(openPR) Obwohl es wegen der vermutlich noch länger anhaltenden Corona-Krise weltweit gar nicht gut um die wirtschaftlichen Aussichten steht, spiegeln die Aktienkurse das auch nach dem starken Kurseinbruch noch nicht im Geringsten wider. Nach der kurzen Verkaufspanik Anfang März wurde ein großer Teil der Kursverluste bereits wieder aufgeholt. Die Spekulanten scheinen sich von ihrem Schrecken erholt zu haben. Mit Geld oder faktisch kostenlosem Kredit sind sie außerdem überreichlich versorgt.
Dennoch stockt der euphorische Kaufrausch inzwischen wieder. Wer unter den Akteuren nicht vollkommen high ist, ist sich vermutlich der extremen Überbewertung der Papiere bewußt. Es scheint, daß die schiere Menge faktisch kostenlosen Geldes das bewirkt. Außerdem stützt wahrscheinlich die Hoffnung die überhöhten Kurse, daß alle großen Unternehmen erforderlichenfalls auf Kosten der Allgemeinheit mit genügend Geld versorgt werden, um wenigstens ihre Stillstandskosten decken zu können. Wir dürfen gespannt sein, ob Vorstände und Aufsichtsräte, die jetzt Kostgänger des Staates bzw. der Steuerzahler sind, weiterhin ihre Millionen- und Multimillionengagen einstreichen.
Wenn nicht, werden sie ihre Millionen vielleicht lieber in Gold investieren als in überbewertete Aktien. Diese Möglichkeit hat offensichtlich bei den Herrschenden und ihren politischen Vertretern bereits Unruhe ausgelöst. So verlautbarte, der Schwellenbetrag für den Erwerb von Gold solle auf nur noch 2.000 Euro gesenkt werden. Das zeigt, wie nervös die Sachwalter des beliebig vermehrbaren Papiergeldes und diejenigen, die davon profitieren, inzwischen geworden sind. Der offensichtliche Unmut, den der vermehrte Erwerb von Gold durch die Bevölkerung bei den Herrschenden und ihrer Corona erzeugt, beweist allerdings nur deren schlechtes Gewissen. Denn wer rare Edelmetalle kauft, traut offensichtlich den Regierenden und ihrer Klientel nicht mehr zu, künftig verläßlich für stabilen Geldwert sorgen zu können (oder sorgen zu wollen).
Diejenigen, die angesichts der panischen Geldvermehrung Sicherheit suchen, zu verunglimpfen, ist unangebracht. Denn es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, daß in Deutschland getätigte Edelmetallkäufe notorisch mit Geldwäsche oder gar mit der Finanzierung von Terrorismus im Zusammenhang stehen. Wenn der deutsche Fiskus Geldwäsche oder Steuerhinterziehung aufdecken möchte, gibt es genug potenzielle Erkenntnisquellen im naheliegenden Umfeld, wie zum Beispiel bei bestimmten Banken oder bei denen, die Geld in Steueroasen verschieben bzw. verschoben haben.
Übrigens: Eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, daß "Beschränkungen für Barzahlungen ... die Terrorismusfinanzierung nicht spürbar eindämmen“ würden.
Wer sich vor drohendem Unheil in der Welt des großen Geldes fürchtet, sollte besser auf die Banken sehen und auf die von diesen erzeugte Derivateflut. In Deutschland ist vor allem die Deutsche Bank mit ihrem gigantischen Derivatebestand extrem gefährdet und könnte im wahrsten Sinne des Wortes explosive Wirkung für das Finanzsystem entfalten. Daß die Politiker – die meisten wahrscheinlich aus Unkenntnis oder weil sie ihre eigene üppige Versorgung für sicher halten – das Derivate-Übel überhaupt zugelassen haben und der Bevölkerung damit eine Massenvernichtungswaffe der Finanzindustrie (Warren Buffet) zumuten, die jederzeit außer Kontrolle geraten kann, ist unverantwortlich.
Die Mächtigen machen eben Dummheiten und die Ohnmächtigen baden sie dann aus. Davon zeugt die Geschichte und daran wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch künftig nichts ändern.
