openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Leberkrebs richtig einschätzen

13.10.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Ein Tumor in der Leber – eine erschreckende Diagnose für betroffene Patientinnen und Patienten. Für Ärzte zunächst noch ein Fragezeichen, denn die Tragweite der Erkrankung ist allein durch die Entdeckung eines Tumors noch nicht feststellbar. Die meisten Tumore bilden sich aus den Leberzellen; es kann aber auch vorkommen, dass Tumore, die in der Bauchspeicheldrüse entstanden sind, in die Leber einwandern. Anhand von Proteinuntersuchungen können Ärzte diese Tumore jetzt besser voneinander unterscheiden. Rubin, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum (RUB), berichtet.



---
Entscheidend für Behandlung und Prognose

„Für die Behandlung und die Prognose der betroffenen Patienten spielt es eine sehr wichtige Rolle, was ein in den Lebergängen gefundener Tumor für einen Ursprung hat“, erklärt Prof. Dr. Barbara Sitek von Medizinischen Proteom-Center der RUB. Hat sich der Krebs in der Leber gebildet, stehen die Chancen, die Krankheit noch lange zu überleben, wesentlich besser, als wenn er aus der Bauchspeicheldrüse stammt. Da die beiden Tumorarten sich aber morphologisch sehr ähnlich sind, konnten Pathologen bisher nur schwer beurteilen, um welchen Primärtumor es sich handelt.

Barbara Sitek und ihr Mitarbeiter Dr. Thilo Bracht haben sich daher, gefördert vom Mercator Research Center Ruhr, gemeinsam mit dem Team von Prof. Dr. Hideo A. Baba vom Universitätsklinikum Essen auf die Suche nach neuen Proteinbiomarkern gemacht. Das sind Proteine, die charakteristischerweise verstärkt im Tumorgewebe vorkommen. Hat man solche Proteine identifiziert, die mit einer Tumorart assoziiert sind, kann man die verschiedenen Gewebe dadurch unterscheiden.

Patienten profitieren schon heute

Sie befreiten das Tumorgewebe mehrerer Gewebeproben mit einem speziellen Mikroskop vom umliegenden Gewebe, isolierten die enthaltenen Proteine, bestimmten sie und verglichen ihre Funde. Rund 2.000 Proteine konnten sie identifizieren und quantifizieren. Anschließend verglichen sie, welche Tumorart welche Proteine bildet. Dabei kam es vor allem darauf an, Proteine zu identifizieren, die in einer Tumorart im Vergleich zur anderen Tumorart gehäuft vorkommen.

Drei besonders aussichtsreiche Kandidaten aus der Familie der Annexin-Proteine untersuchten die Forscher dann weiter. So identifizierten sie zwei Proteine, ANXA 1 und ANXA 10, anhand derer sich Tumore, die sich in der Leber gebildet hatten, und solche, die als Tochtergeschwulste aus der Bauchspeicheldrüse eingewandert waren, sehr sicher voneinander unterscheiden lassen. In Kombination mit einem weiteren Protein erreichten sie eine Treffsicherheit von 85 Prozent. „Das ist ein guter Wert, der die Differenzialdiagnostik bei Lebertumoren deutlich verbessert“, sagt der Pathologe Hideo Baba. „Von dieser Arbeit, die wir nur in Zusammenarbeit zwischen dem Bochumer Proteom-Center und der Essener Universitätsklinik durchführen konnten, profitieren die Patienten schon heute“, so der Forscher. Am Pathologischen Institut des Essener Universitätsklinikums werden diese Biomarker jetzt in der Routinediagnostik eingesetzt.

Ausführlicher Beitrag

Weitere Informationen finden Sie in einem ausführlichen Beitrag im Wissenschaftsmagazin Rubin der Ruhr-Universität Bochum unter http://news.rub.de/wissenschaft/2017-10-13-proteinforschung-leberkrebs-richtig-einschaetzen. Texte auf der Webseite und Bilder aus dem Downloadbereich dürfen unter Angabe des Copyrights für redaktionelle Zwecke frei verwendet werden.

