblick kann man noch nicht genau erkennen, in welche Richtung sie steuern.“

Zeit abzurüsten

Bob Templer, Direktor des Asien-Programms der International Crisis Group (ICG) in New York, sprach sich für eine Entwaffnung der YCL aus. „Sie haben viel darüber gesprochen, aber bislang nichts davon in die Tat umgesetzt“, sagte er dazu.

Templer erklärte ferner, die Führung der Maoisten mag den Anschein erwecken , daß sie den direkten Kontakt mit dieser Gruppe meidet, „doch gleichzeitig ist sie recht froh darüber, daß sie im Hintergrund über eine Gruppe verfügt, die das Volk einschüchtern und dergleichen mehr tun kann.“

Die Maoisten mögen auf ihr Ziel einer Einparteienregierung verzichtet haben, als sie den Friedensvertrag mit den anderen Parteien unterzeichneten, der den Friedensprozeß einleitete, sagte Templer weiter. Sie hätten mittlerweile begriffen, daß sie in einer sich verändernden Welt leben. „Sie wissen ganz genau, daß zahlreiche kommunistische Regimes [rund um die Welt] versagt haben, und sie sind sich gewisser Dinge sehr bewußt, etwa der Tatsache, daß Indien eine aggressiv-maoistische Regierung vermutlich nicht tolerieren würde. Ebenso ist es zweifelhaft, ob Nepals Geberländer so etwas akzeptieren würden.“ „Was sie in erster Linie wollten, ist die Monarchie loszuwerden, und das ist jetzt geschehen“.

„Prachanda geht nun sehr vorsichtig vor“, sagte Mikel Dunham, ein Beobachter der nepalesischen Politik und Autor des Buches „Buddhas Krieger“. „Das Land befindet sich derzeit offenbar in einer Notlage und bedarf dringend ausländischer Investitionen.“

„Im Moment haben sie gar keine andere Wahl als mit den anderen Parteien zusammenzuarbeiten“, fügte Dunham hinzu. Doch er fuhr fort, daß die Maoisten nun heimlich ihre Machtbasis ausbauten, indem sie sich unauffällig in Privatgeschäfte und Verbände einschlichen.

„Ich habe einen tibetischen Freund, Besitzer einer Teppichfabrik in Bodhnath, ein wenig außerhalb von Kathmandu. Eines Tages kam er in sein Büro, und da saßen plötzlich drei maoistische Kader an seinem Schreibtisch und erklärten, sie wollten ihm bei seiner Arbeit helfen.“

„Die Agenda der Maoisten in Nepal ist und bleibt letztendlich, das ganze Land an sich zu reißen“, sagte Dunham.

Hinwendung zu China

Nepals wachsende politische Neigung zu China bedeutet eine zunehmende Gefahr für die in Nepal lebenden Tibeter, die gegen das Vorgehen der chinesischen Regierung in den von Tibetern bewohnten Gegenden im benachbarten China protestieren. Tibeter, die in Nepal vor chinesischen Einrichtungen protestieren, werden geschlagen, festgenommen und ihnen wird mit der Abschiebung nach Indien gedroht.

„Das ist der erste Schlag der neuen maoistisch geführten Regierung Nepals gegen uns Tibeter“, sagte Tenzin Kunkyab, einer von 80 tibetischen Demonstranten, die am 9. September verhaftet worden waren. „Ich denke, daß die nepalesische Regierung unter dem Druck Chinas handelt.“

Als man den Tibetern sagte, sie würden zu dem Einwanderungsbüro gebracht werden, weigerten sie sich, aufzustehen. „Dann kamen mit lathis (Schlagstöcken aus Holz) bewaffnete Polizisten herein, schlugen uns und beförderten uns gewaltsam in die Polizeiwagen.“ Auch etliche ältere Frauen wurden geschlagen und verletzt. Die Hände zweier Demonstranten wurden übel zugerichtet. „Als wir beim Einwanderungsbüro eintrafen, ließen sie uns eine halbe Stunde in dem Polizeiwagen sitzen und dann fuhren sie uns zu dem ursprünglichen Haftzentrum zurück.“

„Sie versuchen, unsere Proteste damit zu unterbinden, daß sie uns mit Abschiebung drohen. Aber unsere Proteste werden weitergehen. Nepal ist immerhin [noch] ein demokratisches Land.“

