(openPR) Bis zu 700.000 Langzeitarbeitslose gehen nach den Angaben von Arbeitsminister Müntefering einem Teilzeitjob nach. Es ist schon verwunderlich, dass von solchen Zahlen ausgegangen wird, zumal die Anzahl der Arbeitslosen, welche indirekt dem Arbeitsmarkt staatlich zugeführt werden bei weitem um ein Vielfaches liegen dürfte. Allerdings negiert man damit die Aussage des Vorwurfes von “Faulheit”.
Viele von ihnen hätten sich mit der Arbeitslosigkeit “arrangiert”, meinte Müntefering weiter und möchte deshalb nun die Zuverdienstmöglichkeiten für ALG-II-Empfänger beschränken. Kürzungen bei den Arbeitslosen - jaaaaaa klaaaaar - das klingt wie Diätenerhöhung in den Ohren des Koalitionspartners, welcher dem Minister die notwendige Rückendeckung verleihen wird. Ziel von Hartz IV war ja nicht gewesen, dass sich diese Menschen “in der Arbeitslosigkeit einrichten”.
Da muss der Sozialticker dem Minister völlig Recht geben, denn es nervt schon sehr, wenn man morgens halb 10 Uhr in Deutschland vom quietschen der “Sozialen Hängematte” geweckt wurde und sich beim Sektfrühstück die Talksendungen reinzieht. Eine Lösung dieses Mißstandes wäre - Anspruch auf einen Tropfen Öl ! Doch Dank der suggerierten Ölpreise und Steuerabgaben entstehen dabei erneute Kosten. Und diese Kosten der Unterstützung von Langzeitarbeitslosen steigen unterdessen weiter deutlich an. Der Langzeitarbeitslosen - oder eher der wahren Kostenverursacher, denn Langzeitarbeitslosenkosten sind “gleich bleibende Fixkosten”, welche nach dem SGB II nicht dynamisch angepasst wurden. Daher sind die Kosten nicht dort zu suchen, sondern bei den “Verursachern und deren Helfer in den Verwaltungen”. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden die Ausgaben damit deutlich über 27 Milliarden Euro liegen, etwa drei Milliarden Euro über dem im Haushalt 2006 veranschlagten Wert.
Was soll´s - wir haben es doch! ( http://schwarzbuch.steuerzahler.de/ )
Auf die vielen Zeilen vom Sozialticker möchte der Minister nicht eingehen und auch keine Beachtung schenken, welcher bereits in einer Rechnung (http://www.sozialticker.com/der-sozialticker-hat-nachgerechnet.html) die Kosten von Hartz IV aufzeigte. Auch den Mißbrauch im Amt, bei den Bildungseinrichtungen, beim EEJ (Ein Euro Job), in den Praktika und sonstig aufgeführten Kostenstellen, reagiert dieser Minister ignorant.
Tipp:
Vielleicht hätte man zu “Hartz IV” ein Begleitbuch für ca. 30 Milliarden Euro drucken sollen, wo jeder Arbeitslose eine Art Bedienungsanleitung der einzelnen Posten und Paragraphen als Verhaltenskodex aufgezeigt bekommt.
Beispiel:
§ 1 - Du hast nichts zu essen … gut so, gewöhnst dich dran!
§ 2 - Du hast keine Krankenversicherung … gut so, wozu auch!
§ 3 - Du hast keine Wohnung … gut so, such dir was!
§ 4 - Du hast keine Arbeit … bekommst du reichlich unbezahlte!
§ 5 - Du hast kein Geld … gut so, brauchst du auch nicht!
§ 6 - Du hast viele Schulden … siehe § 4, Aufschwung durch Arbeit!
§ 7 - Du hast kein Recht mehr … kommt noch schlimmer im § 8!
§ 8 - Du bist Schuld … ja wer denn sonst?
§ 9 - Du bist brav zu Hause … gut so, sonst Leinenzwang!
§ 10 - Du hast und bekommst keine Rente … gut so, 67 erreichen auch nicht viele!
§ 11 … du beziehst Hartz IV … schlecht so, aber nicht mehr lange!
( … )
§ 897 - Du wählst fein die Große Koalition … solltest du, wird überprüft!
§ 898 - Du lebst schon im Westen … Glück gehabt, aber auffindbar!
§ 899 - Du lebst noch im Osten … Pech gehabt, keine Änderungen vorgesehen!
§ 900 - Du wirst hier noch als Mensch geführt … großer Irrtum - BG Nummer!
Und da jeder Hartz IV Empfänger nicht weiß, wohin er seine Kohle noch auslagern soll und diese im Keller schon zu schimmeln beginnt, kommen nun die pfiffigen Diätenbezieher auf die Idee, es müsse noch untersucht werden, “ob die Leute einen Anreiz haben, herauszukommen aus dem Arbeitslosengeld II. Oder ob sie einen Anreiz haben, drinzubleiben.” Es wurde sicherlich in der letzten Sommerhitze vergessen, dass im Herbst 2004 - 10.000 Tausende auf den Straßen für diesen “Luxus” protestierten. Ein Entkommen aus dieser gezwungenen Lage, wurde doch perfekt mit Hartz IV ausgeschlossen.
Die Arbeitslosen freuen sich zumindest, wenn erfreuliche Propagandawellen in den Debatten - Runde machen, denn kein Problem sieht Laumann (nordrhein-westfälische Arbeitsminister) bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern, die ganztägig arbeiten. Anders sei es bei den Langzeitarbeitslosen, die nur Teilzeitjobs hätten. Hier müsse man “gegebenenfalls Korrekturen vornehmen”.
Merke:
Nur ein kostenloser Hartz-IV-Empfänger ist ein guter Hartz-IV-Empfänger!
Weitere Informationen, Tipps und aktuelle Urteile auf: http://www.sozialticker.com
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