Daß die EZB, die Sparer seit vielen Jahren ausplündert, um Probleme zu lösen, die die Politiker und sie selbst, die Notenbank und Herrscherin über das Geld, zu verantworten haben, ist skandalös. Wenn die Sparer sich gegen ihre Ausplünderung wehren und zum Beispiel lieber in Edelmetalle investieren anstatt in Minuszinsanlagen oder maßlos überteuerte Aktien, sollte man sie nicht schikanieren, sondern sich ernstlich fragen: Warum entziehen uns diese Menschen ihr Vertrauen? Was machen wir falsch? Mit solcher Selbstkritik ist aber kaum nicht zu rechnen, weil selbstherrliche Menschen damit überfordert sind.
Ebenso skandalös wie die Ausplünderung der Sparer ist, daß Politiker – auch Sozialdemokraten! – nachhaltig dafür sorgen, daß es im an Reichen so reichen Deutschland Millionen billige Arbeitskräfte gibt, die von ihrem Arbeitseinkommen nicht leben können und die wissen, daß sie ihre späteren Renten bei gleichbleibender Gesetzeslage mit Sozialhilfe aufbessern müssen, um über die sprichwörtlichen Runden zu kommen. Bis dahin verhelfen sie ihren Arbeitgebern mit gesetzlicher Rückendeckung durch üppig versorgte Abgeordnete zu unverdienten Profiten. Was ist das für eine Moral der Verantwortlichen, die solche Zustände zuläßt, ja geradezu herbeiführt!
In seiner gegenwärtigen Verfassung ist der Sozialstaat Deutschland eine Farce. Auf der einen Seite unterhält er eine riesige teure Bürokratie, die einen teuren Flickenteppich diverser Hilfen und Alimenten verwaltet. Allein für Gehälter und Pensionen verschlingt diese Bürokratie jährlich viele Milliarden Euro. Andererseits erweist sich dieser Staat bzw. erweisen sich diejenigen, die diesen Staat beherrschen und ihn für ihre und ihrer Klientele Zwecke ausnutzen als unfähig, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger wenigstens so an den gemeinsam erwirtschafteten Profiten zu beteiligten, daß niemand Not leidet.
Dabei wäre es ganz einfach, Armut in Deutschland zu beseitigen. Man müßte nur den Mut haben, die riesige Sozialbürokratie zu schleifen und dafür ein Grundeinkommen zu beschließen, von dem alle Bürgerinnen und Bürger anständig und ohne Not leben können. Wie ein solches Grundeinkommen – zweckmäßig in Gestalt einer negativen Einkommensteuer – einfach und kostengünstig gestaltet und administriert werden könnte, wurde an dieser Stelle schon mehrfach thematisiert. Damit könnte auf gerechte und verwaltungstechnisch sparsamste Weise allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein Einkommen gesichert werden, das ihnen – anders als das gegenwärtige Sammelsurium sozialer Leistungen und die Abhängigkeit vom guten Willen der selbst üppigst versorgten Politiker – eine angemessene Teilnahme am sozial-kulturellen Leben der Gesellschaft ermöglichte. Zugleich würde ein solches Grundeinkommen die volkswirtschaftliche Binnennachfrage steigern und festigen sowie im Falle wirtschaftlicher Krisen stabilisieren.
Der Speckschicht unserer Gesellschaft wäre mit einem Grundeinkommen die Ausbeutung ihrer Mitmenschen nicht mehr möglich. Jeder Arbeitslohn müßte mit dem Grundeinkommen konkurrieren. Welcher Nimmersatt könnte das akzeptieren? Deshalb gibt es kein Grundeinkommen, solange die Bessergestellten die Macht haben.
Eine zum diesbezüglichen Thema erschienene Abhandlung trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. Sie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1) erschienen und für 9,95 Euro im Buchhandel erhältlich.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit und das allgemeine Wohl der Menschheit das fragwürdige Treiben der Menschentiere, insbesondere das ihrer Alphas. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist auch dieser Band in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen für 9,95 Euro zu haben.
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