(openPR) Sprachkenntnisse sind unerlässlich für die Integration von Zuwanderern und bilden einen zentralen Aspekt für eine gelungene Integration. Dennoch sind die Sprachkenntnisse von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland als problematisch zu bewerten. Mit Projekten wie der frühkindlichen Sprachförderung sollen diese Probleme behoben werden.
Die Sprachförderung der Kinder wird seit den PISA- Studien genauer analysiert. Dadurch ist insbesondere das Problembewusstsein gewachsen, dass viele Kinder, besonders Kinder mit Migrationshintergrund, einen ungünstigen Start in die Schule haben und auch später dem Unterricht kaum folgen können, weil sie über geringe Kenntnisse der Unterrichtssprache verfügen. So zeigten sich beispielsweise bereits bei Sprachstandserhebungen im Vorschulalter Defizite bei mündlichen Sprachfertigkeiten wie Sprachverstehen oder Wortschatz. Auch bundesweit durchgeführte Schulstudien im Grundschulalter und in der Mittelstufe zeigen laut Analysen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge von 2008, Defizite bei den sprachlichen Leistungen der Kinder mit Migrationshintergrund. Des Weiteren hinken Migrantenkinder auch hinsichtlich ihrer Lesekompetenzen weit hinter Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund hinter her. Sprachliche Defizite sind nicht nur bei Kindern feststellbar, sondern auch bei erwachsenen Menschen mit Migrationshintergrund. Bei den Befragungen, die unter türkisch-, polnisch- und griechischstämmigen Migranten durchgeführt wurden, gaben 42,7% an, sehr gut Deutsch zu verstehen, 36,7% sehr gut Deutsch zu sprechen, 33,3% sehr gut Deutsch zu lesen und 27,5% sehr gut Deutsch zu schreiben. Nur 5% der Befragten gab an, sehr schlechte oder gar keine mündlichen Deutschkenntnisse zu besitzen. Bei den schriftlichen Deutschkenntnissen liegt der Anteil mit sehr schlechten oder gar keinen Kenntnissen insgesamt bei 16%. Innerhalb dieser Gruppe sind bei türkischen Migrantinnen und Migranten die höchsten Anteile an Personen zu beobachten, die gar keine oder sehr schlechte schriftliche Deutschkenntnisse aufweisen. Von den Befragten gaben 8,7% an, gar nicht Deutsch lesen zu können, 13,8% von ihnen können gar nicht Deutsch schreiben.
Analphabetenquote
Die Analphabetenquote ist in Deutschland relativ niedrig und beträgt in der Repräsentativbefragung ausgewählter Migrantengruppen (RAM) von 2006/2007 insgesamt nur 1,9%, d.h. nur ein sehr geringer Teil der befragten Migrantinnen und Migranten kann gar nicht schreiben. Auffallend ist jedoch die relativ hohe Analphabetenquote der türkischen Migrantinnen mit 7,4%. Es ist allerdings zu beachten, dass dies vor allem auf die höheren Altersgruppen innerhalb dieser Gruppe zurückzuführen ist; bei den über 65-Jährigen Frauen liegt die Quote bei 31,3%, im Alter von 56 bis 65 Jahren bei 17,5%, von 46 bis 55 Jahren liegt sie bei 8,7% und wird der Anteil der 26 bis 35- jährigen Frauen betrachtet, so liegt dieser nur noch bei 0,8%. Im Alter von 25 Jahren gibt es gar keine Analphabetinnen.
Bilingualität und Familiensprache
Was die Bilingualität der Menschen mit Migrationshintergrund betrifft, zeigt sich, dass die schriftliche Bilingualität seltener vertreten ist als die mündliche Zweisprachigkeit. Dabei weisen Migrantinnen und Migranten aus Italien und aus der Türkei die geringsten schriftlichen Kenntnisse in der Herkunftssprache auf. Für die sprachliche Integration ist auch die Familiensprache von hoher Bedeutung. Gemäß der PISA- Studie von 2003 sprechen 44,8% der Schüler der zweiten Generation und 49% der ersten Generation zu Hause eine andere Sprache als die Unterrichtssprache: Insgesamt wird bei 44,8% der Migranten in der Familie in der Muttersprache bzw. die Herkunftssprache gesprochen, nur 17% sprechen Deutsch, 31% eine Mischung aus der Muttersprache und Deutsch. Besonders niedrig ist der Anteil an Deutsch als Familiensprache bei türkischen Frauen mit 7,1% und bei türkischen Männern mit 10,8%.
Best –Practice-Beispiel: Rucksack KiTA
Das Projekt „Rucksack Kita“ ist ein Beispiel für ein gelungenes Projekt im Bereich der sprachlichen Früherziehung. Das Projekt richtet sich vor allem an Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und ihre Kinder zwischen 4 und 6 Jahren, die eine Tageseinrichtung besuchen, sowie an die Kindertageseinrichtungen, die von diesen Kindern besucht werden. Mit Hilfe von unterschiedlichen Themen, wie „Familie“ oder „Körper“ soll die sprachliche Bildung der Kinder gefördert werden. Dabei sprechen die Kinder mit ihren Eltern in der Herkunftlandssprache und mit den Erzieherinnen und Erziehern in deutscher Sprache. Neben der gezielten Förderung der Bilingualität der Kinder beinhaltet das Projekt auch ein Elternbildungsprogramm.
Das Projekt „Rucksack- Kita“ hat sich bereits bundesweit etabliert. In NRW sind beispielsweise über 300 Rucksack KiTA- Gruppen und bundesweit über 500 Gruppen vorhanden.
Seminare zur Migrantenförderung
Die gezielte Förderung der Migrantinnen und Migranten ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integrationsarbeit. Das imap Institut unterstützt verschiedene Zielgruppen, die einer speziellen Förderung bedürfen. Eine besondere Rolle nehmen dabei Kinder, Jugendliche, Frauen und Eltern ein. Das imap Institut führt hier Coachings und Seminare durch zu den Themen Bildung, Sprachförderung und Erziehung.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
Sprachliche Integration von Migranten in Deutschland, Working Paper 14, 2008, Herausgeber: BAMF
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