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„Wir brauchen Sie“: UN Klima-Chefin zu Potsdamer Klimaforschern

13.10.201713:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Hunderte Millionen Menschen werden innerhalb weniger Jahrzehnte von den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit und Migration betroffen sein – beide Bereiche wurden bislang zu wenig im Zusammenhang mit der menschgemachten Erwärmung gesehen. Das ist eines der Ergebnisse der Impacts World Conference, die diese Woche vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veranstaltet wurde. Im Rahmen der Konferenz feierte das PIK auch seinen 25. Geburtstag, im Geiste der vom Institut seit einem Vierteljahrhundert verfolgten Mission: den wissenschaftlichen Fortschritt voran treiben und zugleich Ergebnisse an Entscheider herantragen.



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An die 500 Wissenschaftler aus 67 Ländern diskutierten drei Tage lang unter dem Titel „Die wahren Kosten des Klimawandels“, um die Klimafolgenforschung durch eine bessere Einbindung sozialer und ökonomischer Faktoren auf eine neue Ebene zu heben.

„Wir brauchen Sie“, rief die Leiterin der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), Patricia Espinosa, den bei der Konferenz versammelten Wissenschaftlern zu. Ganz besonders betonte sie anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Potsdam-Instituts die herausragende Rolle des PIK und seines Gründungsdirektors Hans Joachim Schellnhuber: „Es ist kaum zu beschreiben wie wichtig Ihre Beiträge für die Menschheit sind“, sagte sie. „Bei unserem Kampf geht es nicht um Ideologie, es geht um Dringlichkeit und um unser Wohl. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns.“ Espinosa ist eine der bestimmenden Kräfte beim UN Weltklimagipfel, der in weniger als einem Monat mit Tausenden Teilnehmern in Bonn stattfindet – dem ersten seit dem Rückzug der USA aus dem historischen Pariser Abkommen zur Klimastabilisierung.

Eine ungebremste globale Erwärmung würde hohe wirtschaftliche Kosten verursachen – aber auch Schäden, die in Dollars und Euros kaum erfasst werden können, so zeigte die Konferenz. Die Forscher identifizierten eine Reihe wissenschaftlicher Herausforderungen. So wollen sie versuchen, die Wirkungsketten etwa hinter Migrationsbewegungen besser zu verstehen, die zum Beispiel nach Dürren auftreten, oder die längerfristige Destabilisierung der Lebensgrundlagen in manchen Regionen, um dies in die nächste Generation umfassender Computer-Simulationen unterschiedlicher Szenarien der Klimaentwicklung einzubauen. Auch mögliche Effekte des Klimas auf die Gesundheit wurden intensiv diskutiert, etwa wie die Arbeitsproduktivität unter Hitze leiden kann, aber auch mögliche Auswirkungen auf die Funktion von Lunge und Nieren.

„Mit seiner interdisziplinären und exzellenten Forschung trägt das PIK maßgeblich zur Stärkung der herausragenden und innovativen Wissenschaftslandschaft in Potsdam und Brandenburg bei“, erklärte die Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Martina Münch. Sie nannte das PIK „ein außergewöhnliches Institut“. Wie die UN-Klima-Chefin sagte auch Münch: „Wir brauchen Sie und Ihre Forschung!“ Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, betonte, dass manche politischen Kräfte heute die Wissenschaft verdrehen oder leugnen wollen. „Wer aber die Wissenschaft ignoriert, wird langfristig scheitern – nur wer sich den Fakten stellt, wird auch erfolgreich sein. Die wissenschaftliche Gemeinschaft muss das klar herausstellen“, sagte er. An das PIK gewandt fügte er hinzu: „Seit vielen Jahren setzen Sie Maßstäbe – Klimapolitik muss auf robuster Wissenschaft basieren.“ Das Bundesland Brandenburg und die Deutsche Bundesregierung sind die wichtigsten Förderer des PIK. „Dieses Geld ist gut investiert“, sagte Rachel.

„Klimawandel ist das Risiko Nummer Eins“, sagte der Nobelpreisgewinner für Physik, Klaus von Klitzing, und lobte die Teilnehmer der Konferenz für ihre unermüdliche Arbeit. Er wirkte an dem Appell von 79 Nobelpreisträgern zum Klimaschutz bei, der dazu beitrug, den Pariser Klimagipfel zum Erfolg zu führen. Er zitierte den ersten Menschen auf dem Mond, Astronaut Neil Armstrong, der sagte, dass die Erde vom Weltraum aus gesehen zerbrechlich aussieht. „Vielleicht sollten alle Politiker erst auf den Mond fliegen bevor sie ihr Amt antreten“, scherzte Klitzing. Arme Länder werden von den meisten Auswirkungen des Klimawandels am härtesten getroffen. "Es hat lang gebraucht, aber heute ist allen klar, dass Klimawandel und Entwicklung eng zusammenhängen", sagt Leena Srivastava vom TERI-Institut in Indien. "Energie steht im Zentrum der Nachhaltigkeits-Herausforderung." Das ehrgeizige Ziel Indiens für Energie aus erneuerbaren Quellen habe die Preise von Strom aus Sonne und Wind bereits unter den Preis von Kohlestrom gebracht. Aber sogar wenn der Ausstoß von Treibhausgasen erfolgreich gesenkt wird, sind große Anstrengungen für Anpassung nötig, um nachhaltige Entwicklung in einer wärmeren Welt möglich zu machen.

„Es ist wirklich großartig zu sehen, dass sich die Besten der globalen Forschungsgemeinschaft hier in Potsdam nun zum zweiten Mal seit unserer Konferenz 2013 versammeln, um die Auswirkungen des Klimawandels noch besser zu verstehen“, sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. „Die Ergebnisse dieses Treffens werden einen großen Einfluss auf die bevorstehenden IPCC-Berichte haben.“ Der Ko-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Klimawirkungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), Hans-Otto Pörtner, wird am Freitag an der Konferenz teilnehmen. „Es gab viele Tage in meinem Leben, an denen ich dachte, dass alles verloren ist“, sagte Schellnhuber. „Aber nach dieser Jubiläumsfeier und den wunderbaren Beiträgen von Freunden und Verbündeten weiß ich, dass wir die Welt retten werden.“

Weitere Informationen zur Impacts World Konferenz und das vollständige Programm finden Sie hier: https://www.impactsworld2017.org/

Kontakt für weitere Informationen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
E-Mail: E-Mail
Twitter: @PIK_Klima
www.pik-potsdam.de

Quelle: idw

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