Die Universitätsallianz Ruhr

Seit 2007 arbeiten die drei Ruhrgebietsuniversitäten unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) strategisch eng zusammen. Durch Bündelung der Kräfte werden die Leistungen der Partneruniversitäten systematisch ausgebaut. Unter dem Motto „gemeinsam besser“ gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in Forschung, Lehre und Verwaltung. Mit mehr als 120.000 Studierenden und nahezu 1.300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.

Pressekontakt

Prof. Dr. Barbara Sitek
Medizinisches Proteom-Center
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel:. 0234 32 24362
E-Mail: E-Mail

Redaktion: Meike Drießen

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 974045
 536

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Leberkrebs richtig einschätzen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Ruhr-Universität Bochum

Bild: Projektstart: Schnellere Baugenehmigungen dank digitaler ModelleBild: Projektstart: Schnellere Baugenehmigungen dank digitaler Modelle
Projektstart: Schnellere Baugenehmigungen dank digitaler Modelle
Ein neues Projekt will das Genehmigungsverfahren für Bauanträge durch Einbezug von digitalen 3D-Gebäudemodellen vereinfachen. Das Bundesministerium für Bau-, Stadt- und Raumforschung fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms Zukunft Bau mit rund 278.000 Euro für zwei Jahre. Die nationale Plattformgesellschaft „Planen Bauen 4.0“ leitet das Projekt. Partner aus der Wissenschaft ist das Team um Prof. Dr. Markus König vom Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum. Aus der Verwaltung ist der Landesbetrieb Geoinformatio…
Bild: Die Stabilität komplexer Legierungen schneller bestimmenBild: Die Stabilität komplexer Legierungen schneller bestimmen
Die Stabilität komplexer Legierungen schneller bestimmen
Ob ein neuer Werkstoff unter Temperaturbelastungen stabil bleibt, können Materialwissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum innerhalb weniger Tage ermitteln. Sie entwickelten ein neues Verfahren, mit dem sich komplexe Legierungen, die aus vielen verschiedenen Elementen bestehen, zum Beispiel auf Temperatur- und Oxidationsbeständigkeit untersuchen lassen. Solche Analysen haben zuvor Monate in Anspruch genommen. Das Team um Prof. Dr. Alfred Ludwig und Dr. Yujiao Li vom Bochumer Institut für Werkstoffe und vom Zentrum für Grenzflächendominierte…

Das könnte Sie auch interessieren:

