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Göttinger Gruppe in Insolvenzgefahr - Anleger zahlen trotzdem weiter

31.08.200611:23 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Es ist eine Art offenes Geheimnis: Der Göttinger Gruppe steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Ob der umstrittene Finanzkonzern die noch vereinnahmten Anlegergelder weiterhin investiert, darf jedenfalls bezweifelt werden. Es steht zu vermuten, dass die Göttinger Gruppe lediglich Anwaltskosten begleicht und auf vollstreckbare Titel leistet - letzteres offenbar auch nur mit den Druckmitteln der Justiz. So haben die Autoren Insolvenzantrag gegen eine Gesellschaft gestellt; dann wurde doch gezahlt. Obwohl die Medien ausführlich berichten, bedienen viele Kapitalanleger immer noch die Ratensparverträge.



Die Göttinger Gruppe war in den neunziger Jahren Deutschlands größter Anbieter atypisch stiller Beteiligungen. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vereinnahmte der Konzern von über 100.000 Anlegern etwa 1 Milliarde Euro. Hauptsächliches Finanzproduktprodukt war die Securente, die ihren Kunstnamen („sichere Rente“) allerdings zu Unrecht trug: Anleger wurden durch sie Fondsgesellschafter und unmittelbar am Gewinn und Verlust dieser Fonds beteiligt. Die im Auftrag der Göttinger Gruppe tätigen Vermittler klärten Anleger oft nicht oder nicht richtig über die Verlustrisiken auf, was inzwischen auch durch eine Vielzahl an Gerichtsurteilen amtlich bestätigt ist. Die juristische Aufarbeitung der Konzerntätigkeit ist weiterhin im Gange. Zur Jahresmitte 2005 waren über 5000 Klagen auf Schadensersatz anhängig, Tendenz steigend. Inzwischen sorgt die hohe Zahl titulierter Rückforderungen offenbar für ernsthafte Zahlungsprobleme der Göttinger Gruppe. Verschiedene Anwälte, die Urteile zugunsten der Anleger erstritten hatten, sahen sich veranlasst, mit Zwangsvollstreckungs- und sogar Insolvenzanträgen zu drohen, um den Konzern zur Zahlung zu bewegen. So auch die Autoren. Erst auf diese Maßnahmen hin wurden Forderungen beglichen. Wie klamm die Göttinger inzwischen sind, steht amtlich noch nicht fest, die Tatsachen sprechen aber für sich: Im Juni dieses Jahres wurde ein größerer Immobilienposten veräußert, um Forderungen aus verlorenen Rechtsstreitigkeiten zu begleichen. Kurz darauf kündigte die Volksbank Göttingen dem Konzern das Geschäftskonto. Das vorhandene Abrechnungsguthaben von knapp 160.000 Euro wurde für vorrangige Pfändungen ausgekehrt. Die Anlegerverwaltung teilte den Ratenzahlern daraufhin ein neues Geschäftskonto mit, auf das die Gelder offenbar über einen Treuhänder einbezahlt werden. Das Anlegergeschäft geht also zumindest offiziell weiter. Anleger, die Gesellschaftsforderungen noch bedienen, sollten sich aber vor Augen führen: Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden die Gläubiger auch in diese Konten vollstrecken. Das schon seit langem bei den Göttingern vermutete Schneeballsystem verwirklicht sich somit zumindest bei der Abwicklung auf seine eigene Weise. Erstaunlich ist nur, dass die Anleger immer noch fleißig zahlen. Offenbar ist vielen nicht klar, dass die staatliche Überwachung private Geldanlagepolitik extrem lückenhaft ist und dass im Falle der Insolvenz die Gelder verloren sein dürften.

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