(openPR) Die wiederkehrende Debatte um die Kinderarmut ist in weiten Teilen eine Scheindebatte. Selbstverständlich ist der derzeitige Regelsatz für Kinder bei Hartz4 zu niedrig, um damit heute Kinder anständig aufwachsen zu lassen und ihnen eine zukunftsfähigen Bildung angedeihen zu lassen.
Dennoch werden viele Kinder nur deswegen als arm gerechnet, weil sie in einem Alleinerziehenden-Haushalt leben. Die wesentlich höheren Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils werden nämlich zugunsten des Staates mit dem Bedarf des erwachsenen Haushaltsmitgliedes verrechnet und so gekürzt. Würden dieselben Kinder beim unterhaltszahlenden Elternteil leben, tauchten sie in der Kinderarmuts-Statistik gar nicht auf und wären sozusagen auch nicht "arm".
FamilienInfoTreff fordert: Existenzsicherndes Kindergeld
Jedes Rumdoktern an den Symptomen, wie jetzt wieder vorgeschlagen, löst das Problem nicht. Eine tatsächlich durchgreifende Lösung kann nur ein existenzsicherndes Kindergeld von mindestens 480.- Euro darstellen. Dieser Satz müßte sich dem Lebensalter entsprechend schrittweise erhöhen und der jährlichen Preisentwicklung angepaßt werden.
So wie die Gesellschaft schon lange die Solidarität gegenüber ihren Alten kennt, sollte ein Solidaritätssystem für die Kinder nur recht und billig sein. Wer mehr Kinder will, muss die gesamte Gesellschaft in die Verantwortung nehmen.
Ein existenzsicherndes Kindergeld soll neben dem Lebensbedarf der Kinder auch die Betreuungskosten beinhalten und könnte so außerdem zu einer massiven Vereinfachung beitragen, weil es die bisherigen Leistungen von Kindergeld, Kinderzuschlag, UVG, Absetzbeiträge bei Betreuungskosten, etc, vereint. Das existenzsicherndes Kindergeld soll hälftig an die Eltern ausgezahlt werden, die bisherigen Regelsätze beim Unterhalt entfallen und verwaltungskostenaufwändige Verrechnungen zwischen Jobcentern/ARGE, UVG-Kasse und anderen Leistungsträgern werden erspart. Nebenbei würde eine Vielzahl von Gerichtsprozessen überflüssig, die wegen Unterhaltsstreitigkeiten eine Einigung in Trennungsfällen unnötig eschweren.
Wer Kinderarmut wirklich bekämpfen will, kommt an einer stabilen Grundsicherung für Kinder über ein existenzsicherndes Kindergeld nicht vorbei. Alles andere ist Klientelpolitik zu Lasten der Kinder.
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