(openPR) DÜSSELDORF - Der bundesweite Lehrkräftemangel bedroht auch die Privatschulen in Nordrhein-Westfalen. Darauf weist der VDP Privatschulverband NRW e.V. hin: „Die zahlreichen Neueinstellungen in den nordrhein-westfälischen Schuldienst der letzten Jahre haben den Lehrermarkt stark ausgedünnt, außerdem werden Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen auch von anderen Bundesländern abgeworben“, erklärte Roman Friemel, Geschäftsführer des VDP-Privatschulverbandes. „Vor dem Hintergrund aktueller Studien ist das unter dem Aspekt der Qualität von Privatschulen zunehmend problematisch: Sie prognostizieren ein Ausscheiden von nahezu der Hälfte aller Lehrer aus dem Dienst bis 2015.“
Dagegen verlassen zu wenige junge Lehrerinnen und Lehrer die Universitäten. Der Lehrerüberhang füherer Jahre und das schlechter gewordene Image des Berufsbildes „Lehrer“ hat zu einer Absenkung der Stidierenden in dieser Berufssparte geführt. Auch werden zu häufig die falschen Fächerkombinationen (z.B. Deutsch und Geschichte) und Schularten (z.B. Grundschullehrkraft) gewählt statt sich am künftigen Bedarf zu orientieren. Aufgrund der fehlenden bzw. unberücksichtigten Bedarfsprognosen kommt es in regelmäßigen Abständen zu unnötigen Lehrerengpässen.
Um dem drohenden Lehrermangel – auch an Privatschulen in Nordrhein-Westfalen - vorzubeugen, fordert Friemel deshalb ein Umdenken in der Politik: Mit ihren landesweit mehr als 205.000 Schülern dürften Privatschulen bei der Lehrerversorgung nicht an letzter Stelle stehen. Wichtig sei es zudem, über neue Konzepte zur Verbesserung der Situation an Privatschulen nachzudenken: „Insbesondere die Lehrerknappheit in Mangelfächern muss behoben werden. Berufserfahrenen Hochschulabsolventen oder Experten aus der Wirtschaft muss der Quereinstieg in die Sekundarbereiche I und II an Schulen in freier Trägerschaft ermöglicht werden, auch wenn Sie nicht über die klassische Lehrerausbildung verfügen“, so Friemel. Auch müsse das langwierige Verfahren der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse entbürokratisiert und erleichtert werden. Gleiches gilt für die Einstellung von Muttersprachlern zur Fremdsprachenvermittlung. „Für die zum Teil in bestimmten Fächern erforderliche pädagogische Ausbildung und Unterrichtsdidaktik müssen kreativere und freiere Modelle gedacht werden, wie z.B. dass ausgebildete Lehrkräfte die Quereinsteiger zunächst fachlich begleiten. Privatschulen könnten bei mehr Freiheiten innovativere Modelle entwickeln und erproben“, so Friemel.
Der VDP Privatschulverband NRW e.V. ist in diesem Zusammenhang auch sehr an einer eigenen Qualifizierung seiner Privatschullehrkräfte im Rahmen einer VDP-Lehreraus- und –fortbildung interessiert, da die Rolle des Privatschullehrers in manchen Bereichen mehr abverlange, als dies in der staatlichen Lehrerausbildung vermittelt werde. Insbesondere der Gedanke der Kundenorientierung und die Identifikation der Lehrkräfte mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag werde bisher in der Ausbildung nicht ausreichend berücksichtigt. Analog geschehe dies bereits im Bereich der freien Waldorfschulen und bei kirchlichen Trägern. „Nur gut ausgebildete Lehrer/innen, machen gute Schule“, so Friemel.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes unterrichteten im Schuljahr 2005/06 in Nordrhein-Westfalen insgesamt 12.731 Lehrer an allgemein bildenden und 2.695 an beruflichen Privatschulen. Bundesweit waren es 51.863 Lehrer an allgemein bildenden und 13.285 an beruflichen Privatschulen.
VDP Privatschulverband NRW e.V.
Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
Geschäftsstelle
Kronprinzenstr. 82-84
40217 Düsseldorf
T: 0211 / 544 23 40
F: 0211 / 137 23 47
E:
I: www.privatschulverband-nrw.de