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 247373
 1343

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Nepals Maoisten - Und was kommt nun?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IGFM Muenchen

Bild: Die Chinesen zwingen die tibetischen Nomaden, ihren Premierminister und den Dalai Lama zu kritisieren
Die Chinesen zwingen die tibetischen Nomaden, ihren Premierminister und den Dalai Lama zu kritisieren
Wie aus einer tibetischen Quelle im Exil verlautet, forderten die chinesischen Behörden von tibetischen Nomaden in Lithang (Kham), ein Dokument zu unterzeichnen, daß sie sich von ihrem geistlichen Oberhaupt, dem Dalai Lama, sowie dem tibetischen Premierminister im Exil, Lobsang Sangay, lossagen. Der aus Lithang stammende und jetzt in Südindien wohnende Atuk Tseten sagte, die chinesische Polizei habe die Nomaden im Bezirk Lithang in der TAP Kardze, Provinz Sichuan, gezwungen, das Dokument zu unterschreiben und sie bei einer Weigerung mit Sch…
Bild: Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren BrandverletzungenBild: Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren Brandverletzungen
Ehemaliger Mönch des Klosters Karma in Osttibet erliegt seinen schweren Brandverletzungen
Ein ehemaliger Mönch des Klosters Karma im Bezirk Chamdo, Präfektur Chamdo, TAR, starb am 6. Dezember im Krankenhaus an den Verletzungen, die er davongetragen hatte, als er sich aus Protest gegen die chinesische Herrschaft in Tibet selbst zu verbrennen versuchte. Der 46jährige Tenzin Phuntsok hatte sich am 1. Dezember in der Gemeinde Karma in Chamdo in Brand gesetzt. Chinesische Polizisten löschten das Feuer und lieferten ihn mit schweren Brandwunden in ein Krankenhaus ein. Aus einer Quelle aus Tibet verlautet: „Tenzin Phuntsog, der sich am…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: China bezahlt Nepal für die brutale Maßregelung der TibeterBild: China bezahlt Nepal für die brutale Maßregelung der Tibeter
China bezahlt Nepal für die brutale Maßregelung der Tibeter
… der Vize-Minister für Öffentliche Sicherheit Chen Zhimin bei der auf Chinas Drängen hin abgehaltenen Tagung die chinesische Seite vertrat. In dem Bericht wird das Innenministerium Nepals zitiert, dem zufolge Chen Zhimin bei dem Meeting Dr. Kusum Nachtsicht-Kameras und andere logistische Ausrüstung im Wert von zwei Millionen Yuan (US$ 295.006) überreichte, …
Bild: Schätze des HimalayaBild: Schätze des Himalaya
Schätze des Himalaya
Spirituelle, kulturelle und ökologische Ressourcen Nepals Ausstellung, Bazar und Programm am 17./18. April im Nymphenburger Schlosspark Nepal - ein Land der Gegensätze, ein wirtschaftlich armes Land mit großem spirituellen Reichtum - ein Land voller Wunder und Schätze. Die "Schatzkammer Himalaya" wird einen Spalt breit geöffnet, wenn am Wochenende …
Bild: Spendenaktion für das Sagarmatha Welfare Project in Nepal
Spendenaktion für das Sagarmatha Welfare Project in Nepal
… Alpinkreaktiv – Wanderreisen für Frauen reist so naturverträglich wie möglich, handelt nachhaltig und zeigt soziales Engagement. Alpinkreaktiv unterstützt ein soziales Projekt in den Bergen Nepals – das Sagarmatha Welfare Project mit Sitz in Melamchi. Zum Jahresende ist eine Spendensumme i.H.v. 700 € gesammelt worden. Die noch junge Spendenaktion startete …
Bild: Unterwegs auf Nepals Treppen - Erfahrungen von einer Wanderung zum Annapurna Base CampBild: Unterwegs auf Nepals Treppen - Erfahrungen von einer Wanderung zum Annapurna Base Camp
Unterwegs auf Nepals Treppen - Erfahrungen von einer Wanderung zum Annapurna Base Camp
