(openPR) Die Folgen der versäumten Integration von Zuwanderern kosten den deutschen Staat jährlich 16 Mrd. Euro an Einkommensteuern und Beiträgen für Renten- und Sozialversicherung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Büros für Arbeits- und Sozialpolitische Studien (BASS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Indikatoren der versäumten Integration sind hierbei mangelnde Sprachkenntnisse, fehlende soziale Netzwerke, geringe Bildungsabschlüsse und eine unzureichende Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt, so die wenig überraschende Aussage der Studie.
Das BASS verwendete als Integrationsindex drei Kernindikatoren in der Studie: Sprache, Bildung und sozial Integration im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe. Im Bereich Sprache wurde eine Selbsteinschätzung der Zuwanderer hinsichtlich ihrer Deutschkenntnisse in Wort und Schrift zu Grunde gelegt, die zu dem für Experten erstaunlichen Ergebnis kam, dass 74 % der Zuwanderer einschätzten, sie könnten gut Deutsch sprechen und schreiben während nur 26 % schätzten, dass ihre Sprachkompetenz defizitär sei. Im Bildungsbereich galten Zuwanderer als integriert, wenn sie über mehr als neun Jahre Schulbildung und mindestens einem Hauptschulabschluss verfügten. Diese Kriterien erfüllten nur 28 % der Zuwanderer, 61 % waren weniger integriert, für 11 % konnte der Integrationsgrad im Bildungsbereich nicht bestimmt werden. Im Bereich der sozialen Integration wurde das Engagement in Bürgerinitiativen, Parteien und ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Verbänden oder sozialen Diensten abgefragt. Nur 24% der Befragten engagierten sich in diesem Bereich.
Die Ergebnisse der Studie im Bereich der Bildung und der sozialen Integration überraschen kaum, jedoch scheint das Ergebnis im Bereich der Sprachkompetenz auf den ersten Blick paradox. Das Ergebnis erklärt sich aus der Divergenz zwischen subjektiver Selbsteinschätzung und der objektiven Wahrnehmung von Expertenseite — oft werden von der deutschen Umwelt als unzureichend wahrgenommen Sprachkenntnisse von einzelnen Individuen durchaus positiv bewertet.









