(openPR) Gerhards: „Zäune halten Jugendliche nicht auf“
Bergisch Gladbach:
Während an den Schulen der Stadt Schulabschlüsse gefeiert werden und alle sich auf die großen Ferien freuen, sehen Anwohner rund um die Schulen den schulfreien Wochen mit gemischten Gefühlen entgegen.
Besonders in den Sommerferien kommt es nachts immer wieder zu Ruhestörungen und Vandalismus auf den Schulgeländen, wo Jugendliche sich treffen und oft auch Alkohol konsumieren. Die herbeigerufene Polizei kann das Problem jedoch nur vorübergehend lösen. Immer wieder wenden sich deshalb Bürger an die Stadt, wie in den letzten Tagen die Anwohner der Johannes-Gutenberg-Schule in Bensberg. Dort wurden Unterschriften gesammelt und die Probleme in einem Brief an die Verwaltung geschildert. Die Antwort lässt auf sich warten. Die einzige Idee, die die große Koalition aus CDU und SPD hat, ist eine komplette Einzäunung des Schulgeländes.
„Es ist doch kein Problem, wenn die Kinder dort tagsüber Fußball spielen, wir wollen ihnen nicht den Bolzplatz nehmen“, sagt eine betroffene Bürgerin, deren Grundstück direkt an die Gutenberg-Schule angrenzt. „Nur in der Nacht hätten wir gerne Ruhe“,
Welche Alternative bietet die Stadt Jugendlichen, wenn der Schulhof nicht mehr zugänglich ist? Durch drastische und teilweise kurzsichtige Einsparungen der Stadtverwaltung ist das Angebot für junge Leute inzwischen völlig unzureichend. Öffentlicher Raum wird zunehmend privatisiert und zugebaut, gleichzeitig werden Gruppen von Jugendlichen auf öffentlichen Plätzen von den Bürgern als Bedrohung empfunden.
„Wir brauchen dringend wieder eine mobile offene Jugendarbeit“, sagt Markus Gerhards, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP. Die FDP-Fraktion in Bergisch Gladbach hat mit betroffenen Bürgern und Jugendlichen gesprochen und sieht die Dringlichkeit des Problems. Rat und Anregungen holte man sich in Frechen, wo mobile Jugendarbeit sehr erfolgreich praktiziert wird und längst zur sozialen Infrastruktur der Stadt gehört. “Auch und gerade in Zeiten knapper Kassen müssen Prioritäten gesetzt werden. Dies zu Lasten zukünftiger Generationen zu tun, wäre ein schwerer Fehler“, so Gerhards weiter.
In den letzten Jahren wurden bundesweit zahlreiche Einrichtungen für mobile Jugendarbeiter geschaffen, die im Gegensatz zur offenen Jugendarbeit eher Streetworker sind und Jugendliche dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten. Vor allem die relative Kostengünstigkeit gegenüber stationären Einrichtungen lassen Verwaltung und Politik aufhorchen.
Mobile Jugendarbeiter sehen sich weder als „Sozialfeuerwehr“ noch als Schlepper für Beratungs- und Jugendeinrichtungen. Sie sind für die Probleme zuständig, die junge Menschen haben, sie beraten, erarbeiten Lösungsvorschläge und finden Alternativen.
Langfristig ist es sicher sinnvoller, in Jugendarbeit zu investieren als in hohe Zäune, daher fordert die FDP die Wiedereinführung der mobilen offenen Jugendarbeit in Bergisch Gladbach. Den Problemen junger Menschen rechtzeitig zu begegnen, gehört nach Ansicht der FDP zu den wichtigsten Aufgaben der Kommunalpolitik in naher Zukunft.










