(openPR) Jedes zweite Hähnchen im Handel ist von Durchfallerregern befallen, das hat eine Anfrage der GRÜNEN-Fraktion im Deutschen Bundestag ergeben.
Die Sprecherin für Verbraucherschutz der Fraktion DIE LINKE, Amira Mohamed Ali kommentiert das Ergebnis: „Dieser Befund ist alarmierend und sollte endlich zu einem Umdenken in der Agrarindustrie führen. Die Belastung des Fleisches mit den Krankheitserregern ist die Folge eines Wirtschaftssystems, in dem immer mehr Tiere in immer kürzerer Zeit produziert und geschlachtet werden sollen und in dem Lebensmittelsicherheit dem Profit untergeordnet wird.“
Amira Mohamed Ali fordert die Bundesregierung auf, die Verantwortung nicht auf die Verbraucher abzuschieben: „Die Menschen aufzufordern ihr Hähnchenfleisch gut durchzubraten ist zwar ein richtiger Hinweis, ist aber keine Lösung für das zugrundeliegende Problem. Wir brauchen eine Gesetzesinitiative für mehr Platz und Hygiene in den Tierställen.“
Amira Mohamed Ali weist darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Verbraucher sich bessere Lebensbedingungen für Nutztiere wünscht: „Anfang der Woche wurde der Ernährungsreport 2018 vorgestellt. 8 von 10 Konsumenten wünschen sich ein verblindliches staatliches Tierwohllabel und bessere Lebensbedingungen für Tiere. Julia Klöckner muss jetzt liefern“, fordert Amira Mohamed Ali.
Dem Vorschlag des Bundesverbandes des Lebensmittelhandels, das Hähnchenfleisch wie in den USA künftig in Chlor zu baden erteilt Amira Mohamed Ali eine Absage: „Die Idee Chemie als billigen Ersatz für bessere Haltungsbedingungen anzuwenden zeigt die Verrohung der Branche. Das kranke System soll mit allen Mitteln am Laufen gehalten werden und dafür wird in Kauf genommen, dass unsere Lebensmittel mit immer mehr Schadstoffen belastet werden, die Gesundheit der Menschen ernsthaft gefährdet wird und die Tiere in unwürdigen und quälerischen Bedingungen ihr kurzes Leben fristen müssen. Das ist unverantwortlich. Wir brauchen endliche die Agrarwende. Hin zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Landwirtschaft. “












