(openPR) Trotz des Konjunktureinbruchs im Jahre 2009 gehört der Markt für Maschinen und Anlagen 2010 zu den Bereichen, die sichtbar vom beginnenden Aufschwung profitieren. Auch der Außenhandel kann einen Zuwachs vermerken. In beiden Bereichen spielt die Bundesrepublik Deutschland eine tragende Wirtschaftsrolle.
Nach den Markteinbrüchen der vergangenen Jahre zeigt sich der türkische Verband der Maschinenhersteller MIB (Makina Imalatcilari Birligi) für das Jahr 2010 optimistisch: Ein Wachstum von 16% im Verkauf und von 11% in der Maschinenproduktion wird prognostiziert.
Das Erreichen des Vorkrisenniveaus wird allerdings erst im Jahr 2011 erwartet. Der Bedarf an Werkzeugmaschinen wird mittelfristig als hoch eingeschätzt, da in der gesamten Türkei zahlreiche Verarbeitungsbetriebe entstehen, die solche Ausrüstungen benötigen. Deutlich älter als in Westeuropa ist der Maschinenpark in der Türkei, was zum Beispiel im Bereich der Kfz- Industrie oder in der Unterhaltungstechnik und bei elektrischen Haushaltsgeräten deutlich wird. Von immer größerer Bedeutung ist der Markt für Nahrungsmittelmaschinen, der zwar von der allgemeinen Wirtschaftskrise weniger betroffen war als andere Segmente, aber dennoch 2009 einen Rückgang der Einfuhr von Nahrungsmittelmaschinen um ein Drittel zu beklagen hatte. Die Bundesrepublik Deutschland stellt dabei den größten Maschinenlieferant in diesem Bereich für die Türkei dar.
Ebenfalls von der Krise getroffen ist der Markt für Bau- und Baustoffmaschinen, der seit der schwachen Baukonjunktur im Jahre 2007 eingebrochen ist. So musste beispielsweise noch im letzen Jahr ein Rückgang von 35% verzeichnet werden. Der Fachverband IMDER (Is Makinalari Distribütörlerli ve Imalatcilari Birligi) prognostiziert für das Jahr 2010 wieder ein Wachstum von 10%. Insgesamt geht die türkische Baubranche von einer Zunahme der Umsätze um 15% aus. Auf Grund der Investitionen in Kläranlagen und Abwassersystemen ist auch der Bedarf an Pumpen, Pumpsystemen und Kompressoren stetig gewachsen, so dass ein Jahreswachstum von ca. 15% vermutet werden kann. Weniger positiv zeigt sich der Textil- und Bekleidungssektor in der Türkei, der zunehmend mit einer starken asiatischen Konkurrenz konfrontiert wird. Der Sektor bleibt wirtschaftlich interessant, wenn es den türkischen Unternehmen mit einer hohen Produktqualität gelingt, wettbewerbsfähig zu bleiben. Deutschland ist auch in diesem Wirtschaftssektor das wichtigste Maschinenbezugsland der Türkei.
Außenhandel
Wird der Außenhandel der Türkei betrachtet, so ist die tragende Wirtschaftsrolle der Bundesrepublik erneut deutlich sichtbar. Auch in diesem Sektor ist Deutschland der größte Maschinenlieferant der Türkei.
Die größten Wettbewerber außerhalb der EU sind neben der VR China auch Japan, die USA, Korea (Rep.), die Schweiz und Taiwan. Der Maschinenexport der Türkei verzeichnete bereits in den ersten vier Monaten des Jahres 2010 einen Zuwachs von 19% im Vergleich zu 2009. Der Export der türkischen Maschinen verläuft zwar sehr positiv, aber innerhalb des Landes wird häufig auf billigere Produkte aus der VR China zurückgegriffen.
Modernisierung des Bahnverkehrs
Mit der Modernisierung des Bahnverkehrs in der Türkei wächst auch der Markt für Schienenfahrzeuge. Dabei soll in naher Zukunft erreicht werden, dass ein wesentlicher Anteil des Rollmaterials in der Türkei selbst hergestellt werden kann. Aus technologischer Betrachtung ist das Land auf die Unterstützung von internationalen Partnern angewiesen- erste Erfolge zeichnen sich aber bereits ab. So verkehren beispielsweise bereits in 12 Städten der Türkei Straßen-, Stadt- oder Untergrundbahnen oder sind in Planung. Zwischen Ankara und Eskisehir ging im Frühjahr 2009 die erste Strecke eines Netzes für Hochgeschwindigkeitsstrecken in Betrieb, gegen Ende 2010 soll die Verbindung von Ankara nach Konya folgen.
Auch werden im gesamten Land die bereits bestehenden Strecken modernisiert. Für das Jahr 2010 sind dafür Ausschreibungen im Wert von 2,28 Mrd. US$ vorgesehen.
Best- Practice- Beispiel: Der Marmaray-Tunnel
Das Projekt des Marmaray- Tunnels unter dem Bosporus stellt ein weiteres Beispiel einer gelungenen Investition dar. Dieser Tunnel wird neben dem Fernverkehr zwischen Europa und Asien auch den innerstädtischen Schnellverkehr Istanbuls organisieren. Im Jahre 2014 soll der Tunnel schließlich in Betrieb genommen werden. Die türkische Regierung unterstützt diese Entwicklungen zudem mit einer Bahnreform, die Ende 2010 vorgelegt werden soll. Diese wird nach Aussagen des türkischen Verkehrsministeriums vor allem die organisatorische Trennung der Infrastruktur vom Betrieb beinhalten, so dass die Bahnstrecken im Besitz des Staates verbleiben, während für den Betrieb auch private Bahngesellschaften zugelassen werden.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
Maschinenbau und Anlagenbau kompakt, gtai Juni 2010
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