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Das Türkeibild in den deutschen Medien

02.02.200719:17 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) (Saydam.de) Raif Özalan Hamburg - Die Arbeitsgruppe "Medien und Integration", deren Ergebnisse in den „Nationalen Integrationsplan" einfließen, tagte im Bundeskanzleramt am 18.1.2007 in Berlin. An den Sitzungen der Arbeitsgruppe nehmen neben Vertretern von Print- und fremdsprachigen Medien und Wissenschaftlern auch die Intendanten von ZDF, WDR und Deutscher Welle teil.



Der stellvertr. Bundesvorsitzender Seref Erkayhan, der die Türkische Gemeinde in Deutschland in dieser Arbeitsgruppe vertritt, übergab gleich nach der Sitzung TGD's Stellungnahme an Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer. Die Beiträge fließen in den Endbericht ein, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Sommer 2007 vorstellen will.

Das Image der Türkei in Deutschland wird nach wissenschaftlichen Untersuchungen sowohl durch Kontakte und eigene Beobachtungen (Primärerfahrungen) als auch durch Mitteilungen anderer (Sekundärerfahrungen) geprägt. Ersterfahrungen seien zum einen durch die seit den 60er Jahren nach Deutschland kommenden Gastarbeiter aus der Türkei entstanden, zum anderen durch jene zwei Millionen deutsche Touristen, die jährlich den Bosporus und Anatolien bereisten.

Das Türkeibild in den Medien (Sekundärerfahrungen) wird nach Analysen von dem Grundsatz "bad news are good news" beherrscht, denn positive Berichte fänden selten einen Platz. In der Zeit vor der Ankunft türkischer Gastarbeiter in Deutschland sei dieses Bild in den deutschen Zeitungen und im Rundfunk allerdings noch "recht positiv" gewesen. Dafür waren drei Gründe verantwortlich:
Ziel der eingeschränkten deutschen Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg war es, in der Deutschlandfrage von so vielen Staaten wie möglich unterstützt zu werden. Die Türkei unterstützte Bonn in seinem Alleinvertretungsanspruch und gehörte zu den letzten, die die DDR anerkannten. Außerdem befürwortete sie den Eintritt Deutschlands in die NATO und entsprach damit dem von Konrad Adenauer in Ankara persönlich vorgetragenen Wunsch.
"die Werte und Normen in Westeuropa und der Bundesrepublik Deutschland betreffend Demokratie, Menschenrechte und ethnische Minderheiten bei weitem nicht so stark ausgeprägt, wie es heute der Fall ist".
Ein weiterer Grund für die positive Darstellung in dieser Zeit sei die geographische Ferne der Türkei gewesen. Berichte aus den Nachbarstaaten hätten mehr interessiert.

Dennoch verweist Nail Alkan auf die Studie des Gießener Professors Siegfried Quandt, die zwischen dem 1. März und dem 30. April 1995 durchgeführt wurde. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Türkeiberichterstattung vor allem von Meldungen über die Kurdenfrage dominiert sei. 52 Prozent der Presseberichte seien negativ ausgefallen, nur 7 Prozent hatte Quandt als positiv klassifiziert. Ähnliches gelte auch für die Fernsehberichterstattung. Dort seien etwa die historischen, ideologischen und aktuellen Zusammenhänge der Kurdenproblematik nicht deutlich gemacht worden. Quandt habe auch beobachtet, dass sich viele Journalisten nur sporadisch mit der Türkei beschäftigten, wodurch es ihnen an Hintergrundwissen mangelte.

Diese Ergebnisse führen Alkan zu dem Schluss, dass das Türkeibild in den deutschen Medien "nicht sehr positiv ist". Als Grund dafür nennt er die Historie des Türkeibildes und die aktuellen Ereignisse in der Innen- und Außenpolitik der Türkei, die die Perzeption des Landes negativ beeinflussten.

Angesichts der abgeklungenen Medienkritik stellte sich Wolfgang Koydl (Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Istanbul) als "erster Übeltäter" vor, der mitverantwortlich für das negative Bild der Türkei ist. Amüsiert zeigte er sich darüber, wie von professionellen Beobachtern des Journalismus die negative Berichterstattung bemängelt werde. So habe schon Erich Kästner die Frage "Wo bleibt das Positive?" gestellt.

