(openPR) Misshandlungen und Verschleppen von Tibetern, die für den Dalai Lama eintreten
Lhasa – Kardze – Frankfurt am Main (3. Juni 2008): Bei der Verhaftung einer Studentin in der chinesisch-tibetischen Provinz Sichuan haben Sicherheitskräfte am vergangenen Mittwoch Schüsse abgegeben. Drei Nonnen des Klosters Dragkar und die Studentin wurden von Polizisten des Büros für Staatliche Sicherheit verhaftet, obwohl sie friedlich demonstriert hatten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Vorgehen gegen friedlich protestierende Tibeter. Sie fordert die Pekinger Regierung auf, unverzüglich „diejenigen freizulassen, die verhaftet wurden, weil sie ihre in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der chinesischen Verfassung und vielen anderen internationalen Regelwerken verankerten Rechte wahrgenommen“ haben. Die IGFM fordert die Pekinger Regierung außerdem auf, dass Schicksal der verschleppten und vermissten Tibeter aufzuklären.
Der IGFM liegen Informationen des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) vor, wonach am 28. Mai um 10.00 Uhr die tibetische Studentin Rigden Lhamo von chinesischen Sicherheitskräften unter Anwendung von Gewalt verhaftet wurde. Die 21jährige hatte die tibetische Flagge vor der Bezirksverwaltung in Kardze entfaltet und rief Slogans, mit denen sie die Unabhängigkeit Tibets, die Rückkehr des Dalai Lama und das Ende der Ansiedlung von Han-Chinesen in Tibet forderte. Die tibetische Flagge ist durch die chinesischen Behörden verboten, so die IGFM. Innerhalb weniger Augenblicke wurde die junge Frau von den Sicherheitskräften ergriffen und geschlagen. Ihr Gesicht war voller Blut. Als Rigden Lhamo abgeführt wurde, forderten andere Tibeter, die das Geschehen verfolgt hatten, ihre Freilassung. Die Sicherheitskräfte begannen daraufhin zu schießen. Ob Menschen getroffen wurden sei unklar. Ebenso gibt es über den Verbleib der von den Sicherheitskräften verschleppten Rigden Lhamo seit ihrer Verhaftung keine Informationen. Sicher ist nur, dass sie schwer verletzt ist und ärztlicher Behandlung bedarf.
Friedlich protestierende Nonnen abgeführt
Nur eine Stunde zuvor hatten drei Nonnen des Klosters Dragkar auf dem Marktplatz auf friedliche Weise ihre Meinung bekundet. Dabei riefen sie "Lang lebe der Dalai Lama", forderten "die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet" und die "sofortige Freilassung aller politischen Häftlinge". Die Nonnen verteilten Flugblätter, in denen sie Tibets Unabhängigkeit forderten. Bereits nach kurzer Zeit wurden, sie von Beamten des Staatlichen Sicherheitsbüros verhaftet und zum Verhör abgeführt. Die Namen und Herkunft der Nonnen konnten identifiziert werden als: Sangye Lhamo, 26, Tsewang Kando, 28 und Yeshi Lhadon, 24. Über das weitere Schicksal der verschleppten Nonnen wurde nichts bekannt.
Propaganda und Gehirnwäsche
Ganz Tibet steht nach wie vor unter strenger Militärkontrolle, berichtet die IGFM weiter. Besonders die Klöster sind schweren Einschränkungen unterworfen. Die chinesischen Behörden verstärken die „Patriotische Erziehungskampagne“ und zwingen Mönche und Nonnen dazu, das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, den Dalai Lama, zu schmähen.
Die Tibeter sind einem permanenten Propaganda-Spektakel ausgesetzt, bei dem das frühere Tibet als „dunkle feudale Gesellschaft“ und die Kommunistische Partei als der „glückbringender Retter“ für das tibetische Volk dargestellt werden. Sogar die Schulkinder werden von dieser Kampagne nicht verschont. Sie müssen den Dalai Lama schmähen und werden gezwungen, Aufsätze zum Lobpreis der Kommunistischen Partei Chinas zu verfassen.











