(openPR) Die Hausärzte sind mit einem guten Beispiel vorangegangen: das Fehlerberichtssystem wird angenommen und es wäre wünschenswert, wenn sich hieran die Pflegenden orientieren würden.
“Ein positives Fazit seiner Arbeit an einem internetbasierten anonymen Fehlerberichtssystem für Hausarztpraxen hat das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsklinik Frankfurt am Main gezogen. Rund 6 000 Besucher nutzten das System jeden Monat. Wie häufig Fehler im Rahmen der hausärztlichen Versorgung in Deutschland auftreten, ist bisher nach Angaben des Instituts „völlig unbekannt“. Eine internationale Studie über medizinische Fehler in der hausärztlichen Versorgung habe allerdings gezeigt, dass weniger als 20 Prozent der freiwillig gemeldeten Fehler als Kenntnis- beziehungsweise Fertigkeitsfehler einzustufen waren. „Dadurch, dass mehr als 80 Prozent der Fehler in Hausarztpraxen Prozessfehler sind, bietet sich eine große Chance, sie künftig zu vermeiden“, sagte die Projektleiterin Barbara Hoffmann.“
Quelle: Deutsches Ärzteblatt >>> mehr dazu >>>
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=55736
Dies zeigt, dass auf unkonventionelle Art und Weise ein Risikomanagement betrieben und so u.a. ein Beitrag zur Patientensicherheit in einem beachtlichen Maße geleistet werden kann. Die Kritik, die von manchen Pflegekritikern gegen die Etablierung eines solchen Fehlerberichts- und Lernsystems in der (Alten)Pflege erhoben wird, ist nicht nachvollziehbar und lässt darauf schließen, dass der Sinn und Zweck eines modernen Risikomanagements nicht erkannt wird. Dass ein Fehlerberichts- und Lernsystem gerade in der Altenpflege wünschenswert ist, zeigt ein Blick in die Foren verschiedener Fachverlage, in denen Teilnehmer ihre kritischen Ereignisse schildern und auf Antworten hoffen.
Von daher ist es unverständlich, weshalb etwa der Pflege-Selbsthilfe-Verband das vom KDA und dem BGM geplante Internetforum als ein „Jammerportal für gebeutelte Pflegekräfte“ bezeichnet.
Vgl. dazu >>> http://www.pflege-shv.de/Internetforum%20KDA.htm
Es geht um die Etablierung einer akzeptablen „Fehlerkultur“ in der Altenpflege und nicht um eine medienwirksame Schelte, wie zuhauf betrieben. Die Diskreditierung des geplanten Fehlerberichts- und Lernsystem in der Altenpflege als „Jammerportal“ verdient insbesondere deshalb scharfe Kritik, weil die Aufarbeitung der kritischen Ereignisse unmittelbar den berechtigten Interessen der Alterspatienten, die in den ambulanten oder stationären Alteneinrichtungen betreut werden, zugute kommen. Dies scheinen die Kritiker am System völlig zu übersehen!
Lutz Barth