Die Inflation des Negativen erklärte sich der Journalist schlicht mit dem Leserverhalten: "Würden sie einen Artikel lesen mit der Überschrift 'Schon fünf Jahre kein Wirbelsturm in Florida'" oder eher den über einen Hurrikan". Den Ausdruck "bad news are good news" kenne er nicht. Das Motto "only no news are bad news" werde der Situation des Journalismus eher gerecht und habe lange auf die Situation der Türkei zugetroffen. Nun aber gäbe es endlich ein Türkeibild, denn es berichteten Korrespondenten von dort.

Raif Özalan Chefredakteur des neuen Wirtschaftsportal www.saydam.de kritisiert die Medien mit vielen "Negativschlagzeilen", die verändert werden müssten. Raif Özalan setzt sich auch für einen Generationenwechsel in den Redaktionen, denn "die marginalisierten Vertreter der ersten Generation, die ihr politisches Denken in der Türkei gelernt haben (...) werden unsere Probleme nicht lösen können. Wir brauchen Leute, (...) die diese Gesellschaft gut kennen, die nicht mit Komplexen behaftet sind, die sich frei bewegen und auf gleicher Augenhöhe den Deutschen begegnen". Özalan möchte weg von dem Gefühl der "Opferrolle" und dem Blick durch die "Betroffenheitsbrille". Es müsse dagegen stärker herausgestellt werden, dass sich in den vergangenen 30 Jahren etwas verändert habe, daß es erfolgreiche (türkische) Arbeitgeber, Showstars, Rapper, Politiker und Künstler gebe.

Gehe in Deutschland die Bildungspolitik "vor die Hunde (...) dann ist das auch unser Problem, nicht nur ein Problem der Deutschen", warnt Özalan. "Dazu brauchen wir interkulturelle Medien", verlangte Özalan, etwa nach dem Vorbild des zweisprachigen TV-Senders Arte im deutsch-französischen Verhältnis oder Webportale wie wir sie unter www.schadengutachter.eu und www.saydam.de gestallten und anbieten.

Nach Özalans Ansicht sind die türkischen Medien ein wesentlicher Faktor, der die Integration der Türken in Deutschland fördern oder behindern könne. Die Integration nütze denen am meisten, die auf Dauer hier leben, gleichgültig, ob sie eingebürgert seien oder noch nicht. Die türkischen Medien in Deutschland hätten in dieser Hinsicht einen Wandel durchgemacht, denn deren Eigentümern in der Türkei hätten erkannt, dass eine vernünftig verstandene Integration der türkischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland die Anerkennung ihrer eigenen Interessen voraussetze. Deswegen könne man den Türken in Deutschland nicht das Bild einer feindlichen Exilumwelt vermitteln, in der sie nur mit Mühe und bei starkem Zusammenhalt und Abgrenzung überleben können. Nun bemühten sich die türkischen Medien darum, den türkischen Lesern eine breitere Information der hiesigen Lebenswelt zu bieten.

Im Rahmen des von B.A.T.I. (der Berliner Initiative Europaeischer Türken), durchgeführten Podiumsdiskussion diskutieren am 15. Februar, 19 Uhr im Auswaertigen Amt in Berlin deutsche Journalisten über die Verantwortung der Medien in den deutsch-türkischen Beziehungen. Im Mittelpunkt der Referate und Diskussionen stehen die Auseinandersetzung mit dem Bild der Türken in den deutschen Medien. Zentral ist weiterhin die Erörterung der verantwortungsvollen Rolle der Medien bei der Verbesserung der Beziehungen zwischen Deutschen und Türken.

Weiterführende Informationen:
http://www.tgd.de/index.php?name=News&file=article&sid=655
http://www.schadengutachter.eu/front_content.php?idcat=5&idart=101

focusconsult Özalan, Siyavus und Kollegen
Hertelstieg 4 - 22111 Hamburg
Tel./Fax.: +49 40 731 44 35

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