(openPR) Bericht über die Fachtagung Sicherheit auf Autobahnen in Bad Harzburg
Am Wochenende (15./16.12.2018) hat der Deutsche Verband Verkehrssicherheit zu einer Fachtagung „Sicherheit auf Autobahnen“ nach Bad Harzburg eingeladen.
Dieser Einladung folgten 47 Experten aus den Bereichen Sicherheit, Verkehr, Rettungswesen, Recht, Technik und kamen aus 16 Nationen wie z.B. Österreich, Dänemark, Schweden, Polen, Frankreich, Niederlande, Tschechischen Republik und Deutschland.
Leider kamen keine offiziellen Vertreter aus Dienststellen, Behörden oder Politiker der Einladung zur Tagung nach.
Nach der Begrüßung durch Herrn Achim Friedmann, der federführend in diesem Bereich ist, wurde sein Fachreferat „ "Vision Zero und der Faktor Mensch“ aufmerksam verfolgt und mit zustimmenden Kopfnicken der anderen Experten und Zuhörer begleitet.
„Die Vision Zero würde recht schnell umzusetzen sein“, so Friedmann, „wenn da nicht der Faktor Mensch wäre! Die Verkehrsteilnehmer auf den Straßen, halten sich kaum an die Vorschriften, wie Geschwindigkeit oder Abstand, oder die Rettungsgasse“, Friedmann, der selber fast den Tod gefunden hätte, weil die Rettungsgasse nicht gebildet wurde, hat sehr anschaulich die Gründe für Unfälle auf Autobahnen dargelegt.
„Stirbt ein Mensch bei einem Verkehrsunfall, sind nach einer Studie im Durchschnitt 113 andere Menschen unmittelbar betroffen. Darunter sind elf Angehörige, vier enge Freunde, 56 Bekannte – und 42 Einsatzkräfte von Sanitätsdiensten, Feuerwehren oder Polizei.
Im vergangenen Jahr starben bundesweit 3214 Menschen im Straßenverkehr - das waren sieben Prozent weniger als 2015. Damit erreichte Deutschland den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren. Doch der Deutsche Verband Verkehrssicherheit“, so Friedmann, „findet, das sei kein Grund, um sich entspannt zurückzulehnen, weil wir in Deutschland jetzt für 2018 mehr Tode auf Autobahnen haben, wie 2017!“
„Die Bundesregierung hat zu Beginn der Dekade das Ziel ausgerufen, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken. Wenn bis zum Jahre 2020 die Unfallzahlen tatsächlich um 40 Prozent gesenkt werden sollen, muss sofort gehandelt werden, auch wenn dies unpopuläre politische Umsetzungen mit sich bringen sollte – und viel Mut verlangt.“
Friedmann stellte dann, ausgearbeitete Konzepte die auf Gesetzliche / Rechtliche und Machbarkeit hin Überprüft sind zur Diskussion vor. Großen anklang fanden:
Die generelle Halterhaftung für Fahrzeugbesitzer
Eine generelle Überwachungsmaßnahmen der Geschwindigkeit und Abstandsvorschriften auf Autobahnen, besonders an/in Baustellenabschnitte auf Autobahn.
Ein Abschaltverbot sämtlicher Fahrzeugassistenten wie z.B. Notbremsassistenten oder Müdigkeitswarner für den Fahrzeuglenker / Fahrzeughalter und dies unter Strafe zustellen.
Die Europaweite Einführung der Rettungsgasse und die Ausdehnung der Bestrafung als Straftat in die Paragrafen als versuchter Totschlag oder der schweren Körperverletzung.
Gesetzliche Änderung der sogenannten „Sprinterklasse“ auf eine Höchstgeschwindkeit von 120 km/h und eine grundsätzliche Ausrüstung mit einem Fahrtenschreiber. Arbeitsfahrdauer je Tag 10 Stunden mit anschließender Pause von 8 Stunden.
Ein generelles Überholverbot für Fahrzeuge ab 2,8 to.GG bei stockenden Verkehr und Stau.
In Baustellenabschnitte auf Autobahnen grundsätzlich ein Überholverbot für Fahrzeuge ab 2,8 to.GG, für alle Fahrzeuge (Pkw und Lkw) eine Abstandsvorschrift von 50 Metern, das grundsätzliche versetzte Fahren und das einordnen lassen von Fahrzeugen.
