(openPR) Zahl der Sozialwohnungen sinkt weiter – gerechte Lastenverteilung beim Klimaschutz gefordert
München (26.05.2008) – Die 471 Mitgliedsunternehmen im Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) haben 2007 ihre Investitionen um sieben Prozent auf 1,17 Mrd. Euro gesteigert, teilt der Verband anlässlich seiner Jahres-Pressekonferenz mit. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnet der Wohnungsneubau mit 413 Mio. Euro (+25,1%). Mit der Fertigstellung von 2.477 Wohnungen (+7,3%) konnten sich die Verbandsmitglieder deutlich vom Bayerntrend abkoppeln (-24,0%). Als besorgniserregend bezeichnet Verbandsdirektor Xaver Kroner den rapiden Schwund von Sozialwohnungen. Trotz der Fertigstellung von 1.564 neuen Sozialwohnungen (+49,1%), fielen mit 7.964 fünf Mal mehr aus der Sozialbindung.
„Leider sind unsere Mitglieder die einzigen Akteure, die sich noch im sozialen Wohnungsbau engagieren“, bedauert Kroner. Bei den Unternehmen habe sich die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen in den letzten zehn Jahren um 70.000 auf heute 135.812 verringert (bayernweit: ca. 190.000). In den nächsten fünf Jahren wird die Sozialbindung, nach Berechnungen des Verbandes, bei weiteren 70.000 Wohnungen auslaufen. Vor allem in den größeren Städten fehle es, laut Kroner, schon heute an bezahlbarem Wohnraum für Einkommensschwache und Familien mit Kindern.
Rahmenbedingungen für Mietwohnungsneubau verbessern
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen würden den Wohnungsneubau zunehmend erschweren, kritisiert der Verbandsvorstand. Durch die geplanten Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zum Klimaschutz, steigende Baukosten und die Novellierung der Bayerischen Bauordnung koste der Wohnungsbau immer mehr. Allein durch die Novelle der Energieeinsparverordnung werde er sich um fünf Prozent verteuern. Doch das Budget der Verbandsmitglieder sei begrenzt. Bei wachsenden Anforderungen an Modernisierungen und Neubau-Standards fehlten die Mittel für andere Aufgaben, wie Instandhaltung, altengerechtes Wohnen, Stadtentwicklung und Integrationsprojekte.
Wirtschaftlichkeitsgebot beim Klimaschutz wahren
„Die Wohnungswirtschaft ist Vorreiter beim Klimaschutz“, so Kroner. Um weiter handlungsfähig zu bleiben, müsse aber die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen im Vordergrund stehen. „Es kostet viel weniger, aus einem 20-Liter-Haus ein 10-Liter-Haus zu machen, als aus einem 10-Liter-Haus ein 4-Liter-Haus, denn die Kosten der energetischen Sanierungen wachsen exponentiell“, erläutert Kroner.
Eine einseitige Belastung der Wohnungsunternehmen lehnt Kroner ab. Als Beispiel nennt er die Chemie-Branche. Im Rahmen des Emissionshandels zahle ein Chemie-Unternehmen derzeit 22 Euro für den Ausstoß einer Tonne CO2, etwa bei der Produktion von Wärmedämmverbundsystemen. Ein Wohnungsunternehmen müsse dann durchschnittlich 180 Euro investieren, um u.a. mit diesen Produkten eine Tonne CO2 zu vermeiden.
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