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Zehn Jahre spezialisierte Versorgung im Multiple Sklerose-Zentrum

10.10.201712:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Zehn Jahre spezialisierte Versorgung im Multiple Sklerose-Zentrum
Prof. Tjalf Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums, zeigt die Auswertung eines MS-Performance-Tests, den Patienten auf einem speziell konzipierten Tablet absolvieren. (Felix Koopmann / Uniklinikum Dresden)
Prof. Tjalf Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums, zeigt die Auswertung eines MS-Performance-Tests, den Patienten auf einem speziell konzipierten Tablet absolvieren. (Felix Koopmann / Uniklinikum Dresden)

(openPR) Am Samstag, dem 14. Oktober, feiert das Multiple Sklerose-Zentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden sein zehnjähriges Jubiläum der spezialisierten Versorgung von MS-Patienten. Zu diesem Anlass bietet das Zentrum nicht nur eine Patientenveranstaltung an, sondern eröffnet auch die neu eingerichtete Tagesklinik für Neurologische Infusionstherapien. Damit erweitert das MS-Zentrum sein Behandlungsangebot um einen entscheidenden Baustein und erhöht den Anteil möglicher ambulanter Therapien weiter. Die zumeist jungen Patienten haben so die Möglichkeit, die modernen Infusionstherapien zu erhalten ohne notwendige langwierigere stationäre Anwendung.



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Zusätzlich greifen die Mediziner in der schon längere Zeit bestehenden Tradition auch auf weitere neue E-Health-Technologien zurück: Mit einem in internationaler Zusammenarbeit entwickelten MS-Performance-Test, der auf einem konfigurierten Tablet-PC absolviert wird, können die Ärzte um Zentrumsleiter Prof. Tjalf Ziemssen Veränderungen des Gesundheitszustandes frühzeitig erkennen und die Therapie gegebenenfalls anpassen. Über die modernen Entwicklungen in der MS-Therapie informiert das Zentrum am 14. Oktober ab 10 Uhr im Medizinisch-Theoretischen Zentrum (Haus 91) auf dem Gelände des Universitätsklinikums.

„Multiple Sklerose ist die Krankheit der tausend Gesichter. Deshalb müssen wir individuelle Behandlungsansätze entwickeln, wenn wir in der Therapie erfolgreich sein wollen“, erklärt Prof. Tjalf Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Dresden. Dazu nutzt das MS-Zentrum an die medizinischen Erfordernisse angepasste Tablets, die dabei helfen, den Gesundheitszustand des Patienten durch mehrere Tests über einen längeren Zeitraum hinweg zu analysieren. „Unsere Patienten kommen in der Regel alle drei Monate zu uns und machen zu Beginn ihres Termins den MS-Performance-Test. Nach mehreren Besuchen lässt sich so eine Formkurve ermitteln, die uns die Entwicklung der spezifischen MS-Erkrankung aufzeigt, sodass wir im Bedarfsfall die Therapie anpassen können“, erklärt Prof. Ziemssen das Verfahren, das im Rahmen der internationalen Forschungsgruppe „MS-Paths“ gemeinsam mit mehreren Universitäten in den USA entwickelt wurde. Damit der Test über eine hohe Aussagekraft verfügt, müssen die Patienten Aufgaben in den Rubriken „Lebensqualität“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Kontrastsehen “, „Geschicklichkeit“ und „Gehgeschwindigkeit“ erfüllen. Zusätzlich werden bei der erstmaligen Nutzung allgemeine Gesundheitsdaten abgefragt, die den Hintergrund für die Testergebnisse bilden. „Wir betreuen unsere Patienten über einen langen Zeitraum hinweg – einige sind seit der Gründung unseres Zentrums bei uns in Behandlung. Durch das enge Monitoring können wir unseren Patienten künftig Vergleichswerte anzeigen, die auch punktuelle oder schleichende Veränderungsprozesse frühzeitig offenbaren. Das ist insbesondere bei einer chronischen und bis heute unheilbaren Krankheit wie Multipler Sklerose ein entscheidender Versorgungsvorteil“, erläutert Prof. Ziemssen.

Eingespielte Strukturen erleichtern die Versorgung

Das durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft zertifizierte MS-Zentrum kann seit seiner Gründung vor zehn Jahren eine Patientenversorgung auf höchstem nationalen Niveau anbieten. Dazu trägt auch die am Standort vorliegende Infrastruktur bei: In internen Einrichtungen wie dem Zentrallabor und dem neuroimmunologischen Labor werden Proben deutlich schneller untersucht, als bei externen Dienstleistern. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie trägt dazu bei, die Behandlungs¬abläufe zu straffen und den Patienten schnellstmöglich die benötigte Therapie zukommen zu lassen.

Seit seiner Gründung ist das MS-Zentrum stetig gewachsen. Heute behandeln die Neurologen des Klinikums pro Monat circa 900 Patienten. Als eine der bundesweit größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art verknüpft das Zentrum die ambulante medizinische Versorgung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit. Die 2011 bezogenen Räume im ABAKUS-Gebäude an der Blasewitzer Straße bieten den Patienten, Ärzten und Forschern auf knapp 600 Quadratmetern optimale Behandlungsmöglichkeiten, die zukünftig noch um die Tagesklinik für Neurologische Infusionstherapien ergänzt werden. „Durch die neue Tagesklinik können wir auch die modernen und oft sehr wirksamen Infusionstherapien in ambulanter Behandlung anbieten – ein unschätzbarer Vorteil für unsere zumeist jungen Patienten, die zu einem großen Teil berufstätig sind und so lediglich wenige Stunden in der Klinik bleiben müssen. Die neue Tagesklinik erhöht die Angebotsvielfalt unseres Zentrums so noch einmal deutlich“, sagt Prof. Ziemssen mit Blick auf die zehnjährige Geschichte der Einrichtung. Für die hohe Qualität der medizinischen Versorgung steht auch die erneute Auszeichnung als bestes Multiple Sklerose-Therapiezentrum in der Focus-Klinikliste 2018. Für den Krankenhausvergleich wurden insgesamt 14.000 niedergelassene Fachärzte, Hausärzte und Klinikchefs in 18 Fachrichtungen nach den kompetentesten Behandlungszentren in Deutschland befragt. Neben der hervorragenden fachlichen Bewertung erhielt das MS-Zentrum der Klinik für Neurologie dabei auch in der Befragung der Patienten herausragende Werte und gehört auch bei der Patientenzufriedenheit zu den Spitzenzentren in Deutschland. Darüber hinaus ist das MS-Zentrum auch zu einem wichtigen Partner bei der Fortbildung von MS-Ärzten aus aller Welt geworden: Neurologen aus Lateinamerika, Nordamerika, Europa und einigen arabischen Ländern nahmen in den letzten Jahren an Schulungsprogrammen des MS-Zentrums der Klinik für Neurologie teil.

Über die neuen Entwicklungen in der MS-Therapie können sich Patienten, Angehörige und Interessierte am 14. Oktober von 10 bis 15 Uhr im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung in zwei Hörsälen im Medizinisch-Theoretischen Zentrum (MTZ) an der Fiedler Straße 42 (Haus 91) informieren. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei und ein Rollstuhlzugang vorhanden.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Multiple Sklerose Zentrum (MSZ)
Leitung: Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
Tel. 0351/ 4 58 44 65 (Sekretariat)
E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.uniklinikum-dresden.de

Quelle: idw

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