Die Ausstattung sämtlicher Einsatzfahrzeuge, wie z.B. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste mit Kameras zur Beweissicherung gegen Verstoß der nicht gemachten Rettungsgasse.
Die Einführung von Sonderabteilungen in allen Bundesländern bei den Staatsanwaltschaften für Verkehrsverstößen und Bereitstellung von Richten bei Verkehrskontrollen.
Verbesserung der Verkehrssicherheit an / bei Autobahnbaustellen durch unübersehbare Verkehrsbeschilderung.
Neuartige Farbgebung für Einsatzfahrzeuge und Einsatzbekleidung im Bereich Autobahn.
Eine Grundsätzliche Verpflichtung aller Behörden, wie z.B. Bundespolizei, Zoll, Bundesamt für Güterverkehr zur Absicherung von Gefahrenstellen auf Autobahnen, hier besonders das absichern von Staus und das daraus resultieren überarbeiten von Dienstanweisungen und Vorschriften.
Wiedereinführung zur Mitnahme einer Warnleute für Pkw.
Die Schaffung einer neuartigen „Betriebsfeuerwehr Autobahn“ an Baustellenabschnitten, zur schnelleren Rettung / Bergung von Unfallopfern und zur Unterstützung der Rettungskräfte, Absicherung gegen Stau-End-Unfälle.
Ein besonderes Highlight war am Sonntag die Videoschaltung in die USA und Kanada
In diesen Gesprächen wurden die Arbeitsweisen, die Gesetze und die Erfahrungen rege ausgetauscht.
Am Ende der Tagung zog Friedmann ein Fazit für Deutschland. „Wenn die maßgeblichen Personen nur …. in der Hose hätten und nicht soviel Angst vor dem Wähler, Lobbyisten, u.s.w. den Mut zur Veränderungen aufbrächten, könnte man das Ziel die Unfallzahlen tatsächlich um 40 Prozent senkt! Wir werden durch veraltete Einstellungen, „“wie das brauchen wir nicht““, oder „“das haben wir noch nie so gemacht““ ausgebremst... die DIN- und andere Vorschriften halten uns davon ab, Menschenleben zu retten, schneller an den Unfallort zukommen oder was noch schlimmer ist, dafür ist kein Geld da! - nach dem Beifall der Zuhörer – setzte Friedmann sein Fazit mit den Worten fort, „...es sind halt unpopuläre politische Forderungen, die wir haben, aber die Einstellung der Mensch, also der Verkehrsteilnehmer lässt uns allen keine andere Möglichkeit zu, wie über den Geldbeutel, Führerscheinendzug oder über Haftstrafen zugehen!“ - großes Kopfnicken bei der Zuhörerschaft - ,“ wie ich in persönlichen Gesprächen erfahren habe“, sagte Friedmann, „befinden sich unter uns, auch Personen, und dies muss ich jetzt ausdrücklich sagen, als Privatpersonen an der Tagung teilgenommen haben, die in den maßgeblichen Arbeitsbereichen von Länderbehörden tätig sind. Meinen besonderen Dank an sie, für ihr vertrauen, aber auch für ihre anfängliche Skepsis und Zurückhaltung mir gegenüber. Zum Schluss, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich noch sagen, das wir alle nicht nachlassen dürfen, an den richtigen Stellen zu nerven, was meine Person an geht“, - großes Gelächter -, „ werde ich d.h. der Deutsche Verband Verkehrssicherheit, nicht aufhören. Es geht um Menschenleben und jede Minute die wir für das reden benötigen, geht einen Menschen zur Rettung abhanden! Herzliches Danke an sie alle für die gute Zusammenarbeit und all Zeit gute Fahrt!“
Nach dem Beifall der Tagungsteilnehmer, sagte der Experte aus Schweden; „Herr Friedmann, auch wir alle möchten uns bei ihnen und dem Deutschen Verband Verkehrssicherheit bedanken und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihnen, bitte erlauben sie mir noch dies, Herr Friedmann, sie sind für ihre Offenheit und ihren Klartext ja bekannt, für den Diplomatischendienst...sind sie nicht geeignet... aber recht haben sie!
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