Elisabeth Jucker lässt Leser in "Unterwegs auf Nepals Treppen" an einer faszinierenden Wanderung teilhaben. ------------------------------ Alle Reiseführer üher Nepal beinhalten das Trekking zum Annapurna Base Camp - eine der meist begangenen Routen. Doch Reiseführer eröffnen Lesern meist nur die reinen Fakten. Doch wie fühlt es sich wirklich an, 12 …
Bild: UN besorgt über Nepals Zurückführung dreier tibetischer Flüchtlinge
UN besorgt über Nepals Zurückführung dreier tibetischer Flüchtlinge
… den chinesischen Behörden gewaltsam überstellt. Es sei äußerst besorgt über diesen Schritt, fügte es hinzu. Die Flüchtlingsagentur habe in dieser Sache bereits an die Regierung Nepals geschrieben. „Drei Tibeter wurden Anfang Juni 2010 gewaltsam von Nepal nach China zurückbefördert. Es ist dies eine sehr ernste Angelegenheit und wir sind äußerst besorgt“, …
Berliner Umschau: Gyanendra vor dem Sturz
Berliner Umschau: Gyanendra vor dem Sturz
… gelungen. Dabei schien der größte Vorteil der Feudalmonarchie im Himalajastaat bislang, so paradox es klingt, die Opposition zu sein, die den König brauchte. Militärisch sind die Maoisten längst stark genug, um den verbliebenen Teil des Landes - vor allem die Hauptstadtregion und einige Ballungszentren - einzunehmen. Wo sie operieren, treten sie gemeinhin …
Bild: 'Nepal, my Love' - Vaude unterstützt die Erdbebenregion mit Youtube-KampagneBild: 'Nepal, my Love' - Vaude unterstützt die Erdbebenregion mit Youtube-Kampagne
'Nepal, my Love' - Vaude unterstützt die Erdbebenregion mit Youtube-Kampagne
… YouTube. Die Kinderrechtsorganisaton ist vor Ort, um Nothilfe in dem von Erdbeben zerstörten Gebiet zu leisten. Mit seinem YouTube-Instream-Clip will VAUDE an die einzigartige Landschaft Nepals und seine gastfreundlichen Bewohner erinnern, die seit dem 28. April in Not sind. In eindrucksvollen Bildern bittet VAUDE um Unterstützung für Save the Children: …
Bild: Tropenfieber - Das neue Buch von Susann KlossekBild: Tropenfieber - Das neue Buch von Susann Klossek
Tropenfieber - Das neue Buch von Susann Klossek
… semi-berühmten Auswanderers, thailändischen Ladyboys, einem zudringlichen philippinischen Arzt, einer gestressten Münchner Filmcrew, russischen Geldeintreibern, New Yorker Drogendealern, nepalesischen Maoisten, laotischen Kunstdieben, Katzendompteuren in Mönchsroben, einem japanischen Zen-Meister, Neonazis in der Wüste von Nevada, fast einem Zapatero …
Bild: Auf fremden Pfaden in Nepals Dschungel - Abenteuerlicher ReiseberichtBild: Auf fremden Pfaden in Nepals Dschungel - Abenteuerlicher Reisebericht
Auf fremden Pfaden in Nepals Dschungel - Abenteuerlicher Reisebericht
Roman Nies beschreitet in "Auf fremden Pfaden in Nepals Dschungel" Pfade, die kaum ein Leser je selbst sehen wird. ------------------------------ Die Dschungel Nepals waren zu früheren Zeiten die Zielorte der Weisen und Seher des indischen Subkontinents. Sie vermögen auch heute noch die Waldbesucher zu inspirieren, wenn sie sich auf das Abenteuer einlassen, …
Bild: Nepal setzt bewaffnete Polizei entlang seiner Grenze zu Tibet einBild: Nepal setzt bewaffnete Polizei entlang seiner Grenze zu Tibet ein
Nepal setzt bewaffnete Polizei entlang seiner Grenze zu Tibet ein
Nepals Innenminister Bhim Rawal bestätigte gegenüber der nepalesischen Zeitung Republica am 3. Oktober 2009, daß sein Land plane, sukzessive Einheiten der bewaffneten Polizeitruppe (Armed Police Force/APF) entlang der tibetischen Grenze zu stationieren. Der genaue Zweck dieser Maßnahme ist noch unklar. Dieser Einsatz der Polizeitruppe ist Teil eines …
Sie lesen gerade: Nepals Maoisten - Und was kommt nun?