9. Dt. Lebertag (20.11.08) „Zeitbombe unentdeckte Lebererkrankungen – dramatischer Zuwachs an Leberkrebs“
9. Dt. Lebertag (20.11.08) „Zeitbombe unentdeckte Lebererkrankungen – dramatischer Zuwachs an Leberkrebs“
… auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland haben damit mehrere Millionen Menschen Zeichen einer Leberentzündung, die schwere gesundheitliche Folgeschäden bis hin zur Entwicklung eines Leberkrebses nach sich ziehen kann,“ sagte Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung anlässlich des 9. Deutschen Lebertages. Der weitaus …
Leberkrebs-Webportal informiert über Studien zur Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT)
Leberkrebs-Webportal informiert über Studien zur Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT)
… Einsatz, die die Überlebenszeit verlängern können. Die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) ist eine solche Option. Sie wird bei Patienten mit inoperablem Leberkrebs und Lebermetastasen angewendet, ist jedoch noch relativ unbekannt. Die Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie hat die Webseite www.leberkrebstherapie.org etabliert, um dies zu …
Leberkrebs-Webportal informiert über Studien zur Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT)
Leberkrebs-Webportal informiert über Studien zur Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT)
… Einsatz, die die Überlebenszeit verlängern können. Die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) ist eine solche Option. Sie wird bei Patienten mit inoperablem Leberkrebs und Lebermetastasen angewendet, ist jedoch noch relativ unbekannt. Die Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie hat die Webseite www.leberkrebstherapie.org etabliert, um dies zu …
Leberkrebs effektiv behandeln
Leberkrebs effektiv behandeln
… Lymphsysteme in die Leber gelangen. Hier bilden sich kleine Tochtergeschwüre, die auch als Lebermetastasen bezeichnet werden. Es handelt sich somit nicht um einen "echten" Leberkrebs, sondern vielmehr um bösartige Tumore, dessen Ausgangspunkt ein anderer Krebsherd im Körper ist. Dennoch werden die Metastasen oftmals als Leberkrebs bezeichnet, da sie …
Bild: Blaue Ratgeber zu Krebs der Gallenwege und Gallenblase sowie Leberkrebs erschienenBild: Blaue Ratgeber zu Krebs der Gallenwege und Gallenblase sowie Leberkrebs erschienen
Blaue Ratgeber zu Krebs der Gallenwege und Gallenblase sowie Leberkrebs erschienen
Umfassendes Informationsangebot für Betroffene, Angehörige und InteressierteBonn (fei) – Zum ersten Mal sind die blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe „Leberkrebs“ und „Krebs der Gallenwege und Gallenblase“ als zwei separate Broschüren erschienen. Die blauen Ratgeber informieren jeweils umfassend über Ursachen, Diagnose und Behandlung der beiden Krebsarten. …
Bild: Jeder dritte Deutsche leidet an einer FettleberBild: Jeder dritte Deutsche leidet an einer Fettleber
Jeder dritte Deutsche leidet an einer Fettleber
… sich keine oder nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit. Eine NAFL ist nicht harmlos, sie erhöht nachweislich das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs. Deshalb empfehlen Gastroenterologen, dass bei Patienten mit Fettleber alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung erfolgen sollte, die erste Hinweise auf das Vorliegen von …
Bild: Häufigkeit von Leberkrebs steigtBild: Häufigkeit von Leberkrebs steigt
Häufigkeit von Leberkrebs steigt
Neue Therapieoption macht Hoffnung sup.- In Deutschland erkranken jährlich rund 7.500 Menschen an Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom). Weltweit treten mehr als 500.000 Neuerkrankungen auf. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Die Häufigkeit des Leberzellkarzinoms ist weltweit steigend. Neben Hepatitis-Infektionen und Alkoholkonsum spielt auch die …
Freie Radikale treiben die Entwicklung von Leberkrebs voran
Freie Radikale treiben die Entwicklung von Leberkrebs voran
Viele Österreicher haben noch nie etwas von einer Fettleber gehört, aber bis zu 30% leiden an dieser Vorstufe zu Leberkrebs. Die Fettleber hat sich zur Volkskrankheit entwickelt, verursacht durch die üblichen Risikofaktoren, die den Lebensstil in den Industrienationen prägen: Übergewicht, zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker. Leberschäden …
Bild: Fortschritte bei LeberkrebsBild: Fortschritte bei Leberkrebs
Fortschritte bei Leberkrebs
Neue Bestrahlungsmethode sup.- Der Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, in dem die großen Blutgefäße vom Tumor bereits infiltriert sind und eine Operation nicht mehr möglich ist. Auch die lokale Strahlentherapie war bisher nur begrenzt einsetzbar, da die Leber ein besonders strahlenempfindliches …
Bild: Leberkrebsrate steigt dramatisch – frühe Leberdiagnostik schütztBild: Leberkrebsrate steigt dramatisch – frühe Leberdiagnostik schützt
Leberkrebsrate steigt dramatisch – frühe Leberdiagnostik schützt
Mit weltweit 600.000 neu diagnostizierten Fällen ist Leberkrebs die sechsthäufigste Krebsart und dabei auch die tödlichste, denn jeder dritte krebsbedingte Todesfall geht zu Lasten dieser Erkrankung. Meist tritt sie als Folge einer chronischen Hepatitis B oder C auf und entwickelt sich dabei besonders tückisch, denn die Symptome bleiben lange verborgen. …
Sie lesen gerade: Leberkrebs richtig einschätzen