(openPR) Neues Nutzungskonzept für Max Bill-Gebäude am Ulmer Kuhberg
Ulm, 19. August 2008 (hfg) – Design von Weltrang und die Hochschule für Gestaltung Ulm, das war lange Zeit eins: Damit in Zukunft wieder kreative Impulse vom Ulmer Kuhberg ausgehen, haben Vorstand und Stiftungsrat der Stiftung HfG Ulm ein neues, designnahes Nutzungskonzept für das von dem Schweizer Künstler, Designer und Architekten Max Bill entworfene HfG Gebäude entwickelt und beschlossen.
„Das HfG-Gebäude besitzt alle Charakteristika, um wieder zu einem internationalen Hotspot des Designs und der Gestaltung sowie anverwandter Kreativbereiche zu werden“, sagt Dr. Dieter Bosch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm. „Uns zeichnet eine repräsentative, geographische Lage mit Blick über das Donautal aus, die HfG-Gebäude sind ein einzigartiges architektonisches Juwel mit Räumen für variablen Platzbedarf sowie einer legendären Tradition als Design-Schmiede. Und nicht zuletzt haben die Aktivitäten des Internationalen Forums für Gestaltung an diesem Ort der Tradition und Moderne das internationale Renommée des Kuhbergs vertieft und gestärkt.“
In Zukunft sollen designnahe Firmen (Gestalter, Architekten, Agenturen, Künstler, Fotografen), kulturelle und wissenschaftliche Institutionen sowie ein Servicebetrieb für die Nutzergemeinschaft die HfG-Räumlichkeiten als Mieter mit beruflichem, studentischem und kulturellem Leben erfüllen. „Durch die Ansiedlung von jungen Künstlern und Unternehmen aus den unterschiedlichsten gestalterischen Branchen entsteht so etwas wie ein Kreativ-Pool, der sich im interdisziplinären Austausch gegenseitige Impulse versetzt“, erklärt Dr. Bosch.
Darüber hinaus sollen über universitäre Sommer-Akademien, Seminare, Workshops, Ausstellungen, Tagungen, Kongresse und Veranstaltungen die Ulmer Bürgerinnen und Bürger, Kulturinteressierte, Studenten aber auch die Wirtschaft angelockt werden.
„Für das Projekt haben wir eine Bildmarke (s.o.) entwickelt, die den Firmen, die sich auf dem Kuhberg eingemietet haben, vielfältige Marketing-Möglichkeiten unter der Dachmarke der Stiftung HfG Ulm ermöglichen sollen“, führt Dr. Bosch weiter aus.
Stiftung HfG Ulm und IFG (
www.hfg-ulm.de)
Die Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm ist hervorgegangen aus der Geschwister-Scholl-Stiftung. Sie strebte nach der nationalsozialistischen Barbarei mit der legendären "hfg ulm" unter ihren Gründern Inge Scholl, Otl Aicher und Max Bill im Nachkriegsdeutschland einen demokratischen Neuanfang auf der Grundlage eines humanistischen Bildungsideals an. 1987 wurde das Internationale Forum für Gestaltung IFG als Tochtergesellschaft der HfG mit dem Ziel gegründet, die Rolle des Designers bzw. Gestalters im Zeitalter der Globalisierung unter dem Aspekt der gesellschaftspolitischen Verantwortung zu beleuchten und zu fördern. Folgerichtig stehen bei dem seit zwei Jahren ausgeschriebenen IFG-Förderprogramm "Designing politics – The politics of design" weniger Formen, Produkte oder Verfahren als vielmehr die Idee der Verantwortung im Mittelpunkt. Dabei werden Gestalter (Architekten, Designer, Städteplaner, Künstler) finanziell und ideell gefördert. Die Geschäftsführung und der Vorsitz der Stiftung HfG Ulm und des IFG obliegt seit dem 1. Juli 2007 in Personalunion Dr. Dieter Bosch.
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Über das Unternehmen
Die Wurzeln der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm reichen durch ihre Vorgängerorganisation, die Geschwister-Scholl-Stiftung, zurück bis in die deutsche Nachkriegszeit: Noch unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Diktatur engagierten sich Inge Scholl und Otto „Otl“ Aicher beim Aufbau der Ulmer Volkshochschule für einen demokratischen Neuanfang, der das humanistische Bildungsideal in den Herzen der Deutschen verankern und auf der Basis von Toleranz in einem demokratischen System jeder Couleur des Totalitarismus vorbeugen sollte.
Die Prämisse von der politischen Verantwortung und vom demokratischen Handeln des Einzelnen mündete schließlich in die Gründung der Geschwister-Scholl-Stiftung. Inge Scholl wollte mit der Stiftung das Gedenken an ihre Geschwister Sophie und Hans wach halten, die von den Nationalsozialisten wegen ihrer Mitgliedschaft in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ 1943 hingerichtet worden waren.
Die Gelder für das Projekt einer Stiftung – die Phase der Konzipierung und Finanzierung dauerte von 1945 bis 1952 – kamen von John Jay McCloy, dem amerikanischen Hochkommissar für Deutschland, von der Bundesfinanzdirektion und von der europäischen Europahilfe.
Die Stiftung wurde zur Trägerin der legendären „hfg ulm“, die es sich, dem Stiftungszweck entsprechend, zur Aufgabe gemacht hatte, das neue Bildungsideal umzusetzen. Die private Hochschule soll „eine zeitnahe universelle Ausbildung vermitteln, welche fachliches Können, kulturelle Gestaltung und politische Verantwortung zu einer Einheit verbindet. Dabei sind vor allem Gestaltungsgebiete mit starken sozialen Auswirkungen vorgesehen wie Formgebung von Industrieprodukten, Architektur und Stadtbau, Journalismus, Rundfunk, Fernsehen, Film und Werbung“ (Satzung der Geschwister-Scholl-Stiftung). Am 1. April 1953 wurde der Bauhaus-Schüler Max Bill zum ersten Rektor dieser geisteswissenschaftlich-gestalterisch orientierten Hochschule für Gestaltung auf dem Ulmer Kuhberg ernannt.