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Wenn Größenwahn im Kittchen endet

Bild: Wenn Größenwahn im Kittchen endet
Alfons Schuhbeck: Sich Fehler einzugestehen, zeigt, Führen ist nichts für Weicheier. (© © Adobe Stockphoto)
Alfons Schuhbeck: Sich Fehler einzugestehen, zeigt, Führen ist nichts für Weicheier. (© © Adobe Stockphoto)

(openPR) Der Fall Alfons Schuhbeck – ein Beispiel für Scheitern mit Ansage

 

Bodenhaftung und der Sinn für Ziele schenken Unternehmen ein Fundament, auf dem tragfähige Erfolge möglich werden. Das ist die Geburtsstunde der Führung, welche die Pflöcke der Umsetzung einschlägt – jedoch ohne Garantie für Gelingen. Starkoch Alfons Schuhbeck ist ein Musterbeispiel dafür, was passiert, wenn sich Ziele mit Wunschdenken und Größenwahn vereinen. Noch schlimmer kommt es, wenn kriminelle Energie im Spiel ist.

 

Aus dem Schatten des Jahrhundertkochs Eckart Witzigmann heraus hatte sich Schuhbeck ein bemerkenswertes Firmengeflecht zusammengekocht. Zu den von ihm kulinarisch verwöhnten Stars gehörten die Beatles, Arnold Schwarzenegger, Sean Connery, Roger Moore, Charlie Chaplin, Queen Elisabeth II., die Kennedys und Angela Merkel. Für Fußball-Rekordmeister Bayern München schwang er ebenso den Kochlöffel wie für internationale Gäste der bayrischen Landesregierung. Alfons Schuhbeck, das war mediale Präsenz auf allen Kanälen: Kochbücher, Fleischwurst-Werbung, Hörfunk, Kochshows – Millionen schauten ihm in Topf und Pfanne, lauschten schmachtend und mit Wasser im Mund bei der Zubereitung seiner Schmausereien. Viel gelang ihm, nur der Himmel schien die Grenze zu sein.

Was Schuhbeck in die Hand nahm, wurde zum Erfolg. Schlaf, so schien es, gestattete sich der Master of the Kittchen nur in Ausnahmefällen. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens beschäftigte er mehrere hundert Mitarbeiter – ein Mittelständler. Viele aus seinem Team bescheinigen Schuhbeck einen ausgesprochen einfühlsamen Stil in der Führung. Doch seiner Verantwortung als Unternehmer nachzukommen, ist anspruchsvoller als der Versuch, mit noch so großer Kreativität den 26 Stunden-Tag zu erfinden.

Je rauschender seine Erfolge, desto lauter erklangen markante Misstöne im Schuhbeck-Orchester. Bereits 1994 kam es zum Knall. Schlechte Ziele führen nie in eine gute Richtung. Der Koch wurde wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstraße in Höhe von 250.000 Mark verurteilt. Viele hatten ihm ihr Vertrauen geschenkt und so Geld samt Vermögen verloren. Während und nach der Gerichtsverhandlung gab Alfons Schuhbeck zu, wohl die falschen Berater gehabt zu haben. Ein Verhaltensmuster, dem er treu blieb.

Seinem Ziel, der deutsche Koch Nr. 1 zu werden, tat diese Unbill keinen Abbruch. Schuhbecks Führung setzte konsequent weiter auf das Umsetzen des Angestrebten. „Führen ist nichts für Weicheier“ betont Unternehmensentwickler Stefan Kerzel in seiner gleichnamigen Keynote. „Vertrauen in die Umsetzung und das Erreichen gesetzter Ziele erzeugen Sogwirkung auf die Belegschaft und zeichnen eine gute Führungskraft aus“. 

Doch ohne Selbstreflexion und kritische Begleiter besteht die Gefahr der Betriebsblindheit. Ein Fokus auf das Ziel allein, führt schnell dazu, Begleitumstände und den Rest der Welt aus den Augen zu verlieren. Stefan Kerzel „Ich erlebe Unternehmer, die ihren in Jahrzehnten aufgebauten Erfolg durch den Versuch zweifelhafter und illegaler Tricks zertrümmern. Sie reißen mit ihrem Allerwertesten ein, was mit Schweiß und den eigenen Händen in harter Arbeit aufgebaut wurde. Ein typischer Denkfehler: Es kommt schon nicht raus, mir kann niemand etwas.“

Was gehen soll, ist das eine; was erlaubt und legal ist, die wesentliche Seite der Medaille. Alfons Schuhbeck hatte in dieser Hinsicht die Bodenhaftung, Übersicht und Kontrolle über seine Firmen verloren.

Genial am Herd, doch schlecht beraten – dieser Eindruck drängte sich bei Beobachtern während der Verhandlungen im Gerichtssaal auf. Menschlich scheint der Koch bis heute über jeden Zweifel erhaben. Noch im Gerichtssaal gab Schuhbeck der Richterin tragfähige Tipps für das Gelingen am Herd. Während der Verhandlung wirkte Schuhbeck zusammengesunken und abgemagert wie ein Schatten seiner Selbst. Das Vertrauen in die eigene Führung hatte sich aufgelöst, gesetzte Ziele und Umsetzung der ursprünglichen Pläne – ein Trümmerfeld.

Führen bedeutet, an die Mitarbeitenden übertragene Aufgaben zu überprüfen, nur so kann Vertrauen entstehen. Das schien im Falle Schuhbecks nicht der Fall gewesen zu sein. In seinem Urteil war das Gericht davon überzeugt, dass der Koch mehr als tausend Mal in die Kasse von zwei seiner Restaurants gegriffen hat und so Geld verschwinden ließ. Von Zufall oder Unachtsamkeit könne keine Rede sein, so die Richterin.

Es wurde noch schlimmer. Heraus kam, dass Schuhbeck für seinen Kassentrick ein Computerprogramm nutzte, das ein Angestellter für ihn entwickelt hatte – in Schuhbecks ausdrücklichem Auftrag. Das ist Führen zu falschen Zielen. Selbst erklärte Fans des Kochs mussten kriminelle Energie in seinem Verhalten erkennen. Doch das Prinzip „Ich vertraue den falschen Beratern“ setzte sich bei Alfons Schuhbeck fort. Kurz nach der Urteilsverkündung wechselte der Koch seine Anwälte und ging in Revision. Der vermeintliche Befreiungsschlag kann sich als Rohrkrepierer erweisen, besteht die Gefahr, dass noch mehr Verborgenes aus Schuhbecks Vergangenheit ans Licht der Sonnen kommt.

Wer sich im Licht des Erfolgs auf der „Gott-Vater-Ebene“ wähnt, für den ist der Absturz in die schnöden Niederungen der Wirklichkeit umso bitterer. Dann wird der Realitätsverlust zum Wahrnehmungsproblem und Führung zur Traumtänzerei; Vertrauen ist nicht mehr möglich, Größenwahn endet im Kittchen.

Steige ab, wenn das Pferd tot ist und sich ein Weg als falsch erwiesen hat. Diese Weisheit klingt logisch, sie ist für Betroffene tränenreich. Wer gesteht sich gerne ein, gescheitert zu sein? Trotzdem, es bleibt nur ein radikaler Kurswechsel, die Einsicht dafür, sich Fehler einzugestehen und neu zu beginnen. Führen ist nichts für Weicheier.

 

Zwischenzeile

„Brillant gekocht, doch falsch beraten.“

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