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Wettlauf um mehr Bargeld gegen die „Kinderarmut“ in Deutschland

07.10.200814:32 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Wettlauf um mehr Bargeld gegen die „Kinderarmut“ in Deutschland

(openPR) Deutsche Kinderhilfe fordert verantwortungsvolle und ehrliche Debatte statt vermeintlicher Klientelpolitik

Nach dem Paritätischen Wohlfahrtsverband entdeckt nun ein weiterer großer Wohlfahrtsverband das The-ma, das auch eine immer größere Rolle in der Politik spielt: Kinderarmut. 1,8 Millionen Kinder leben dem-nach in Deutschland unterhalb der offiziellen Armutsgrenze und gelten daher als „arm“. Und das Rezept gegen diese rein finanziell betrachtete Armut ist auch schon bereit: mehr Geld für die Familien, denn wenn durch erhöhten Kinderzuschlag, mehr Kindergeld, erhöhte Schulzuschläge und – ganz wichtig – mindestens um 20 % erhöhte Hartz-IV-Regelsätze noch mehr Bargeld in den Familien ankommt, ist das Armutsproblem statistisch gesehen gelöst.



Gleichzeitig haben Einrichtungen und Projekte wie Archen, Tafeln und Suppenküchen Hochkonjunktur (auch unter dem Gesichtspunkt des Spendenvolumens) und belegen neben den dramatisch aufbereiteten Zahlen auch in der täglichen Arbeit, wie arm viele Familien und damit die Kinder sind.

Die Deutsche Kinderhilfe fordert ein Ende dieser stark verkürzten und sehr einseitig auf den Aspekt der finanziellen Ressourcen einer Familie bezogenen Armutsdebatte. Armut ist in erster Hinsicht Ausschluss von der gesellschaftlichen und bildungstechnischen Teilhabe. Es muss offen ausgespro-chen werden, dass in Deutschland eine Unterschicht entstanden ist, in der Millionen von Kindern, vor allem auch mit Migrationshintergrund, regelrecht von der Gesellschaft abgehängt wurden. Hervorgerufen durch die soziale Ausgrenzung und mangelnde Integration, gibt es eine erhebliche Anzahl von schlichtweg erzie-hungsunfähigen Eltern in Deutschland. Kinderarmut ist Familienarmut und darf nicht losgelöst von der De-batte um den Zustand der Kinder- und Jugendhilfe geführt werden.

Bargeld ist definitiv der falsche Weg, Familien dazu zu bringen ihre Kinder entsprechend zu fördern, denn Bargeld stellt keine Erziehungskompetenz her. Auch kostenlose Mittagessen und sog. "Tafeln" erreichen das Gegenteil von dem, was Kinder dringend benötigen: Kompetente Eltern, die in die Lage versetzt wer-den, ihren Kindern gesunde Mahlzeiten zuzubereiten. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts sind 15% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren übergewichtig, über 6% sind bereits als adipös und damit fettsüchtig zu bezeichnen. Auch diese Kinder, die in unserer Gesellschaft keine Chance haben werden, leben überwiegend in der Unterschicht und bedürfen anderer Konzepte als mehr Bargeld für Fast-food. Wir müssen Eltern stärker in die Verantwortung nehmen und ihnen Kompetenzen vermitteln, anstatt sie mit Barmitteln in der Hoffnung zu versorgen, dass sie dadurch aus der Armutsstatistik fallen und es kein Armutsproblem mehr gibt.


Was Deutschland braucht ist ein mutiger Umbau des derzeitigen Systems, das auf reine Baralimen-tation setzt, hin zu einem solchen, in dem der Grundsatz „Fördern und Fordern“ mit klaren Regeln aber auch Sanktionen vorherrscht. Skandinavische Länder wie Finnland haben vorgemacht, dass die Einführung von Verbindlichkeiten und auch der Einbehalt von Transferleistungen nicht zu Lasten der Kinder geht, sondern diese nachhaltig fördert. Die Förderung des Konsums der Eltern mag volkswirtschaftlich durchaus Effekte haben, den Kindern wird damit aber keine Perspektive gegeben. Die Umstellung etwa auf ein Gutscheinsystem wäre ein mutiger und richtiger Schritt, denn nur Kinder, die dadurch kostenlos Sport treiben, musizieren oder Sozialkompetenzen erwerben, haben eine Chance aus der Armut heraus zu kom-men.

Auch muss die Politik endlich ein familiengerechtes Steuersystem schaffen, in dem dann nicht mehr auf Windeln und Babynahrung 19 %, auf Katzenfutter jedoch nur 7 % Mehrwertsteuer zu zahlen sind.

„Kinderarmut, wie sie von großen Verbänden und Politik dargestellt wird, existiert so nicht in Deutschland und es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema „wahlkampfreif“ geschossen werden soll, um bestehende Strukturen zu stärken und einen mutigen Umbau der Sozialsysteme zu verhindern“, so RA Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.

Die Deutsche Kinderhilfe fordert von der Politik eine grundlegende Reform der Familienförderung: die Hartz-Reformen haben gezeigt, dass auch gegen gesellschaftliche Widerstände von Verbänden der Umbau eines reinen Transfersystems hin zu einem solchen, in dem auch gefordert wird, möglich ist.

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